HEUTE IM OSTEN | Wir und der Osten Europas

Polen

Osteuropa

Spendenaktion: Polens coolste Nonnen rocken mit "Pinguin-Tanz" das Internet

Sie tanzen, boxen und kochen – für einen guten Zweck. Polnische Ordensschwestern haben mit einem Video-Clip eine Spendenwelle in Millionenhöhe ausgelöst. Jetzt bauen sie ein neues Wohnheim für Jungen mit Handicap.

Polnische Ordenssschwestern aus der Gemeinde Broniszewic feiern den Welt-Pinguin-Tag.
In Polen werden Nonnen aufgrund ihres Dresscode gerne auf die Schippe genommen. So werden Ordensschwestern wegen ihrer Tracht als "Pinguine" belacht. Aber das stecken diese Dominikanerinnen aus der kleinen Gemeinde im polnischen Broniszewic bei Posen humorvoll weg und feiern den Welt-Pinguin-Tag am 25. April. Bildrechte: Arek Dygras/ domchlopakow.pl
Polnische Ordenssschwestern aus der Gemeinde Broniszewic feiern den Welt-Pinguin-Tag.
In Polen werden Nonnen aufgrund ihres Dresscode gerne auf die Schippe genommen. So werden Ordensschwestern wegen ihrer Tracht als "Pinguine" belacht. Aber das stecken diese Dominikanerinnen aus der kleinen Gemeinde im polnischen Broniszewic bei Posen humorvoll weg und feiern den Welt-Pinguin-Tag am 25. April. Bildrechte: Arek Dygras/ domchlopakow.pl
Polnische Ordenssschwestern aus der Gemeinde Broniszewic als tanzende Pinguine.
Um Spenden für den Neubau eines Heims für Jungen mit Handicap zu sammeln, postete Schwester Eliza Małgorzata Myk zum Welt-Pinguin-Tag 2017 spaßeshalber ein 10-Sekunden Video auf Facebook, auf dem sie mit ihrer Kollegin Regina, wie Pinguine durch den Flur watscheln. Bildrechte: Eliza Malgorzata Myk/Screenshot Video
Polnische Ordenssschwestern aus der Gemeinde Broniszewic feiern den Welt-Pinguin-Tag.
Seit dem Hollywood-Film "Sister Act" wissen wir, wie kreativ Nonnen sein können. Die Ordensschwestern aus Broniszewic sind übrigens nicht die Einzigen. Auch andere Nonnen treten in ihre Fußstapfen: Sie tanzen, boxen und kochen – für den guten Zweck. Bildrechte: Arek Dygras/ domchlopakow.pl
Nonnen boxen
Im katholischen Polen ist ein regelrechter Hype um die himmlischen Frauen ausgebrochen. Die "Pinguin-Aktion" diente als Steilvorlage auch für diese sportlichen Kapuzinerinnen im vergangenen Monat. Ziel ihrer Videoaktion war, 100.000 Euro Spenden zu sammeln, um ein Waisenhaus im polnischen Siennica zu restaurieren. Die Frauen trainierten übrigens zu dem Sound von "Eye of the Tiger". Bildrechte: Siostry Kapucynki Najświętszego Serca Jezusa/Facebook
Cover: Die polnische Schwester und Kochbuch-Bestsellerautorin Anastazja Pustelnik
Schwester Aniela (Anastazja Pustelnik) wiederrum begeistert ganz Polen mit ihrer Kochkunst. Die Ordensfrau verkauft seit 15 Jahren fleißig Kochbücher. Ein echter Verkaufsschlager mit vier Millionen verkauften Exemplaren. Sie kochte auch schon für Papst Johannes Paul II. Bildrechte: Wydawnicto WAM/ Foto: Dariusz Kobucki (Screenshot)
Polnische Ordenssschwestern aus der Gemeinde Broniszewic feiern den Welt-Pinguin-Tag.
Immer weiter gehen Spenden ein für das Pinguin-Projekt der Dominikanerinnen in Broniszewic. Das Geld ist gedacht für "ihre" Söhne, wie die Frauen in unzähligen Kommentaren selbst sagen. Das zeigen sie auch gerne, wie bei dieser Fotosession: "Cudownie jest miec synow" was soviel bedeutet wie "Es ist wunderbar, Söhne zu haben". Bildrechte: Arek Dygras/ domchlopakow.pl
Polnische Ordenssschwestern aus der Gemeinde Broniszewic erobern mit ihrem  - Pinguin-Projekt - das Netz
Dieses "Pinguin-Video" wurde zum wahren Internet-Hit und Kassenschlager obendrauf. Der Clip wurde rund 140.000 Mal geklickt. Die katholischen Frauen haben seit der Veröffentlichung rund 5 Millionen Zloty, umgerechnet also eine Million Euro gesammelt. Bildrechte: Eliza Malgorzata Myk
Polnische Ordenssschwestern aus der Gemeinde Broniszewic erobern mit ihrem  - Pinguin-Projekt - das Netz
Auch polnische Medien wurden auf die Power-Frauen aus der Kirche aufmerksam. Ob im Frühstücksfernsehen, Talkshow oder im Radio - die Dominikanerinnen jetten neben ihrem Fulltime-Job im Heim von einem Termin zum anderen. Bildrechte: Eliza Malgorzata Myk
Facebook Screenshot
Ihr Geheimnis: Einfache und traditionelle Rezepte und Zutaten wie "Knoblauch, Salz und Pfeffer". Auf Youtube und im TV ist die himmlische Köchin auch ein Star. Bildrechte: religia TV/Facebook Screenshot
Polnische Ordenssschwestern aus der Gemeinde Broniszewic erobern mit ihrem  - Pinguin-Projekt - das Netz
Die Tage sind gezählt bis zur Fertigstellung ihres "Babys". Da packt Schwester Eliza beim Bau gerne mit an – Sie postet auch fleißig Fotos auf sozialen Netzwerken und hält ihre Follower auf dem Laufenden. Daumen hoch dafür! Bildrechte: Eliza Malgorzata Myk
Polnische Ordenssschwestern aus der Gemeinde Broniszewic erobern mit ihrem  - Pinguin-Projekt - das Netz
Die insgesamt 17 Ordensschwestern betreuen aktuell 56 Jungen mit Handicap. Das jüngste Kind ist zwei Jahre alt. Die Frauen arbeiten im 24-Stunden-Dienst. Bildrechte: Eliza Malgorzata Myk
Polnische Ordenssschwestern aus der Gemeinde Broniszewic erobern mit ihrem  - Pinguin-Projekt - das Netz
Im Sommer werden die Pflegekinder in ihr neues Heim "Dom Chłopców “ umziehen. An alles ist gedacht: Das Haus wird ausgestattet mit neuen Reha-Geräten, behindertengerechten Badezimmern und Betten. Bildrechte: Eliza Malgorzata Myk
Polnische Ordenssschwestern aus der Gemeinde Broniszewic erobern mit ihrem  - Pinguin-Projekt - das Netz
Die Vorfreude auf das neue Zuhause ist groß bei den jungen Heimbewohnern. Stolz posiert hier Adrian vor seiner neuen Fototapete in seinem zukünftigen Kinderzimmer. Er ist nämlich großer Militär-Fan! Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: MDR um 4 | 22.03.2016 | 16:00 Uhr Bildrechte: Eliza Malgorzata Myk
Alle (13) Bilder anzeigen

Turkmenistan

Osteuropa

Der verrückte Herrscher, der sogar die Sterne umbenannte

Der einstige turkmenische Herrscher Saparmurat Nijasow war einer der verrücktesten Herrscher im Osten: Er ließ eine Stadt aus Gold und Marmor errichten, gab den Sternen neue Namen und ließ sich zum Propheten ausrufen.

Saparmurat Niyasow
Saparmurat Nijasow, der sich selbst "Turkmenbaschi", Herr aller Turkmenen, nannte, ist einer der schrillsten Diktatoren Osteuropas gewesen. Er ließ eine Stadt aus Gold und Marmor in der Wüste errichten, schrieb ein Buch, dass alle Turkmenen auswendig lernen mussten, gab den Sternen neue Namen und ließ sich am Ende seines Lebens zum Propheten ausrufen. Bildrechte: IMAGO
Saparmurat Niyasow
Saparmurat Nijasow, der sich selbst "Turkmenbaschi", Herr aller Turkmenen, nannte, ist einer der schrillsten Diktatoren Osteuropas gewesen. Er ließ eine Stadt aus Gold und Marmor in der Wüste errichten, schrieb ein Buch, dass alle Turkmenen auswendig lernen mussten, gab den Sternen neue Namen und ließ sich am Ende seines Lebens zum Propheten ausrufen. Bildrechte: IMAGO
Turkmenbaschi Nijasow
Saparmurat Nijasow, 1940 geboren, war in den 1980er-Jahren Moskaus Statthalter in der Sozialistischen Sowjetrepublik Turkmenistan. 1990 war er sogar Mitglied des Politbüros der KPdSU geworden. Nach dem Zerfall der UdSSR führte Nijasow die Republik in die Unabhängigkeit. Aus der Kommunistischen Partei machte Nijasow die Demokratische Partei Turkmenistans. Er ließ sich zum Parteichef und Staatspräsidenten wählen. Mitte der 1990er-Jahre ließ sich der Turkmenbaschi zum "Präsidenten auf Lebenszeit" ausrufen. Bildrechte: IMAGO
Präsident Saparmurat Niyazov (TKM) anlässlich einer Parade in Aschgabat
Eine Opposition gab es in Turkmenistan nicht, eine freie Presse ebensowenig. Kritiker des Regimes waren geflohen oder saßen im Gefängnis. Die Herrschaft des Turkmenbaschi war vollkommen. (Im Bild: Der Diktator auf einer Parade in der Hauptstadt Aschgabad.) Bildrechte: IMAGO
Saparmurat Niyazo
Der Turkmenbaschi, der sich gern auch "Diamantenkranz des Volkes" nannte, war allgegenwärtig: Sein Konterfei war auf den Geldscheinen abgedruckt und diente auch als Logo des Staatsfernsehens. (Im Bild: Der Turkmenbaschi während eines Urlaubs am Kaspischen Meer.) Bildrechte: IMAGO
Turkmenbaschi Nijasow
Aber nicht nur gewöhnliche Dinge regelte der Turkmenbaschi selbst. Auch den Kalender bearbeitete er kreativ: Dem Monat April gab er den Namen seiner Mutter, der September wurde von ihm umgetauft auf "Ruchnama". Die Namen April und September wurden aus dem Wortschatz komplett gestrichen. (Im Bild: Der Turkmenbaschi bei einer Teepause.) Bildrechte: IMAGO
Turkmenbaschi Nijasow und Wladimir Putin
Turkmenistan ist ein steinreiches Land - es verfügt über unermessliche Vorkommen an Erdöl und Erdgas. Die Vorkommen an Erdgas sollen die größten der Welt sein. So nahm es nicht Wunder, dass Staatschefs aller Länder gute Beziehungen zu Turkmenistan und seinem allmächtigen Herrscher anstrebten. (Im Bild: Der Turkmenbaschi mit Russlands Präsident Wladimir Putin.) Bildrechte: IMAGO
Palast mit Kuppel in Aschgabat, Turkmenistan
Des Turkmenbaschi kühnstes Projekt war die Errichtung einer neuen Hauptstadt, einer Stadt aus Gold und Marmor: Ashgabad. Bildrechte: IMAGO
Passanten an einer Bushaltestelle in Ashgabad
Nachdem sich der Turkmenbaschi das Rauchen abgewöhnt hatte, verfügte er, dass Rauchen in der Öffentlichkeit strengstens verboten sei. Und alles müsse sauber sein - die Straßen, Bushaltestellen und selbst private Autos müssten stets blitzblank sein. Bildrechte: IMAGO
Ruhnama Buch des Turkmenbaschi
Für seine Untertanen verfasste der Turkmenbaschi ein Buch, "Ruhnama", das Buch der Seele. Im "Ruhnama" steht etwa, dass die Turkmenen das Rad erfunden haben und das Tiere und Bäume sprechen können. Jeden Samstag mussten die Turkmenen das Buch studieren, es war Pflichtlektüre in den Schulen und sogar zur Führerscheinprüfung mussten Passagen daraus zitiert werden. (Im Bild: Die riesige "Ruhnama"-Statue in Ashgabad.) Bildrechte: IMAGO
Blick auf die Ashgabad Medical University
Der Turkmenbaschi äußerte in seinem Buch auch die Ansicht, dass die Turkmenen ein gesundes Volk seien und demzufolge keine Ärzte und Spitäler bräuchten. Im ganzen Land wurden daraufhin Krankenhäuser und Arztpraxen geschlossen. In einem gesonderten Erlass ließ der Turkmenbaschi Goldzähne verbieten. Sie würden einfach nicht zu den Turkmenen passen, erklärte er. (Im Bild: die Medizinische Akademie in Ashgabad.) Bildrechte: IMAGO
Ashgabad Kulturzentrum
Im "Buch der Seele" stehe alles drin, was die Turkmenen wissen müssten, befand der Turkmenbaschi und ließ kurzerhand sämtliche Bibliotheken, Buchläden und Verlage schließen. (Im Bild: Das Kulturzentrun in Ashgabad, zu Lebzeiten des Turkmenbaschi geschlossen.) Bildrechte: IMAGO
Straßenreiniger in einem Park
Obwohl Turkmenistan so reich war, lebte die Mehrzahl der Untertanen des Turkmenbaschi in Armut. Erschwerend kam hinzu, dass es eine gesundheitliche Betreuung nicht gab. Als der Turkmenbaschi seine Stadt aus Gold und Marmor errichten ließ, wurden Hunderte Menschen zwangsweise umgesiedelt. (Im Bild: Straßenfegerinnen in Ashgabad.) Bildrechte: IMAGO
Ashgabad Präsidentenpalast
Ein Palast aus Marmor und Gold: der Präsidentenpalast, errichtet zwischen 1994 und 1997 von einer französischen Firma. 80 Millionen Dollar soll die präsidiale Unterkunft gekostet haben. Bildrechte: IMAGO
Nyazow-Statue in Ashgabad
Immer der Sonne zugewandt: Damit kein Schatten auf das Gesicht des Turkmenbaschi fallen kann, dreht sich die zwölf Meter hohe Statue des "Herrschers aller Turkmenen" jeden Tag einmal um sich selbst. Bewacht wird die goldene Statue von Adlern, den Wappentieren Turkmenistans. In Auftrag gegeben hat die monumentale Plastik der Turkmenbaschi höchstselbst. Bildrechte: IMAGO
Turkmenbaschi Nijasow
Der Turkmenbaschi besaß auch ein eigenes Museum in der Hauptstadt Ashgabad. In ihm versammelte er vor allem Geschenke von Staatsoberhäutern, die Turkmenistan besucht hatten. Bildrechte: IMAGO
Turkmenbaschi Saparmurat Nijasow
In den späten Jahren seiner Regentschaft ließ sich der "Herr aller Turkmenen" auch noch zum Propheten ausrufen. (Im Bild: Wandgemälde mit dem Turkmenbaschi als Prophet in Ashgabad.) Bildrechte: IMAGO
Alle (19) Bilder anzeigen

Tschechien | Polen

Osteuropa

Tag des Bieres Baden im Pils: Die Bierkönige aus Osteuropa

Deutschland feiert 502 Jahre Reinheitsgebot. Die größten Biertrinker leben dennoch in Osteuropa. Tschechen trinken nicht nur gerne ein Pils, sondern baden sogar darin. Natürlich zu medizinischen Zwecken ...

Männer trinken im Biergarten Bier, Tschechien
Den unbestrittenen Weltmeistertitel beim Bierkonsum halten unsere tschechischen Nachbarn. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei gut 145 Litern pro Jahr. Die Deutschen kommen da "nur" auf 104 Liter pro Kopf. Bildrechte: IMAGO/CTK Photo
Pilsener Bier
Aus Tschechien stammt auch die Biersorte, die weltweites Vorbild ist - das Pilsner: golden, leicht trüb, vollmundig und herb. 73 Prozent aller Biere werden nach Pilsener Brauart hergestellt, behauptet jedenfalls die berühmte Brauerei "Pilsner Urquell". Bildrechte: IMAGO
Männer stoßen mit Biergläsern an
Doch neben dem weltbekannten Platzhirsch aus Pilsen sind inzwischen auch die vielen Kleinbrauereien des Landes wieder sehr gefragt - rund 350 an der Zahl. Und die brauen nicht nur Pilsner. Zurzeit wird Tschechien von einem regelrechten Hype um Craft Beer erfasst, also handgemachte Biere in teils außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen. Bildrechte: dpa
Bier in Tschechien
Doch die Zuneigung der Tschechen zum Bier zeigt sich nicht nur beim Trinken. Es gibt auch Menschen, die im Bier baden - natürlich zu rein medizinischen Zwecken! Denn Bier soll ja gesund sein und regelmäßiges Bierbaden sollen den "Kurgästen" einige Lebensjahre extra schenken. Bildrechte: Instagram/Gypsymegg
EM Polen - Frau hält - Polska-Schal - in der Hand
Doch es gibt noch eine weitere Biernation in Osteuropa. Getreu dem Motto "Above Average", also "über dem Durchschnitt" feiert sich auch Polen als Bierland. Beim Bierkonsum kommt es zwar "nur" auf Platz 4 in Europa, bei der Produktion aber auf Platz 3 - gleich hinter Deutschland und Großbritannien. Bildrechte: dpa
Bierflaschen
Nach Angaben von "Brewers of Europe" produzierte Polen 41,3 Millionnen Hektoliter Bier (Stand 2016). Der durchschnnittliche Kowalski in Polen trinkt 98 Liter Bier. Und das Auge trinkt bekanntlich mit, so auch bei den Polen. Das Schwarzbier "Karmi" aus Polen macht auch Werbung mit der spanischen Schauspielerin Penélope Cruz.  Bildrechte: IMAGO
Bierflaschen
Neben den bekannten polnischen Biermarken wie Żywiec, Okocim, Lech, Tyskie oder Warka sind in Polen regionale Biersorten gefragter denn je. Und das kommt bei den Polen gut an. Rund 80 Prozent der Männer und die Hälfte der Frauen trinken regionales Bier "Made in Poland". Bildrechte: IMAGO
Robert Lewandowski hält Bierglas in der Hand
Ob nun deutsches, tschechisches oder polnisches Bier: Was am Ende des Tages zählt, ist eine perfekte Schaumkrone auf dem Bierglas oder aber auf dem Mund, wie bei Robert Lewandowski. Fehlt nur noch das polnische "Prost" zum Biergenuss: Na zdrowie!
Über dieses Thema berichtete der MDR auch im Hörfunk am 14.09.2016 | 10:54 Uhr.
Bildrechte: dpa
Männer trinken im Biergarten Bier, Tschechien
Den unbestrittenen Weltmeistertitel beim Bierkonsum halten unsere tschechischen Nachbarn. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei gut 145 Litern pro Jahr. Die Deutschen kommen da "nur" auf 104 Liter pro Kopf. Bildrechte: IMAGO/CTK Photo
Bundeskanzlerin Angela Merkel trinkt ein Bier
Da hilft auch ein "Prosit" der Bundeskalzlerin nicht. Die Deutschen sind nur Europameister im Biertrinken. Allerdings zählt hier der Gesamtverbrauch, also auch das, was Touristen in Deutschland wegpicheln. 85,5 Millionen Hektolitern Bier wurden 2016 in Deutschland ausgeschenkt. Bildrechte: IMAGO
Böttcher arbeiten am 06.04.2017 in der Pilsner Urquell Brauerei in Pilsen (Tschechien) an Bierfässern aus Holz
Angeblich reift in der Pilsner-Urquell-Brauerei auch heute noch Bier in kleinen Mengen nach traditioneller Methode in offenen Holz-Gärbottichen. Doch bei aller Tradition macht die Globalisierung auch vor dem Traditionshaus aus Pilsen nicht Halt - Ende 2016 wurde Tschechiens berühmteste Brauerei vom japanischen Konzern Asahi gekauft. Bildrechte: dpa
Hopfenernte mit Traktor
Grundlage für jedes gute Bier nach "Pilsener Brauart" ist natürlich der Hopfen. Kein Wunder, dass Tschechien der drittgrößte Hopfenproduzent der Welt ist. "Hopfen ist unser Gold", meinte das Tschechische Fernsehen jüngst, und überhaupt ist die Bierbranche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Land. Bildrechte: IMAGO/Schöning
Hopfenverarbeitung in der Zatec Brauerei
Der berühmteste Hopfen des Landes kommt aus dem nordböhmischen Žatec. Entsprechend pompös wird dort die Hopfenernte gefeiert, und das bereits seit 1957. Es ist eines der ältesten Hopfenfeste in Tschechien. Bildrechte: dpa
Bier in Tschechien
Das gesamte Stadtzentrum in Žatec verwandelt sich dann Anfang September während der Hopfenernte in eine große Partyzone mit reichlich Biertheken. Eines der Erkennungszeichen der Bierfreunde von Žatec darf dabei auf keinen Fall fehlen: der Haarschmuck aus echtem Žatecer Hopfen. Bildrechte: Instagram/Petrashenkovictoria
Mann hält Bierglas in der Hand
Diesen Trend nehmen polnsiche Öko-und Regionalbrauereien wie z.B. die Brauerei "Browar Jagiełło" aus dem 1.600 Seelendorf Pokrówka mit. Ihr Geheimrezept: Bitterer und aromatischer Hopfen aus regionalen Kulturen. Die Brauerei verwendet 100 Prozent Malz ohne Zusatzstoffe, um ihr Öko-Bier zu brauen. Das Bier reift von 45 Tagen bis zu mehreren Monaten. Bildrechte: dpa
Alle (14) Bilder anzeigen

Ukraine: Feiern gegen den Krieg

Osteuropa

Wie ein Festival Normalität in die ukrainische Frontstadt Awdijiwka bringt

Anfang 2017 lieferten sich Separatisten und ukrainische Armee einen blutigen Kampf um die ostukrainsche Kleinstadt Awdijiwka. Die Häfte der Bewohner floh. Der Rest versucht sich heute an so etwas wie Normalität.

Festival Awdijiwka in der Ukraine
Dieses zerschossene Haus steht in Awdijiwka. Die Stadt liegt direkt an der Front in der Ostukraine. Das Donnern der Mörser gehört zum Alltag. 36.000 Menschen lebten hier zu Friedenszeiten. Jetzt sind es nur noch 23.000. Doch einige Enthusiasten versuchen die Menschen in der Stadt zu halten, u.a. mit einem Festival nur wenige hundert Meter von der Front entfernt. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Dieses zerschossene Haus steht in Awdijiwka. Die Stadt liegt direkt an der Front in der Ostukraine. Das Donnern der Mörser gehört zum Alltag. 36.000 Menschen lebten hier zu Friedenszeiten. Jetzt sind es nur noch 23.000. Doch einige Enthusiasten versuchen die Menschen in der Stadt zu halten, u.a. mit einem Festival nur wenige hundert Meter von der Front entfernt. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Auch der Künstler Alan Meyer ist extra aus Deutschland zum Festival nach Awdijiwka gekommen, um den Kindern das Malen beizubringen. Direkt an der Front versteht er seinen Unterricht als Therapie. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Das Festival bedeutet etwas Freude im Kriegsalltag der Menschen in Awdijiwka. Die Allgegenwärtigkeit der ukrainischen Sprache passt allerdings nicht jedem hier. So mancher nimmt dem Ehepaar Sawkewitsch das Festival in der prorussisch gesinnten Provinz sogar übel. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Mehr als 500 Gäste kamen zu "Awdijiwka FM", trotz latenter Lebensgefahr. Für die Veranstalter ein großer Erfolg. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Denn das Festival war auch ein Tanz auf Messers Schneide. Die Veranstaltung fand unter hohen Sicherheitsauflagen statt. Die Front liegt direkt hinter der Stadtgrenze. Gegen einen möglichen Raketenbeschuss hätten aber auch die bewaffneten Soldaten, die überall in der Stadt patroullierten, nichts ausrichten können. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Die Organisatoren des Festivals "Awdijiwka FM", Olexy (40) und Swetlana Sawkewitsch (39), können es kaum fassen. Sie haben das größte Kulturveranstaltung in der Geschichte ihrer Heimatstadt organisiert. Acht Monate haben sie dafür gebraucht. Die Englischlehrer zählen zu den bekanntesten Aktivisten in Awdijiwka.  Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Dass das Festival stattfindet ist ein kleines Wunder, auch wegen des imensen persönlichen Aufwands der Organisatoren. Wegen des Krieges in der Ostukraine gibt es kaum Arbeit in der Stadt. Olexy Sawkewitsch verdient sein Geld mit Privatunterricht und mit Übersetzungen. Ehrenamtlich planten seine Frau und er nebenbei das "Awdijiwka FM". Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Das war ein voller Erfolg. Künstler aus der ganzen Ukraine - etwa aus Kiew, Lwiw und Charkiw - kamen in die Kleinstadt, die heute noch direkt an der Front liegt. Hier lesen Schriftsteller und Dichter den Kindern ihre Werke vor - auf Ukrainisch. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Andernorts führt ein Theaterstudio aus Kiew ein modernes Stück für die Menschen in Awdijiwka auf, der Eintritt ist wie überall frei. Ukrainischsprachige Veranstaltungen sind eine große Seltenheit in dieser mehrheitlich russischsprachigen Region der Ostukraine.  Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Die Abwechslung soll die Menschen nach Jahren des Krieges auf andere Gedanken bringen. So bringt die Choreografin Irina Polunina aus Deutschland den Besuchern klassische Tänze bei. Schon nach zehn Trainingsstunden zeigen die Menschen ihr Können auf der Bühne. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Die traumatisierten Kinder brauchen eine Ablenkung, meint Meyer. Der Maler will den Kindern und Jugendlichen deshalb helfen, ihr schöpferisches Potential zu entfalten. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Organisatorin Swetlana Sawkewitsch meint aber: "Wenn der Osten und Westen des Landes früher so an einem Strang gezogen hätten, hätte es den Krieg vielleicht nie gegeben." Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Ein Raketenangriff aus dem Separatistengebiet heraus hätte viele Opfer fordern können. Der Platz vor dem Kulturhaus ist nahezu ungeschützt und von "drüben" gut einsehbar. Die Demarkationslinie ist nicht weit entfernt, sie verläuft hinter dem Wald am Horizont. Aber nur dieser Platz bietet genug Fläche für alle Gäste. Das Feld rechts neben der Kirche ist übrigens vermint. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Die Festival-Organisatoren Olexy und Swetlana versuchen mit allen Mitteln, die Menschen in ihrer Heimatstadt zu halten. Die Familie organisiert immer neue Kulturveranstaltungen, auch bei sich zuhause. Hier tritt eine Band aus Kiew in ihrem Wohnzimmer auf. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Festival Awdijiwka in der Ukraine
Swetlana Sawkewitsch und ihr Ehemann Olexy wollen weiter um ihre Heimatstadt kämpfen: "Ohne unser Engagement stirbt sie aus. Die Menschen hier sind depressiv und fühlen sich von allen vergessen. Awdijiwka ist nur aus den traurigen Front-Nachrichten bekannt. Alle haben Mitleid mit uns. Und wir wollen uns für Awdijiwka nicht mehr schämen! Es reicht."
Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im:
TV | 17.11.2017 | 17.45 Uhr
Bildrechte: MDR/Roman Schell
Alle (15) Bilder anzeigen

Meist geklickt

Osteuropa

Schild mit kyrillisch geschriebenen Daten zur Strahlenbelastung an einer Straße. Im Hintergrund einige Häuser.
Im ehemaligen Dorf Babtschyn befindet sich der Stützpunkt der Experimentierzone, die 1998 eingerichtet wurde. 0,57 Mikrosievert pro Stunde beträgt die durchschnittliche Strahlung hier - fast das Dreifache der durchschnittlichen Strahlungsbelastung in Deutschland. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Web-Clips

Putin mit zwei Hunden im Schnee
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Putin mit zwei Hunden im Schnee
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK