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Bei großer Hitze und Trockenheit starten Spinnmilben ihre Angriffe: Sie saugen massenhaft Pflanzensaft. Im schlimmsten Fall stirbt die Pflanze. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

SchädlingeSpinnmilben an Gurken bekämpfen

von Brigitte Goss, MDR Garten

Stand: 21. Juli 2022, 11:37 Uhr

Spinnmilben sind winzige Sauger, die so stark schädigen können, dass die Pflanzen absterben. Spinnmilbenbefall wird durch große Hitze und Lufttrockenheit begünstigt. MDR-Gärtnerin Brigitte Goss erklärt, was man bei einem Befall tun kann und wie man Spinnmilben vorbeugt.

Was sind Spinnmilben?

Spinnmilben sind winzige Spinnentiere, die an Pflanzen saugen und diese so stark schädigen können, dass sie absterben. Hohe Temperaturen und trockene Luft begünstigen die Verbreitung von Spinnmilben. Die Roten Spinnen, wie sie auch genannt werden, sind so klein, dass sie meist nicht rechtzeitig entdeckt werden. Sind Gespinste deutlich zu erkennen, ist es für den Einsatz von Nützlingen zu spät. Mithilfe von Pflanzenschutzmitteln können zumindest die Triebspitzen der Gurken noch Früchte hervorbringen. Ansonsten sollte man den Platz am besten für anderes Gemüse frei machen, wie zum Beispiel Salate, Endivien, Pak Choi oder Zuckerhut.

Werden die kleinen Schädlinge entdeckt, ist es für den Einsatz von Nützlingen leider oft zu spät. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Spinnmilben vorbeugen

Im Freiland: In Hitzeperioden sollten die Pflanzen ausreichend Wasser bekommen. Dabei darauf achten, dass das Wasser angewärmt ist. Ein hoher Temperaturunterschied von Wasser zu Boden und Pflanze kann zu bitteren Gurken führen. Statt einmal viel, lohnt es sich bei Gurken, sie häufiger zu bewässern, da dies zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit beiträgt - das können Spinnmilben gar nicht leiden.

Im Gewächshaus: Die Luftfeuchtigkeit kann durch das Besprühen der Wege erhöht werden. Dann fühlen sich auch Raubmilben wohl, die eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen. Der Einsatz von Raubmilben sollte rechtzeitig erfolgen, noch bevor Spinnmilben deutlich auftreten. Im Winter sollten die Scheiben und anderen Teile im Gewächshaus so gut wie möglich gereinigt und von Unkraut befreit werden. Hier verstecken sich gerne die Spinnmilbeneier, die im nächsten Jahr zu einem erneuten Befall führen können.

Spinnmilben bekämpfen

Spinnmilben können gezielt mit Pflanzenschutzmitteln mit den Wirkstoffen Rapsöl oder Fettsäure-Kalium bekämpft werden. Dazu werden die Pflanzen rundherum besprühen. Am besten funktioniert das in den frühen Morgenstunden, damit das Wasser nicht zu schnell verdunstet und Verbrennungen auf den Blättern bei starker Sonneneinstrahlung vermieden werden. Bei beiden Wirkstoffgruppen muss keine Wartezeit zwischen Anwendung und Ernte eingehalten werden.

Gute Wachstumsbedingungen für Gurken schaffen

Kürbisgewächse wie Gurken und Zucchini benötigen zum Wachsen und Fruchten gleichmäßig warme Temperaturen über 16 Grad Celsius und eine ausreichende Wasserversorgung. Die großen Blätter der Salatgurken verdunsten an warmen Tagen sehr viel Wasser. Deshalb ist eine Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent für die Pflanzen günstig. Aufgrund ihres hohen Wärmebedarfs sind sie in Gewächshäusern und unter Folienüberdachungen gut aufgehoben.

Gurken wachsen im Gewächshaus besonders gut. Bildrechte: IMAGO / Jochen Tack

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 24. Juli 2022 | 08:30 Uhr