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Schattenstauden beeindrucken vor allem durch imposantes Laub. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Blüten für sonnenarme GartenplätzeSchattenpflanzen: Blüten und Farben für schattige Beete

Stand: 21. September 2021, 09:45 Uhr

Auch an schattigen Plätzen kann es schön blühen. Hosta, Frauenmantel, Hortensie und einige Clematissorten kommen in dunklen Ecken zurecht. Hier bekommen Sie Empfehlungen für Pflanzen und Pflegetipps für Schattenbeete.

Was bedeutet Schatten im Garten genau?

Schatten ist nicht gleich Schatten. Beete können im totalen Schatten, im Schlagschatten eines Hauses oder im lichten Schatten an Gehölzen liegen. Selbst der Bereich des Halbschattens ist unterschiedlich: Der Begriff steht für etwa halbtägigen Schatten oder aber eine leichte Beschattung während der meisten Tagesstunden.

Ein Standort mit Schatten am Morgen und starker Sonneneinstrahlung ab Mittag kann als sonnig betrachtet werden. Pflanzen für den Halbschatten fühlen sich unter diesen Bedingungen meist nicht mehr wohl. Schatten ab der Mittagszeit kann hingegen für Gewächse, die keine direkte Sonne mögen, sehr angenehm sein.

Schattenpflanzen finden sich in der Natur meist unter höheren Sträuchern und Bäumen. Dort ist der Boden meist humusreich. Genau dieser Bodentyp wird von vielen Arten und Sorten favorisiert. Da im schattigen Gartenbereich viele Pflanzen nicht so üppige Blüten bilden, kann mit hellen Blattfärbungen gearbeitet werden.

Das Tränende Herz mag einen durchlässigen, humus- und nährstoffreichen Boden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Den Boden für Pflanzen vorbereiten

Besonders unter Bäumen kann es helfen, deren Wurzeln im Oberflächenbereich vorsichtig zu entfernen. Um verdichteten Boden zu verbessern, wird er zunächst von unerwünschten Kräutern sowie Sämlingen befreit und dann aufgelockert.

Dieses Schattenbeet liegt umgeben von einer Hecke unter hohen Bäumen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Schattenpflanzen brauchen grundsätzlich nicht so viele Nährstoffe wie sonnenhungrige Gewächse. Sie müssen also nicht intensiv gedüngt werden. Allerdings sollte der Boden regelmäßig mit Humus angereichert werden. Brigitte Goss empfiehlt jeweils eine Kompostgabe im Frühjahr und im Herbst. Ein Quadratmeter sollte mit drei bis fünf Litern Humus angereichert werden. Wachsen die Pflanzen nicht sehr dicht beieinander, sollte nach der Pflanzung noch eine Mulchschicht ausgebracht werden. Zum Mulchen eignet sich zum Beispiel Gartenfaser, die sich aus Rindenhumus, Holzfaser und Kompost zusammensetzt. Gartenfaser hat den Vorteil, dass sie auch auf Hängen verwendet werden kann.

Pflanzzeit für Stauden

Die beste Pflanzzeit für Stauden sind der Herbst und das Frühjahr, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist. Grundsätzlich können Stauden - mit Ausnahme der herbstblühenden Arten - das ganze Jahr über gepflanzt werden. Dann ist der Pflegebedarf allerdings intensiver. An heißen Tagen sollte man sie tiefgründig gießen. Das Wasser braucht oft lange, bis es zu den Wurzeln durchgedrungen ist. Wirkungsvoll ist also eine ausdauernde Wassergabe. Je länger die Pflanze steht, desto besser ist sie mit ihrem Standort verwurzelt. Dann muss sie auch nicht mehr so oft gegossen werden.

Tolle Blätter, schöne Blüten Schattenpflanzen: Stauden für dunkle Plätze

Das Kaukasus-Vergissmeinnicht ist eine schöne Schattenstaude. Sie bildet wunderschöne, kräftige Blätter in unterschiedlichsten Färbungen. Bildrechte: Daniela Dufft
Im April und Mai bildet die Staude die bekannten kleinen, blauen Blüten.  Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Die Zwerg-Herzblume ist ein robuster und langblühender Bodendecker für trockene und schattigere Standorte. Ganz bezaubernd sind ihre kleinen herzförmigen Blüten, die vom Mai bis in den August hinein blühen. Bildrechte: Daniela Dufft
Eine der wenigen Stauden die auch im Schatten reichlich blühen, ist die Anemone. Sie wächst auch gut am Gehölzrand und ist unkompliziert in der Pflege. Bildrechte: Daniela Dufft
Einmal gut angewachsen, werden die Pflanzen schnell größer und blühen reich. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Der Geheimtipp schlechthin für den Schatten sind Funkien. Sie beeindrucken im Staudenbeet – je nach Sorte - mit ihrem imposanten, vielfarbigen Laub.  Bildrechte: Daniela Dufft
Aber auch die Funkienblüten sind echte Hingucker und Insektenmagneten. Bildrechte: Daniela Dufft
Auch eine zuverlässige Schattenstaude ist der Zwerg-Geißbart (Aruncus aethusifolius).  Er wächst ausladend und bildet von Mai bis Juli lockere, weiße Blütenrispen. Im Herbst bezaubern die Blätter mit einer schönen Herbstfärbung. Bildrechte: Daniela Dufft
Das Blauglöckchen, eine aus Nordamerika stammende Art, erinnert an das bei uns heimische Lungenkraut. Sie schätzt einen lockeren, humusreichen Boden, der eher kalkarm ist. Das Blauglöckchen eignet sich als Partner für spät austreibende Schattenstauden, weil es nach der Blüte einzieht und anderen Gewächsen Platz macht. Kombinieren Sie es zum Beispiel mit Funkien, auch Hosta genannt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Lenzrosen eröffnen das Frühjahr im Schattenbeet. Die unkomplizierten Frühblüher mögen es, in eine dicke Humusschicht gesetzt zu werden. Staunässe ist dagegen schädlich. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Das Tränende Herz sollte eher in den Hintergrund gepflanzt werden, da die Pflanze nach der Blüte einzieht. Diese Sorte heißt 'Valentine' und besticht durch das kräftige Rot der herzförmigen Blüten. Die Staude blüht im Mai und Juni. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Als pflegeleicht gilt die Glockenblume (Campanula portenschlagiana). Sie vermehrt sich von selbst und gedeiht sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten. Die Bodendecker-Staude überwintert im Beet ohne speziellen Frostschutz. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Die Purpur-September-Silberkerze wächst zu einer hohen Staude heran. Ihre filigran wirkenden Blätter bilden einen tollen Kontrast zu denen der Funkien. Wichtig: Der Standort der Silberkerze darf nicht austrocknen. Die Pflanze wird bis zu 1,50 Meter hoch und zeigt im Herbst elegante, weiße bis zart rosafarbene Blütenkerzen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Die Akelei blüht im Frühsommer auf. Sie sollte zwischen Sommer- und Herbststauden stehen, die nach der Blüte das etwas unansehnliche Laub verdecken. Akelei sind eigentlich kurzlebig, erhalten sich aber durch Selbstaussaat. Besondere Farbsorten wie diese weiß blühende Variante sollten unbedingt nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Auch der Farn wächst sehr buschig und kommt auf trockenen Böden gut zurecht. Seine behaarten Stiele werden mit der Zeit dunkler. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Der Zierliche Frauenmantel (Alchemilla epipsila) ist eine neuere, wenig bekannte Züchtung. Die kompakte Pflanze bleibt klein und sät sich nicht aus. Zu große Trockenheit schadet ihr. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft
Die sibirische Fiederspiere ist absolut winterhart und verträgt auch Trockenheit (Sorbaria sorbifolia) - für eine dunkle Stelle im Garten sehr zu empfehlen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Der "Brennende Busch" (Dictamnus albus) zeigt sein Blütenfeuer auch an Standorten im Garten, die nicht im direkten Sonnenschein liegen. Die heimische Staude, auch Diptam genannt, wächst auf Lichtungen in Wäldern und ist streng geschützt. Verwenden Sie also nur Pflanzen, die Sie im Gartencenter oder in einer Staudengärtnerei gekauft haben. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Stauden können das ganze Jahr über gepflanzt werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Ein Pflanztipp: Setzen Sie die großen Pflanzen - Gehölze und hohe Stauden zum Beispiel - als Gerüstbildner zuerst ins Beet, danach folgen die Begleitpflanzen. Zuletzt werden die Füllstauden ergänzt.

Pflanzenauswahl fürs Schattenbeet

Ein Schattenbeet sollte eine geschlossene Einheit bilden. Je dichter der Boden bewachsen und geschützt ist, desto weniger unerwünschte Kräuter dringen durch. Die Feuchtigkeit wird außerdem besser gespeichert, wenn Bodendecker starke Verdunstung verhindern. Kriechspindeln eignen sich zum Beispiel gut, um den Boden abzudecken. Sie sind überdies immergrün und bringen im Frühjahr die erste Farbe im Beet.

Große Pflanzen werden mit kleinen kombiniert, Gewächse mit hellen Blättern kommen zu solchen mit dunklen Blättern. Gerade mit gelbem Laub, wie zum Beispiel bei der gelben Berberitze, lassen sich kleine "Lichtpunkte" an dunkle Stellen im Garten setzen. Beachten Sie auch die Strukturen einer Pflanze. Setzen Sie großblättrige neben filigrane Gewächse mit feinen, mehrfach geteilten Blättern, das verstärkt die Wirkung. So machen sich der Storchschnabel, Hosta und Bergenien gut neben Gräsern oder Silberkerzen.

Für ein Beet, das im Schatten einer hohen Mauer liegt, hat Gärtnerin Melanie Trinks die folgenden Pflanzen verwendet.

Pflanztipps für ein Schattenbeet an der Mauer; von Gärtnerin Melanie TrinksThalictrum delavayi – Wiesenraute
Eragrostis spectabilis – Liebesgras
Hosta x coltorum – Funkie
Anemone hupehensis – Herbst-Anemone
Tiarella cordifolia – Schaumblüte
Geranium – Storchschnabel
Clematis tangutica – Gold-Waldrebe
Persicaria microcephala – Kleinköpfiger Knöterich
Brunnera macrophyla – Kaukasus-Vergissmeinnicht
Ajuga reptans – Kriechender Günsel
Angelica sylvestris – Engelwurz
Hamamelis virginiana – Zaubernuss
Syringa vulgaris – Flieder
Cornus controversa – Purpur-Hartriegel
Carex – Segge
Allium giganteum – Riesen-Zierlauch

Melanie Trinks kennt viele Blühpflanzen fürs Schattenbeet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Diese Pflanzen wachsen und blühen auf Schattenbeeten

Ein Schattenbeet beeindruckt zwar nicht durch Blütenrausch, aber einige Pflanzen blühen auch an dunklen Stellen.

  • Lungenkraut
  • Lenzrose
  • Blauglöckchen
  • Tränendes Herz
  • Glockenblume
  • Hosta (Funkien)
  • Purpurglöckchen
  • Akelei
  • Storchschnabel (Geranium)
  • Iris
  • Rispenhortensie
  • Allium (Zierlauch)

Wer viel unterwegs ist oder arbeitet, wünscht sich pflegeleichte Beete. Pflanzen, die sich von selbst vermehren und ausbreiten, empfehlen sich für Gärtner mit wenig Zeit, zum Beispiel Lenzrosen. Ebenfalls attraktiv ist das ins Dunkelrot gehende Puprurglöckchen (Heuchera). Ihr Blattwerk und die Rispen sind Farbtupfer in einer eher dunklen Ecke im Garten. Einen schönen Kontrast bilden die weiß blühende Akelei oder die weiß blühende Iris. Weitere blühende Pflanzen sind Allium, der eine runde Form in den Garten bringt und der Fingerhut. Ein bisschen majestätischen Charakter schafft der Farn in einem schattigen Bereich. Gerade er verträgt einen dunklen, aber feuchten Standort. Wer ein zartes Grün mag, für den eignet sich der fein strukturierte Fenchel. Den Storchschnabel gibt es ganz vielfältig, er blüht schön und lange.

Zu den besonders schönen Blattschmuckstauden zählt die Funkie (Hosta), da sie große Blätter hat, deren Blattzeichnung durch eine Maserung und Streifen sehr markant ist. Auch Gräser sind eine schöne Ergänzung im Schattenbeet.

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 22. August 2021 | 08:30 Uhr