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Ukraine | Polen

Osteuropa

"Jüdische Spuren in schwindendem Licht"

Eine Synagoge wird zur Sporthalle und ein alter jüdischer Friedhof einfach der Natur überlassen: Der Fotograf Christian Herrmann dokumentiert seit Jahren Spuren jüdischen Lebens in Osteuropa.

Eine Sporthalle mit bröckelndem Putz von innen. An der Wand ist ein Sportplakat mit kyrillischer Schrift. Auf dem Boden liegt eine Sportmatte.
Die ehemalige Große Synagoge der westukrainischen Stadt Horodenka ist zu einer Sporthalle umfunktioniert worden. Bildrechte: Christian Herrmann
Eine Sporthalle mit bröckelndem Putz von innen. An der Wand ist ein Sportplakat mit kyrillischer Schrift. Auf dem Boden liegt eine Sportmatte.
Die ehemalige Große Synagoge der westukrainischen Stadt Horodenka ist zu einer Sporthalle umfunktioniert worden. Bildrechte: Christian Herrmann
Eine Sporthalle von außem im Regen.
In der ukrainischen Kleinstadt Sambir wird die ehemalige Große Synagoge heute als Fitnesscenter genutzt. Ob der Fitnessclubbetreiber weiß, dass in seiner Stadt einmal jeder dritte Einwohner Jude war? Bildrechte: Christian Herrmann
Ein Stein erinnert an die Juden, die im Holocaust umgekommen sind.
Eine Aufarbeitung des Holocausts in der Sowjetunion war so gut wie unmöglich. Die kommunistische Nachkriegspolitik tabuisierte den Massenmord an den Juden vielerorts. Die Stätten des Holocausts gerieten größtenteils in Vergessenheit. Vereinzelt, wie hier im ukrainischen Turka, wurde gegen das Vergessen ein Denkmal gesetzt. Bildrechte: Christian Herrmann
Die verwaschene Fassade eines Hutmacher-Geschäfts.
Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der ukrainischen Stadt Lwiw – damals noch Lemberg – eine große jüdische Gemeinde mit 14 Synagogen und 80 Bethäusern. Nach der Eroberung durch die Wehrmacht wurde sie bis 1943 fast vollständig ausgelöscht. Doch einige Spuren sind bis heute geblieben – wie diese Werbung eines jüdischen Hutmachers an einer Hauswand.  Bildrechte: Christian Herrmann
Jüdische Grabsteine liegen auf einem Haufen mit Schutt.
Manche Spuren waren lange verborgen: Bei Straßenbauarbeiten in Lwiw wurden etwa diese jüdischen Grabsteine entdeckt. Während der deutschen Besatzung haben die Nazis sie als Straßenpflaster verbaut. Bildrechte: Christian Herrmann
Eine Erdgrube. Am rechten Rand sind Grabsteine zu erkennen.
Der Umgang mit jüdischem Erbe in Osteuropa tut oft weh, sagt der Fotograf Christian Herrmann. Was nach einer Baustelle aussieht, ist ein planiertes Massengrab in Mykolaiw, in der heutigen Westukraine. Die Stadtverwaltung ließ die Sandgrube planieren, um den benachbarten christlichen Friedhof zu erweitern. Bildrechte: Christian Herrmann
Eine alte, ehemalige Synagoge, an der außen Satelitenschüsseln angebracht sind und in der augenscheinlich Menschen leben
Oft kommt Christian Herrmann bei seinen Reisen mit Einheimischen ins Gespräch. So auch mit den Bewohnern dieses Hauses – die hier nicht gerne leben. Es wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Große Synagoge für die jüdische Gemeinde in Busk gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es als Baustofflager zweckentfremdet und in den letzten Jahren zu einem Wohnhaus mit Sozialwohnungen und einer Kirche umfunktioniert. Bildrechte: Christian Herrmann
Verwaschene Grabsteine liegen im Wald und werden von Gras überwuchert.
Langsam gewinnen die jüdischen Gemeinden in Polen – zumindest in Großstädten – wieder an Mitgliedern. Im ganzen Land leben aktuell etwa 12.000 Juden – nur ein Bruchteil der ursprünglichen jüdischen Bevölkerung. Und immer noch zu wenige, um das verbliebene jüdische Erbe zu erhalten. Deutlich zu sehen am Zustand des jüdischen Friedhofs im Warschauer Stadtteil Brodno. Bildrechte: Christian Herrmann
Ein Feld im Nebel.
Nur wenige der osteuropäischen Juden überlebten den Holocaust. Allein in Polen wurden rund 90 Pozent von ihnen während der deutschen Besatzung ermordet. Die Fotos von Christian Herrmann verdeutlichen dies auf eindrückliche Weise. Hier ist ein Feld im Süden von Krakau zu sehen – einst Standort des Konzentrationslagers Płaszów. Bildrechte: Christian Herrmann
Jüdische Grabsteine, die fast gänzlich mit Sand bedeckt sind.
Orte wie der Friedhof in Karczew gibt es in Osteuropa zu Hunderten: Juden machten einen bedeutenden Teil der Bevölkerung aus. Sie bauten Synagogen, Schulen und Krankenhäuser. Nichts davon hat die deutsche Besatzung überstanden. Wie vielerorts wurden die Juden der Stadt erst in ein Ghetto gepfercht und dann ermordet. Allein der Friedhof am Rand der Stadt zeugt heute vom einstigen jüdischen Leben. (Über dieses Thema berichtete das Magazin "MDR-Zeitreise" auch im TV: 06.11.2018 21:15 Uhr.) Bildrechte: Christian Herrmann
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Deutschland | Polen

Osteuropa

Polen holt Obdachlose aus Berlin heim

Tausende Obdachlose leben in Berlin, die meisten kommen aus Osteuropa. Nun hat Berlin um Hilfe gebeten. Wolle und Darek versuchen deshalb im Auftrag einer polnischen Hilfsorganisation ihre Landsleute zurückzuholen.

Obdachlose Polen
Berlin gilt als eine der Hochburgen der Obdachlosigkeit in Europa. Bis zu 10.000 Menschen leben in der deutschen Hauptstadt auf der Straße. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Obdachlose Polen
Berlin gilt als eine der Hochburgen der Obdachlosigkeit in Europa. Bis zu 10.000 Menschen leben in der deutschen Hauptstadt auf der Straße. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Obdachlose Polen
Die Obdachlosen schlafen in Parks und unter den Brücken. Im Winter wird ihre Situation besonders schwierig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Obdachlose Polen
Berlin bietet nur 500 Plätze in Notunterkünften – viel zu wenige für die vielen Bedürftigen der Stadt. Außerdem möchte nicht jeder das Angebot nutzen. Viele haben Angst vor Diebstahl und Gewalt in den Unterkünften, wo unterschiedlichste Kulturen und Mentalitäten aufeinander treffen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Obdachlose Polen
Bis zu 70 Prozent der Obdachlosen in Berlin kommen aus Osteuropa. Darunter sollen auch bis zu 2.000 Polen sein. Sie alle kamen mit der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben nach Deutschland – und landeten im Elend. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Obdachlose Polen
Trotzdem wollen viele nicht zurückkehren. Aus Scham versagt zu haben oder schlicht, weil sie zu tief in die Drogensucht und den Alkoholismus abgerutscht sind. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Obdachlose Polen
Wolle und Darek arbeiten für die polnische Hilfsorganisation BARKA. Nach einem Hilferuf des Berliner Senats wurde diese von der polnischen Regierung mit einem Modellprojekt betraut. Sie sollen obdachlose polnische Landsleute wieder nach Hause holen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Obdachlose Polen
Tag und Nacht sind die beiden in den Straßen Berlins unterwegs… Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Obdachlose Polen
… sprechen dort gezielt Obdachlose auf Polnisch an und versuchen sie zu einer Rückkehr nach Polen zu bewegen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Obdachlose Polen
Am Alexanderplatz kommen Wolle und Darek ins Gespräch mit polnischen Obdachlosen. Ein wärmender Kaffee hilft, den ersten Kontakt herzustellen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Obdachlose Polen
Darek war selbst obdachlos und wurde vor vier Jahren in London von BARKA- Mitarbeitern angesprochen und gerettet. Heute hilft er selbst obdachlosen Polen nach Hause zurückzukehren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Obdachlose Polen
Eine Zigarettenpause auf dem Weg in die Heimat. Wolle und Darek haben Pawel (Mitte) in einem Berliner Krankenhaus gefunden. Er wurde dort von der Straße mit einem epileptischen Anfall eingeliefert und wollte gerne nach Polen zurückkehren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Obdachlose Polen
Obdachlos wurde Pawel, als er seinen Job bei einer Zeitarbeitsfirma verlor. Frustriert und mittellos verbrachte er ein halbes Jahr auf der Straße. Jetzt hofft er auf einen Neuanfang in seiner Heimatstadt – mit Hilfe von Wolle und Darek von der Hilfsorganisation BARKA. (Über dieses Thema berichtete der MDR auch im Magazin "Windrose" | 15.04.2007.) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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