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Geschichte Russlands

Ein Museum für Sergej Prokudin-Gorskij Das Zarenreich in Farbe

Sergej Prokudin-Gorskij (1863-1944) war Russlands Pionier der Farbfotografie. Er lichtete fast alle Ecken des Zarenreiches in Farbe ab. An einer Moskauer Schule soll nun das erste Museum an sein Leben und Werk erinnern.

Ein Foto von Sergej Prokudin-Gorsky aus dem Zarenreich
Sergej Prokudin-Gorskij (1863-1944) - hier in einem Selbstporträt von 1912 am Fluss Karolizchali in Georgien - war Russlands Pionier der Farbfotografie. Im Auftrag von Zar Nikolaus II. dokumentierte er das Leben fast im gesamten Zarenreich. Die Bilder sollten u.a. im Schulunterricht genutzt werden. Bildrechte: Sergej Prokudin-Gorsky
Ein Foto von Sergej Prokudin-Gorsky aus dem Zarenreich
Sergej Prokudin-Gorskij (1863-1944) - hier in einem Selbstporträt von 1912 am Fluss Karolizchali in Georgien - war Russlands Pionier der Farbfotografie. Im Auftrag von Zar Nikolaus II. dokumentierte er das Leben fast im gesamten Zarenreich. Die Bilder sollten u.a. im Schulunterricht genutzt werden. Bildrechte: Sergej Prokudin-Gorsky
Ein Foto von Sergej Prokudin-Gorsky aus dem Zarenreich
Für die Farbaufnahmen wurde das Motiv dreimal schnell hintereinander auf je eine Fotoplatte abgelichtet - mit einem Rot-, Grün- und Blaufilter. Wurden die drei Einzelbilder durch Filter der gleichen Farbe projiziert, entstanden Farbdias. Abzüge in Farbe auf Papier waren damals noch nicht möglich. Im Bild: Mittagspause bei der Heuernte 1909 am Fluss Scheksna in der Region Jaroslawl. Bildrechte: Sergej Prokudin-Gorsky
Ein Foto von Sergej Prokudin-Gorsky aus dem Zarenreich
Prokudin-Gorskijs Aufnahmen - hier der Emir von Buchara aus dem Jahr 1911 - verkaufte die Familie 1948 an die Library of Congress in Washington D.C. Seit 2001 sind sie digitalisiert für alle zugänglich. Ein Museum, das sich mit Leben und Werk des Wissenschaftlers beschäftigt, gibt es bisher aber nicht. Bildrechte: Sergej Prokudin-Gorsky
Menschen sitzen an einem Bürotisch, der mit Fotos bedeckt ist.
Das wollen Wassilij Drjutschin (links) und Swetlana Garanina (rechts) durch ehrenamtliches Engagement ändern. Der Lehrer arbeitet mit seinen Schülern an der Eröffnung eines Museums für Prokudin-Gorskij an ihrer Schule in Moskau. Die Kulturwissenschaftlerin Garanina unterstützt sie. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Ein Foto von Sergej Prokudin-Gorsky aus dem Zarenreich
Prokudin-Gorskij fotografierte oft Gotteshäuser, im Bild das Nilow-Kloster (auch Nilo-Stolobenskaja Kloster) im Seligersee in der Region Twer in Zentralrussland aus dem Jahr 1910. Bildrechte: Sergej Prokudin-Gorsky
Ein Foto von Sergej Prokudin-Gorsky aus dem Zarenreich
Prokudin-Gorskij hielt bei seinen Reisen durchs Zarenreich nicht nur idyllische Szenen fest: Gefangene in Ketten 1911 in Buchara.
(Über dieses Thema berichtet MDR Aktuell auch im TV: 20.07.2018 | 17:45 Uhr.)
Bildrechte: Sergej Prokudin-Gorsky
Ein Foto von Sergej Prokudin-Gorsky aus dem Zarenreich
Prokudin-Gorskij - im Bild ein Selbstporträt von 1916 in Karelien - schuf so in den Jahren 1904-1916 ein geschichtliches Zeugnis von unschätzbarem Wert. Nach der Oktoberrevolution und der Ermordung der Zarenfamilie flüchtete der Zaren-Anhänger 1918 nach Frankreich, wo er 1944 starb. Bildrechte: Sergej Prokudin-Gorsky
Wassilij Drjutschin
Wassilij Drjutschin sammelt seit Jahren für das Museum - alte Ansichtskarten im Original und Fototechnik. Auch einen Film hat er mit seinen Schülern schon über den Dokumentaristen Prokudin-Gorskij gedreht. Er will den Bildungsauftrag des Fotografen fortführen. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Ein Mann fotografiert Kinder in einem Park
Selbst am Geburtsort des Fotografen, Funikowa Gora in der Oblast Wladimir in der Region Zentralrussland, weisen kaum noch Spuren auf den Fotografen hin. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Menschen betrachten Fotos an einer Hauswand
In Kirschatsch in der Nähe des Geburtstortes, rund 150 Kilometer nordöstlich von Moskau, stoßen Drjutschin und seine Mitstreiter auf ein Museum, das zumindest Werke von Prokudin-Gorskij ausstellt. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Ein Foto von Sergej Prokudin-Gorsky aus dem Zarenreich
Sergej Prokudin-Gorskij fotografierte Menschen in ihrem Alltag, so wie diese junge Frau 1906 in einem Dorf in Kleinrussland. So hieß damals der nördliche Teil der heutigen Ukraine. Bildrechte: Sergej Prokudin-Gorsky
Ein Foto von Sergej Prokudin-Gorsky aus dem Zarenreich
Die Aufnahme dieser Kinder in Belosersk in der Region Wologda entstand 1910. Bildrechte: Sergej Prokudin-Gorsky
Ein Foto von Sergej Prokudin-Gorsky aus dem Zarenreich
Der 84-jährige Pinchus Karlinskij arbeitete bereits 66 Jahre als Wächter der Wasserstation in Tschernygow (heute Nordukraine), als Prokudin-Gorskij ihn 1909 ablichtete. Bildrechte: Sergej Prokudin-Gorsky
Ein Foto von Sergej Prokudin-Gorsky aus dem Zarenreich
Viele Aufnahmen entstanden auch in den zentralasiatischen Teilen des russischen Reiches wie das Foto dieser jüdischen Jungen mit ihrem Lehrer in Samarkand in Usbekistan. Bildrechte: Sergej Prokudin-Gorsky
Ein Foto von Sergej Prokudin-Gorsky aus dem Zarenreich
Vollverschleierung anno 1907 in Samarkand. Bildrechte: Sergej Prokudin-Gorsky
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Serie: Ingenieurskunst in Osteuropa

Masuren: Wo Schiffe über Land fahren

Der Oberlandkanal bietet etwas europaweit Einzigartiges: Das 1860 eingeweihte Bauwerk lässt Schiffe auch über saftige Wiesen und sanfte Hügel gleiten. Das ist nötig, weil der Kanal 100 Höhenmeter überwinden muss.

Touristenschiff am Oberlaenden Kanal
Der Oberlandkanal in der Woiwodschaft Ermland-Masuren gilt als ein technisches Bauwerk von Weltgeltung. Die Besonderheit der Wasserstraße besteht darin, dass die Schiffe ganz selbstverständlich auch über Land fahren. Bildrechte: IMAGO
Touristenschiff am Oberlaenden Kanal
Der Oberlandkanal in der Woiwodschaft Ermland-Masuren gilt als ein technisches Bauwerk von Weltgeltung. Die Besonderheit der Wasserstraße besteht darin, dass die Schiffe ganz selbstverständlich auch über Land fahren. Bildrechte: IMAGO
Schiff wird ueber Land gezogen auf dem Oberlandkanal in Polen.
Gemächlich gleiten sie über Wiesen und sanfte Hänge, ehe sie wieder ins Wasser eintauchen. Eine fast surreal anmutende Szenerie ... Bildrechte: IMAGO
Die Kleinstadt Elbing am Oberländischen Kanal
In der Stadt Elbing nimmt die berühmte Wasserstraße ihren Anfang. Bildrechte: dpa
Ermland, Buchwalde Fahrt auf dem Oberländischen Kanal nach Elblag.
Der Oberlandkanal, der auf rund 50 Kilometern mit Hilfe von Schleusen und Schienenwegen einen Höhenunterschied von etwa 100 Metern überwindet, verbindet Westmasuren mit dem Frischen Haff an der Ostsee. Insgesamt eine Strecke von gut 200 Kilometern. Die Schiffe durchqueren auf ihrer Reise Seen, den Kanal selbst und manchmal geht es halt auch über Land. Bildrechte: IMAGO
Schiffe werden ueber Land gezogen auf dem Oberlandkanal in Polen.
Insgesamt müssen die Schiffe fünf Landpartien überwinden. Sie legen diese Abschnitte auf Schienen zurück. Bildrechte: IMAGO
Elblag Kanal 1947
Das in Europa einzigartige Bauwerk wurde vom Königsberger Ingenieur Georg Steenke ersonnen und ab 1844 errichtet. 16 Jahre dauerten die Arbeiten. Nach der Eröffnung des Kanals konnten Holz und landwirtschaftliche Produkte zuverlässig an die Häfen der Ostsee befördert werden. (Im Bild: Schleusentor am Oberlandkanal 1947) Bildrechte: dpa
Elblag Kanal 1947
Durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes in Ostpreußen verlor der Oberlandkanal ab den 1920er-Jahren rasch an Bedeutung. (Im Bild: Ausgetrockneter Oberlandkanal 1947) Bildrechte: dpa
Buchwalde Fahrt auf dem Oberländischen Kanal nach Elblag
Seit 1927 verkehren auf dem Oberlandkanal nur noch die Ausflugsdampfer der "Weißen Flotte". Für die Touristen sind natürlich die Fahrten über Wiesen und Hügel am beeindruckendsten.
(Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: MDR um 4 | 23.02.2015 | 16:00 Uhr.)
Bildrechte: IMAGO
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