
Empfehlungen Theater in Magdeburg und Eisleben: Die besten Stücke im April 2025
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03. April 2025, 17:07 Uhr
Erleben Sie tolle Highlights im Theater in Sachsen-Anhalt: In Magdeburg hat die Regie-Legende Andreas Kriegenburg inszeniert. Außerdem gibt es eine neue, witzige Version von Salome. In Dessau erzählt Rufus Beck allein Jules Vernes Geschichte über eine Reise zum Mond. Entdecken Sie unsere monatlich aktualisierten Theater-Tipps für April 2025 – mit aktuellen Terminen und Adressen, damit Sie kein Highlight verpassen!
Inhalt des Artikels:
Schauspiel-Solo in Dessau: "Von der Erde zum Mond" mit Rufus Beck
Science-Fiction, die vor mehr als 150 Jahren geschrieben wurde, hat schon etwas Komisches an sich: In "Reise von der Erde zum Mond" will sich ein Mensch mit einer Kanone auf den Mond schießen lassen. Tatsächlich hat Jules Verne in seinem Roman erstaunlich vieles richtig vorhergesagt. Auch dass Privatmenschen sich um die Raumfahrt bemühen, erschien lange Zeit ja komplett unmöglich. Wie gut der Literaturklassiker über Gigantismus amerikanischer Prägung immer noch unterhalten kann, beweist der Ausnahmeschauspieler Rufus Beck mit seinem Solo. Mit nur wenigen Projektionen und Kostümteilen sowie der richtigen Musik haucht er der Geschichte geschickt Leben ein. Wie Markus Küper in den "Westfälischen Nachrichten" schreibt, lebt der Abend vor allem von der bemerkenswerten Wandlungsfähigkeit von Rufus Beck, der immer wieder in neue Rollen schlüpft und jeder Figur einen eigenen Sound verleiht. Am Ende ist man vielleicht sogar gewillt, dieses größenwahnsinnige Projekt, jemanden mit einer Kanone auf den Mond zu schicken, zu unterstützen.
Weitere Informationen
"Von der Erde zum Mond"
Theaterabend mit Rufus Beck nach dem Roman von Jules Verne
Adresse:
Anhaltisches Theater
Friedensplatz 1a
06844 Dessau-Roßlau
Termine:
23. April, 19:30 Uhr
Schauspiel in Magdeburg: Andreas Kriegenburg inszeniert "Timon von Athen"
Im Theater Magdeburg wird jeder Mensch herzlich begrüßt – und zwar durch den Herren selbst: Timon von Athen. Er ist ein reicher Mann, der es liebt, Feste zu feiern und andere an seinem Wohlstand teilhaben zu lassen. Doch obwohl sein Haus immer voll ist, erhält er keine Unterstützung, als er plötzlich vor der Pleite steht. So verwandelt er sich vom Menschenfreund zum Menschenhasser. "Timon von Athen" ist eines der selten gespielten Stücke von William Shakespeare – vermutlich auch, weil es voller Ungereimtheiten steckt und die Meisterschaft anderer Werke vermissen lässt. Dennoch hat sich Andreas Kriegenburg dieses Stück vorgenommen für seine Rückkehr nach Magdeburg – denn die ersten Schritte vor seinem großen Durchbruch in der Theaterwelt hat der Regisseur an der Elbe gemacht. Kriegenburg inszeniert den Text mit viel Klamauk, mit Witz und Selbstironie. So überwindet er auch die Ungereimtheiten, meint Kritiker Michael Laages bei "nachtkritik": "Auch mit den dramaturgischen Absonderlichkeiten ist dies ein grandioser und explosiver Shakespeare-Abend; Kriegenburg hält ihn mit dem wirklich fabelhaft aufgelegten Magdeburger Ensemble geschickt in der Schwebe zwischen Farce und Furor." Im April wird die Produktion zum letzten Mal gespielt.
Weitere Informationen
"Timon von Athen" von William Shakespeare
Adresse:
Schauspielhaus
Otto-von-Guericke-Straße 64
39104 Magdeburg
Dauer: 185 Minuten, eine Pause
Termine:
4. April, 19:30 Uhr
Schauspiel in Eisleben: "Die Nashörner" von Eugène Ionesco
Etwas greift um sich und immer mehr Menschen passen sich dieser Veränderung an. Sie verlieren alles Menschliche und werden brutal und träge: Sie werden zu Nashörnern. Der Büroangestellte Bérenger, ein Alter Ego des Autors, beobachtet das und muss sich immer mehr mit seiner Menschlichkeit dagegenstemmen. Mit seinem Stück wollte der italienische Dramatiker Eugene Ionesco, der Meister des Absurden Theaters, Ende der 50er-Jahre zeigen, wie sich die Übernahme durch den Faschismus angefühlt haben könnte. Das Menschliche soll plötzlich der rohen Gewalt weichen und alle sollen sich der Herde anschließen. Im Theater Eisleben hat Regisseur Michael Moritz einen eigenwilligen Zugang gefunden: Denn statt sich auf den Text zu verlassen, konzentriert er sich ganz auf das Körperliche. Das Ensemble murmelt den Text mehr, wenn sie sich tänzelnd über die Bühne bewegen. Das geht auf, meint die Kritikerin Grit-Beate Eisenberg in der "Mitteldeutschen Zeitung": "Der Zuschauer ist hin- und hergerissen. Der Puls geht hoch, fast schon kann er die Schweißperlen der Anstrengung auf seiner Stirn fühlen." Angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Welt gewinnt die Geschichte von Ionesco nochmal eine andere Relevanz.
Weitere Informationen
"Die Nashörner" von Eugène Ionesco
Adresse:
Theater Eisleben
Landwehr 5
06295 Lutherstadt Eisleben
Termine:
12. April, 19:30 Uhr
Tanztheater in Magdeburg: "Borgia" im Opernhaus
"Die Bilder in diesem Ballett sind von der ersten Minute an von enorm beeindruckender Intensität", schreibt der Kritiker Rolf-Dietmar Schmidt in der "Volksstimme". Der Magdeburger Ballettchef Jörg Mannes hat sich wieder eines eher ungewöhnlichen Themas angenommen: dem Leben von Rodrigo Borgia, der als Papst Alexander VI. starb. Dabei geht es dem Choreografen nicht darum, eine Biografie abzuarbeiten, sondern um die Machtspiele und Begierden, die dessen Lebensgeschichte prägten. Dafür rückt Mannes auch Giulia Farnese, die Geliebte des Papstes und geschickte Intrigantin, mit in den Mittelpunkt. Für seine Choreografie verbindet Mannes erneut klassisches Bewegungsmaterial mit modernen Ideen und unterlegt sein Stück mit ausdrucksstarker Musik. "Mit 'Borgia' ist Jörg Mannes und der Magdeburger Kompagnie erneut ein wirkliches Ballettereignis gelungen, das mit Sicherheit auch weit über die Grenzen Magdeburgs hinaus für Furore sorgen dürfte", fasst Kritiker Schmidt sein Erlebnis zusammen.
Weitere Informationen
"Borgia"
Ballett von Jörg Mannes mit Musik von Henryk Górecki, Dmitri Schostakowitsch und Philip Glass
Adresse:
Opernhaus
Universitätsplatz 9
39104 Magdeburg
Dauer: 120 Minuten, eine Pause
Termine:
4. April, 19:30 Uhr
12. April, 19:30 Uhr
19. April, 19:30 Uhr
Musiktheater in Magdeburg: "Salome" von Gerald Barry
In Verbindung mit dem Namen Richard Strauss hat der Titel "Salome" einen festen Platz in den Spielplänen: Es ist eine hochdramatische Oper, wie sie aktuell beispielsweise in Zwickau und Leipzig zu sehen ist. Doch die komischen und absurden Aspekte des Dramas von Oscar Wilde haben in dieser Version kaum Platz. Im Theater Magdeburg ist das nun anders. Dort gibt es eine neue Vertonung des Klassikers vom irischen Komponisten Gerald Barry. Es ist eine kurze und kurzweilige Produktion mit viel Tempo und Witz. In seiner Komposition durchstreift Barry ganz unterschiedliche Stile, mit denen Ensemble und Orchester großartig umzugehen wissen, berichtet MDR KLASSIK-Opernkritiker Uwe Friedrich. Auch die Inszenierung von Julien Chavez steht dem in Nichts nach: Er erlaubt sich einige Scherze und beweist ein gutes Gefühl fürs Timing.
Weitere Informationen
"Salome"
Oper von Gerald Barry
Adresse:
Opernhaus
Universitätsplatz 9
39104 Magdeburg
Dauer: 70 Minuten, keine Pause
Adresse:
6. April, 16 Uhr
21. April, 18 Uhr
Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 22. März 2025 | 10:15 Uhr