Russland vernichtet seine letzten Chemiewaffen

Russland hat am Mittwoch die letzten Reste seines einstigen Riesenarsenals an Chemiewaffen vernichtet. Putin fordert nun die USA dazu auf, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und ebenfalls die Chemiewaffen zu zerstören.

Russland hat seine letzten Chemiewaffen vernichtet. Wie die Agentur Ria Nowosti berichtet, sei in einer Fabrik in Kisner in der zentralrussischen Republik Udmurtien auch das letzte Kilogramm der verbliebenen 40.000 Tonnen chemischer Kampfstoffe unschädlich gemacht worden. Sie befanden sich in zwei Artilleriegeschossen und stammten noch aus Sowjetzeiten.

Einst größtes Chemiewaffen-Arsenal

Russland hatte einst das weltweit größte Arsenal an chemischen Kampfstoffen. Laut Angaben der Föderalen Behörde zur sicheren Lagerung und Zerstörung chemischer Waffen, die für die Aktion zuständig war, sei von der Vernichtung weder eine Gefahr für die Natur noch für die Anwohner ausgegangen.

Mehr als 150 Länder haben sich verpflicht

Russland hatte im Jahr 1997 die Konvention zur Ächtung von Chemiewaffen unterzeichnet. Darin verpflichten sich mehr als 150  Länder, ihre Arsenale vollständig zu zerstören. Eigentlich habe Russland laut dem Vorsitzenden der staatlichen Kommission zur Chemiewaffen-Abrüstung, Michail Babitsch, bis Ende 2018 Zeit dafür gehabt. In Absprache mit Präsident Wladimir Putin habe man sich aber für einen früheren Zeitpunkt entschieden.

Die USA im Verzug

Diese Aussage ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn eigentlich sah die Anti-Chemiewaffen-Konvention vor, dass alle Länder ihre Arsenale bis 2012 vernichten. Unter anderem haben Russland und die USA diesen Termin nicht eingehalten. Moskau hat sein Versprechen nun eingelöst. Es fehlen die USA, die laut Schätzungen noch immer mehrere tausend Tonnen Nervengas lagern. Zudem sind noch der Irak, Libyen und Syrien offiziell mit C-Waffen bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) gemeldet.

(ele)

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 08.04.2017 | 22:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2017, 17:16 Uhr