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Rote Bete mit Nacktschnecke: Die Wegschnecke frisst sich durch das selbst angebaute Gemüse. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Schädlinge

Nacktschnecken im Garten bekämpfen

Stand: 26. Juli 2021, 10:02 Uhr

Sobald die ersten, zarten Blätter auf den Beeten sprießen, sind sie zur Stelle: gefräßige Nacktschnecken. Sie mögen es warm und feucht. Verregnete Sommer führen dazu, dass sich Nacktschnecken explosionsartig vermehren - alle jungen Triebe von Stauden, Gemüse und Salat oder auch Blumen radikal abfressen. Woran Sie Nacktschnecken im Beet erkennen und was Sie gegen die Schädlinge tun können, lesen Sie hier.

So erkennen Sie Nacktschnecken-Befall:

Nacktschnecken hinterlassen an den Blättern unregelmäßige Fraßlöcher. Außerdem können die Blüten abgefressen sein. Die Tiere hinterlassen an den Pflanzen Schleimspuren. Nackschnecken können Pflanzen überdies vollständig auffressen, so dass fast nichts mehr übrig ist.

An dieser Pflanze haben sich Schnecken satt gefressen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Schnecken fühlen sich wohl, wenn...

… es feucht ist. Abendliches Gießen lockt zum Beispiel Schnecken an. Außerdem mögen sie es ruhig. Wenn sie im Garten in Ruhe gelassen werden und einen Unterschlupf finden, ist ihnen das gerade recht.

So viele Schnecken, wie in diesem Jahr auf meinen Garten losgelassen wurden, habe ich noch nie erlebt.

Horst Schöne, Gärtnermeister, über den Schnecken-Sommer 2021

Vom Mangold haben die Schnecken bis auf die Blattrippen nichts mehr übrig gelassen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Tipps gegen Nacktschnecken im Garten

Als Barrieren können bei Salat zum Beispiel Schneckenringe eingesetzt werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Anleitung in Bildern: Schnecken-Barrieren aus Holz und Draht bauen

Ein Schneckenrahmen fürs Beet lässt sich ganz einfach aus Holzbrettern bauen, zeigt Gartenfachberaterin Brigitte Goss. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Ganz wichtig ist ein Brett, das ähnlich wie an einer Sandkiste im 90 Grad Winkel auf den Rahmen geschraubt wird. Da kommen Schnecken nicht drüber, denn sie können nicht über Kopf kriechen.   Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Auch so ein Drahtzaun hilft gegen gefräßige Schnecken. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Im Gartenfachhandel werden solche Drahtrollen angeboten, die ganz einfach zu einem Rechteck geknickt werden können. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Mit einer Kneifzange wird der Draht an den Ecken etwa sieben Zentimeter tief eingeschnitten … Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
… und umgebogen. Gut ist im rechten Winkel, also 90 Grad, noch besser sind 45 Grad. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Die Ecken werden zum Schluss zusätzlich nochmal mit einem kleinen Gitter verstärkt. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Es wird von unten unter die Kante geschoben und durch Biegen fixiert. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Auf solche Barrieren haben diese beiden Nacktschnecken keine Lust. Sehr kleine Exemplare könnten aber durch die Maschen hindurchkriechen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Übrigens: Auch ein altes Brett hilft dabei, Schnecken fernzuhalten. Darunter ist es schön feucht und dunkel, ideal für Schnecken. Am frühen Morgen kann man sie dann ganz einfach einsammeln. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Das funktioniert auch mit einem kaputten Dachziegel. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Das hilft nicht gegen Nacktschnecken:

Immer wieder wird darauf verwiesen, dass Bierfallen helfen würden. Bei diesen Fallen soll Bier in einem Glas Schnecken anlocken und die Tiere in die Falle tappen lassen. Die Wirkung wird verstärkt, wenn noch ein Schnaps dazu gegossen wird. Der Duft des Gebräus lockt jedoch nicht nur die eigenen Schnecken an. Wer Pech hat, bekommt auch noch Besuch aus dem Nachbargarten - und erreicht damit das Gegenteil.

Welche Tiere fressen Nacktschnecken?

Nicht alle Schnecken sind SchädlingeDer getigerte Schnegel (Bildmitte) ist ein Nützling im Garten. Er frisst nicht nur alte Pflanzenreste, er vertilgt auch die Eier der gefräßigen Nacktschnecken. Er sieht der Nacktschnecke zwar ähnlich, ist aber an einem sogenannten Kiel am Körperende, wie er an der Unterseite von Booten zu finden ist, gut zu erkennen. Wegen seiner schwarzen Flecken wird er auch als Tigerschnecke bezeichnet. Der Schnegel kriecht manchmal aber auch als schwarzes Exemplar über die Beete. Auch Weinbergschnecken (rechtes Bild) und Hainbänderschnecke laben sich nicht am Salat, sondern fressen abgestorbenen Pflanzenreste, räumen also im Garten auf.

Von links nach rechts: Nacktschnecke, Tigerschnecke, Weinbergschnecke. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Diese Pflanzen sind anfällig für Nacktschnecken:

Schnecken mögen im Garten ziemlich viel. Sie machen weder vor Obst und Gemüse (Erdbeeren, Möhren und Salate), noch vor Stauden und Gehölzen (Margerite, Waldrebe und Funkie) oder Sommerblumen (Dahlien, Sonnenblume, Studentenblume, Rittersporn, Sommerastern) halt. Schneckenbefall wird in der Regel als erstes an Stauden wie Rittersporn oder Hosta deutlich.

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Video: Junge Gemüsepflanzen im Hochbeet vor Schnecken schützen

Welche Pflanzen vertreiben Schnecken?

Pflanzen Sie rau- und silberblättrige Blumen und Kräuter, Schnecken können diese gar nicht leiden. So machen sie beispielsweise einen großen Bogen um Zinnien, Salbei und Schmuckkörbchen.

Entscheiden Sie sich alternativ für schneckenfeste Pflanzen. Dazu zählen beim Gemüse Tomate, Sellerie und Lauch. Bei den Blumen und Stauden machen Nacktschnecken um Schmuckkörbchen, Eisbegonie, Fleißiges Lieschen, die Dufttagetes Tagetes tenuifolia sowie die Jungfer im Grünen eine großen Bogen. Sterndolden, Lenzrosen und Beinwell sind ebenfalls empfehlenswert bei Schnecken-Problemen.

Ohne Schnecken durch den Sommer Schneckenfeste Sommerblumen: Eine Auswahl

Schnecken machen einen Bogen um sie: die Begonie semperflorens, auch Eisbegonie genannt. Sie fühlt sich bei Sonne und Halbschatten wohl. Als "Allrounder" verträgt sie sowohl nasse, als auch trockene Sommer und verschönert das Beet mit ihrer kompakten Blüte. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Die Bienen lieben sie, die Schnecken mögen sie eher weniger: die Cosmea. Das Schmuckkörbchen fühlt sich in der prallen Sonne wohl. Nicht ohne Grund gehört es zur Familie der Korbblütler: Mit ihren körbchenförmigen Blüten ist die Cosmea ein wahrer Blickfang im Sommergarten. Das Schmuckkörbchen mag wie die Eisbegonie lockeren, humosen Boden; auch bei ihm empfiehlt es sich, bei der Pflanzung Langzeitdünger oder Kompost bzw. Hornspäne zuzugeben. Eine Besonderheit der Cosmea ist, dass sie sich selbst aussät und im nächsten Jahr wiederkommt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Auch um das Fleißige Lieschen machen Schnecken einen großen Bogen. Die Impatiens walleriana ist bei der Standortwahl recht unproblematisch. Sie kann sowohl in die Sonne als auch in den Halbschatten oder Schatten gepflanzt werden. Doch auch wenn das Fleißige Lieschen so anpassungsfähig ist: Bei (zu) großer Hitze sind Verbrennungen an den Blättern möglich. Daher sollte die Pflanzung an einem sonnigen Standort gut überlegt sein. Außerdem blüht sie im Schatten besonders fleißig. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Schnecken bleiben auch von Bidens fern. Sie wird auch Zweizahn genannt und bezaubert mit ihre umwerfenden Blüte. Bidens gehört zur Familie der Korbblütler. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Mit zarten Blüten bereichert das Eisenkraut den Sommergarten. Die Staude verträgt die Sonne gut und blüht von Juni bis Oktober. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Sternendolden fühlen sich im Schatten bis Halbschatten wohl. Ihre kugelförmige Blüte besteht eigentlich aus vielen einzelnen, kleinen Blütenständen. Sie blüht von Mai bis August und mag es warm. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Auch beim Gemüse sind Schnecken – zur Freude der Gärtner – wählerisch: Mangold gehört zu den bei Schnecken unbeliebten Pflanzen. Er lässt sich auch gut mit Blumen kombinieren. Ohnehin geht der Trend momentan weg von den ‚reinen’ Gemüse- oder Blumenbeeten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Schnecken mögen Salat – aber nicht jeden: Beispielsweise ist Endivien-Salat eine Variante, die vor ihrer Gefräßigkeit verschont bleibt. Der Spätsommersalat lässt sich in der Salatschüssel und im Garten gut mit Tomaten kombinieren... Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
...denn auch die Tomaten zählen zu den Anti-Schnecken-Pflanzen. Tomaten haben von Juli bis Oktober Saison. Sie sollten vor Regen geschützt stehen um Pilzkrankheiten zu vermeiden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Quellen: MDR Garten/Gartenfachberaterin Brigitte Goss, Gärtnermeister Horst Schöne/the, uka

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 25. Juli 2021 | 08:30 Uhr

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