Empfehlungen Was läuft im Theater? – Die besten Aufführungen für Chemnitz, Zwickau und das Erzgebirge im November

Die Spielpläne der Theaterhäuser rund um Chemnitz bieten im November 2022 einige Programm-Highlights. In Chemnitz erzählen Vertragsarbeiterinnen aus Vietnam aus ihrem Leben, im Erzgebirge wird eine Geschichte über das Sterben und das richtige Leben erzählt und in Zwickau gibt es Märchen mit wunderbaren Melodien. In dieser Übersicht finden Sie eine Auswahl der spannendsten Inszenierungen auf Sachsens Bühnen.

Drei Bilder nebeneinander: Freuen schauen auf eine Puppe, ein Mann hockt auf einer Bühne und eine rothaarige steht auf einer blauen Bühne.
Dokumentarisches Puppentheater, Komödie mit Tiefgang und märchenhafte Oper gibt es im November rund um Chemnitz Bildrechte: Theater Chemnitz - Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz - Theater Plauen-Zwickau

Für Sehnsüchtige: "Rusalka" am Theater Plauen-Zwickau

Es gehört zu den wichtigsten Märchen der europäischen Literatur: Eine Meerjungfrau verliebt sich in den Prinzen und versucht alles, um in seiner Welt zu bestehen. Der Komponist Antonín Dvořák hat diese Geschichte in "Rusalka" wunderbar in Töne gesetzt und das Theater Plauen-Zwickau hat sich dieses Werk nun vorgenommen. Auf der Bühne prallen die beiden Welten bildstark aufeinander: zum einen das kantige Interieur des Palastes und auf der anderen die blaue Fantasiewelt der Unterwasserwesen. Auch stimmlich und musikalisch kann die Produktion überzeugen. "Den 1901 uraufgeführten Stoff hat Horst Kupich modern, aber zugänglich, ohne elitäre Verstiegenheiten als Märchen inszeniert, das bis heute fesseln, unterhalten, nachdenklich machen und, wie einige Zuschauerinnen nach der Premiere bekundeten, auch zu Tränen rühren kann. Viel mehr kann man von einer Oper nicht verlangen", meint Torsten Kohlschein von der "Freien Presse". 

Eine Frau mit roten Haaren sitzt auf einer Bühne voller blauer Bälle.
Das Bühnenbild zeigt die unterschiedlichen Welten in "Rusalka" Bildrechte: André Leischner

Weitere Informationen Das Lyrishce Märchen "Rusalka" von Antonín Dvořák wird in tschechisch gesungen mit deuten Übertiteln.

Termine:
4. November, 19.30 Uhr im Zwickauer Gewandhaus
5. November, 19.30 Uhr im Zwickauer Gewandhaus
12. November, 19.30 Uhr im Vogtlandtheater Plauen
27. November, 16 Uhr im Zwickauer Gewandhaus

Für Provinzielle mit Humor: "Die lustigen Weiber von Windsor" am Mittelsächsischen Theater

Hier wird die ganze Kleinstadt auf den Kopf gestellt: Otto Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor" sind die musikalische Umsetzung der Shakespeare-Komödie "Falstaff" über eben jenen Mann, der die Frauen verführen will und dabei zwischen die Fronten gerät. Am Mittelsächsischen Theater hat der ehemalige Sänger und neue Intendant Sergio Raonic Lukovic die Geschichte optisch ganz zeitlos inszeniert, doch gleichzeitig zeigt die Probleme auf, die bis heute wirken: Wer ist hier das Opfer – der Verführer oder die Frauen, die ihn vorführen? Auch musikalisch legt Attilo Tomasello vieles frei, von Donizetti bis Wagner. "Das Opernhaus also als der Ort, in der sich die Gesellschaft einer Kleinstadt kritisiert, verunsichern lässt, kommentiert, therapiert und vor allem sich ständig gegenseitig beobachtet. Insofern sind 'Die Lustigen Weiber von Windsor' als Eröffnung auch ein Statement zur Tradition und zur Funktion eines Stadttheaters", beobachtet MDR KLASSIK-Opernkritiker Bernhard Doppler. 

Weitere Informationen Die Spieloper "DIe lustigen Weiber von Windsor" von Otto Nicolai

Dauer: 150 Minuten, eine Pause

Termine:
16. November, 19 Uhr in Freiberg
26. November, 19.30 Uhr in Döbeln

Für Klassiker-Freunde: "Der Schimmelreiter" am Theater Chemnitz 

Hauke Haien arbeitet sich hoch und will mit einem Deich neues Land bestimmen, die Natur verändern. Doch die Natur scheint zurückzuschlagen. Der erfahrene Figurentheatermacher Markus Joss hat sich die Novelle von Theodor Storm vorgenommen und auf die Bühne des Theaters Chemnitz gebracht. Aus einem großen Buch wird die Geschichte vorgelesen. Doch die Inszenierung verliert sich nicht im Sprachduktus des Originals: Auf einer Spielfläche bewegt das Ensemble vier Gliederpuppen, die die Familie darstellen ebenso wie die Tierfiguren, die geisterhaft durch den Theaterraum fliegen. Die Inszenierung schafft den Spagat, den Klassiker zeitgemäß zu erzählen, aber dabei trotzdem Lust auf das Original zu wecken. 

Szene aus 'Der Schimmelreiter' beim Figurentheater in Chemnitz
"Der Schimmelreiter" in Chemnitz macht Lust auf das Original – weil es nicht angestaubt ist. Bildrechte: Nasser Hashemi

Weitere Informationen Markus Joss Bühnenadaption von "Der Schimmelreiter" von Theodor Storm 

Dauer: 120 Minuten, eine Pause 

Termin: 
3. November, 10 Uhr 

Für Lebenslustige: "Ruhe! Hier stirbt Lothar" am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz

Lothar hat seinen Frieden mit dem Tod gemacht. Er hat seine Firma für marokkanische Fließen verkauft, seinen Reichtum an ein Tierheim vermacht und seinen Hund in vermeintlich gute Hände gegeben. Doch dann kommt die Diagnose: Er hat doch keinen Krebs und soll das Sterbehospiz bitte bald verlassen. Ein Zurück ins alte Leben ist nicht mehr möglich, denn Lothar hat sich in eine tatsächliche Krebspatientin verliebt, die das komplette Gegenteil des Misanthropen ist. Schauspielerisch spielt das Ensemble des Winterstein-Theaters zwar nicht unbedingt im Olymp, doch Ralf Hocke inszeniert das Stück „Ruhe! Hier stirbt Lothar“ von Ruth Toma nach ihrem gleichnamigen Fernsehfilm konzentriert und solide, sodass die Geschichte durchaus verfängt, unterhält und berührt. 

EIn Mann hockt auf der Bühne des Winterstein-Theaters und starrt ins Leere.
Lothar muss plötzlich einen Weg zurück ins Leben finden. Bildrechte: Dirk Rückschloß/Pixore Photography

Weitere Informationen "Ruhe! Hier stirbt Lothar" von Ruth Toma nach dem gleichnamigen Fernsehfilm

Dauer: 90 Minuten, keine Pause

Termine:
4. und 13. November, jeweils 19.30 Uhr

Für gute Zuhörer: "So glücklich, dass du Angst bekommst" am Theater Chemnitz 

Lange blieben sie unsichtbar: Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter, die aus Vietnam in die DDR kamen. Selbst nach der Wiedervereinigung versuchten sie meist unter dem Radar zu bleiben und so wissen die wenigsten um diese Schicksale. Miriam Tscholl, die ehemalige Leiterin der Dresdner Bürgerbühne und somit sehr erfahren in der Arbeit mit Laien auf der Theaterbühne, hat drei Frauen eingeladen, ihre Geschichten zu erzählen. Es sind Geschichten, die rühren und die erschrecken. Jeder sollte diese Stimmen hören. 

Szene aus Theaterstück >>So glücklich, dass du Angst bekommst<<
In Chemnitz erzählen ehemalige Vertragsarbeiterinnen von ihrem Leben. Bildrechte: Dieter Wuschanski

Weitere Informationen "So glücklich, dass du Angst bekommst" – Geschichten von Chemnitzer Frauen aus Vietnam 

Dauer: 105 Minuten ohne Pause 

Termin: 
6. November, 18 Uhr 

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 07. April 2021 | 10:15 Uhr

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