Ungarn - die stille Revolution

Die stille Revolution

Systemwechsel

Vom "Gulaschkommunismus" zur Demokratie

Aufgrund schrittweiser Reformen seit den 1970er Jahren – Stichwort: "Gulaschkommunismus" - konnte der Systemwechsel in Ungarn friedlich und auch ziemlich rasch erfolgen. Es war eine überaus "stille Revolution".

Österreichs Außenminister Alois Mock (l.) und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn (r.) durchtrennen im am 27. Juni 1989 den Eisernen Vorhang.
Ein Schnitt veränderte die Welt: Der Eiserne Vorhang zwischen Ost und West bekam Löcher. Alois Mock, Außenminister von Österreich, und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn durchtrennten am 27. Juni 1989 den Stacheldraht an der österreichisch-ungarischen Grenze. Bereits Anfang Mai 1989 hatte Ungarn begonnen, die Grenzsperren nach Österreich abzubauen. Die Begründung: Die Grenzzäune wären alt und verrostet. Die UdSSR wollte aber keinen neuen liefern und Ungarn kein Geld mehr dafür ausgeben. Warum auch? Seit 1988 hatten die Ungarn Reisefreiheit. - Das Bild selbst war freilich gestellt: Als Horn und Mock den Zaun durchschnitten haben wollen, gab es zwischen Ungarn und Österreich schon gar keinen mehr, es musste vielmehr für das "historische" Foto ein neuer gezogen werden. Bildrechte: dpa
Österreichs Außenminister Alois Mock (l.) und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn (r.) durchtrennen im am 27. Juni 1989 den Eisernen Vorhang.
Ein Schnitt veränderte die Welt: Der Eiserne Vorhang zwischen Ost und West bekam Löcher. Alois Mock, Außenminister von Österreich, und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn durchtrennten am 27. Juni 1989 den Stacheldraht an der österreichisch-ungarischen Grenze. Bereits Anfang Mai 1989 hatte Ungarn begonnen, die Grenzsperren nach Österreich abzubauen. Die Begründung: Die Grenzzäune wären alt und verrostet. Die UdSSR wollte aber keinen neuen liefern und Ungarn kein Geld mehr dafür ausgeben. Warum auch? Seit 1988 hatten die Ungarn Reisefreiheit. - Das Bild selbst war freilich gestellt: Als Horn und Mock den Zaun durchschnitten haben wollen, gab es zwischen Ungarn und Österreich schon gar keinen mehr, es musste vielmehr für das "historische" Foto ein neuer gezogen werden. Bildrechte: dpa
Eine Mutter und ihr Kind schlafen in einem Trabbi
Ausreisewillige DDR-Bürger wie diese Mutter mit ihrer Tochter campieren im August 1989 in ihren Autos vor der bundesdeutschen Botschaft in Budapest. Sie warten wie viele Tausende andere DDR-Bürger auf eine Ausreisemöglichkeit in den Westen. Bildrechte: dpa
Massenflucht von DDR-Bürgern über Österreich
Am 19. August 1989 fand ein sogenanntes "Europa-Picknick" bei Sopron statt. Für drei Stunden sollte symbolisch das Grenztor nach Österreich geöffnet werden. Ungarn war kurz zuvor der Genfer Flüchtlingskonvention beigetreten und konnte nun gegenüber der DDR argumentieren, dieser internationale Vertrag wiege schwerer als eine zweiseitige Vereinbarung, die Ungarn eigentlich verpflichtete, die Fluchtwilligen an die DDR auszuliefern. Bildrechte: dpa
DDR-Flüchtlinge mit ihren Kindern gehen durch das geöffnete Grenztor
Unter den DDR-Bürgern in Ungarn hatte sich die mit Flugblättern beworbene Veranstaltung wie ein Lauffeuer herumgesprochen. Mehr als 600 Ausreisewillige aus dem Osten Deutschlands nutzten die Gunst der Stunde und schlüpften durch die offene Grenze in den Westen. Nach dem paneuropäischen Picknick verschärfte die ungarische Regierung die Bewachung seiner Westgrenze zunächst wieder, um die Genossen in der DDR nicht noch weiter zu provozieren. Bildrechte: dpa
Eine Frau kratzt das DDR-Autokennzeichen von der Heckscheibe
Vorbereitung auf das Leben im Westen: Das DDR-Schild wird abgekratzt. Bildrechte: dpa
Ein Flüchtling zeigt seinen Ausweis durch die Autoscheibe
Am 11. September 1989 ließ Außenminister Gyula Horn offiziell die Grenze zu Österreich feierlich öffnen. In Ungarn ausharrenden DDR-Bürger konnten nun ungehindert aus Ungarn in den Westen ausreisen. 12.000 von ihnen nutzten umgehend diese Gelegenheit. (Foto: Der Ost-Berliner Gastwirt Gerhard Meyer zeigt am Kontrollpunkt seinen Personalausweis vor.) Bildrechte: dpa
Alle (6) Bilder anzeigen
Österreichs Außenminister Alois Mock (l.) und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn (r.) durchtrennen im am 27. Juni 1989 den Eisernen Vorhang.
Ein Schnitt veränderte die Welt: Der Eiserne Vorhang zwischen Ost und West bekam Löcher. Alois Mock, Außenminister von Österreich, und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn durchtrennten am 27. Juni 1989 den Stacheldraht an der österreichisch-ungarischen Grenze. Bereits Anfang Mai 1989 hatte Ungarn begonnen, die Grenzsperren nach Österreich abzubauen. Die Begründung: Die Grenzzäune wären alt und verrostet. Die UdSSR wollte aber keinen neuen liefern und Ungarn kein Geld mehr dafür ausgeben. Warum auch? Seit 1988 hatten die Ungarn Reisefreiheit. - Das Bild selbst war freilich gestellt: Als Horn und Mock den Zaun durchschnitten haben wollen, gab es zwischen Ungarn und Österreich schon gar keinen mehr, es musste vielmehr für das "historische" Foto ein neuer gezogen werden. Bildrechte: dpa

Demokratie

Heiße Phase des Wahlkampfes in Ungarn 1 min
Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
Mann 2 min
Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv

Die Ungarn haben 1990 gewählt. Vorn liegt das "Ungarische Demokratische Forum". Aber da sie die absolute Mehrheit verfehlten, wird es Stichwahlen geben.

Mo 26.03.1990 19:30Uhr 01:31 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video224910.html

Rechte: Deutsches Rundfunkarchiv

Video