171. Sitzung | Sitzung am 06.03.2017 Wesentliche Ergebnisse aus der Sitzung des Rundfunkrates

Bericht des Rundfunkratsvorsitzenden

Der Rundfunkratsvorsitzende resümierte das Forum der Gremienvorsitzendenkonferenz am 20. und 21. Februar in Leipzig. Es stand unter dem Titel "Alles in Bewegung - ARD-Sportberichterstattung im medialen Wandel".

Bei der ARD-weiten Fachtagung diskutierten Gremienvertreter und Programmverantwortliche mit internen und externen Experten über die Zukunft der Sportberichterstattung und ihre Funktion für die Gesellschaft und den öffentlich-rechtlichen Programmauftrag. In drei Workshops erörterten die Teilnehmer verschiedene Themenfelder: Unter dem Titel "Teilhabe: Gemeinschaft und Vielfalt abbilden und stärken" wurde die integrative Stärke und regionale Verwurzelung des Sports herausgehoben. Sportberichterstattung als Treiber technischen Fortschritts in den Medien war Thema des Workshops "Innovation: Wie Sport und Technik voneinander profitieren können". Der Workshop "Inhalte: Sportberichterstattung neu entdecken" befasste sich mit der medialen Aufbereitung von Sport und die Frage, welche Themen neu gesetzt werden sollten.

Bericht der Intendantin

Frau Prof. Wille verwies auf den Erfolg des unter Federführung des MDR entstandenen Fernsehfilms "Katharina Luther", der am 22.2.2017 im Rahmen eines Themenabends im Ersten ausgestrahlt worden war. Rund 7,3 Millionen Menschen hätten den Film gesehen. Besonders erfreulich sei, dass viele Jüngere eingeschaltet hätten, so habe der Marktanteil der 14- bis 49-Jährigen bei 11,5 Prozent gelegen. Auch die anschließende Dokumentation über Katharina Luther, die der MDR für die ARD produziert habe, sei von überdurchschnittlich vielen Zuschauern verfolgt worden und das auch im MDR-Sendegebiet. Der Themenabend habe damit gezeigt, dass mit einem hohen Qualitätsanspruch auch eine große Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Gesellschaft erreicht werden könne.

Frau Prof. Wille informierte über die vergangene ARD-Intendantensitzung. Ein Schwerpunkt sei die geplante ARD-Strukturreform gewesen, für die mögliche Reformprojekte identifiziert worden seien. Ziel seien Synergien innerhalb der ARD, die zu Einsparungen führen sollten. Ein weiterer Schwerpunkt sei der Beschluss gewesen, eine Verifikationseinheit zu gründen, die bei ARD Aktuell in Hamburg angesiedelt werde. Als Projektzeitraum sei April bis November 2017 vorgesehen. Ziel sei es, die Debatten zu versachlichen und den Menschen Hilfestellung zu geben, "Fake News" zu erkennen und diese einzuordnen. Die Intendantin berichtete ferner von Gesprächen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger anlässlich des Urteils des Oberlandesgerichtes Köln zur Tagesschau-App aus dem Jahr 2011, gegen die Verleger erfolgreich geklagt hatten. Sie informierte zudem über den Stand der Tarifverhandlungen zur Altersversorgung bei der ARD.

Die Intendantin berichtete, dass der Kinderkanal (KiKA) von ARD und ZDF in Erfurt, für den der MDR die Federführung hat, 2017 das 20. Jahr seines Bestehens feiere. Mit einem Marktanteil von 20 Prozent bei den 3- bis 13-Jährigen sei der KiKA sehr erfolgreich. Diskussionen habe es jüngst um die KiKA-Sendung "Kummerkasten - Ohne Dings kein Bums" gegeben, die am Abend des 19.2.2017 ausgestrahlt worden sei. In der Sendung sei es um sexuelle Aufklärung gegangen. Den MDR hätten zahlreiche kritische Zuschriften und Beschwerden erreicht. Der Jugendschutzbeauftrage des MDR habe die Vorwürfe geprüft und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Sendung rechtlich nicht zu beanstanden sei. Inhaltlich sei das Thema der Sendung auch in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz entstanden, das ein großes Interesse von Kindern und Jugendlichen an dem Thema "Das erste Mal" festgestellt habe.

Die Intendantin informierte über eine aktuelle Studie von ARD und ZDF zu den Ursachen der Geschlechterverteilung in der fiktionalen Fernsehproduktion. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass in den kreativen Schlüsselpositionen von TV-Produktionen Frauen deutlich unterrepräsentiert seien. Sie zeigten aber erfreulicherweise auch, dass erste Maßnahmen der ARD zur Förderung von Regisseurinnen greifen.

Zustimmung zur Fortsetzung der Produktion der ARD-Serie "In aller Freundschaft", Staffeln 21 bis 23

Gemäß § 20 Abs. 4 Ziff. 8 des MDR-Staatsvertrages ist bei der Übernahme von Verpflichtungen im Wert von mehr als 5,1 Mio. Euro bei Verträgen über die Herstellung oder den Erwerb von Programmteilen die Zustimmung des Rundfunkrates erforderlich.

Der Rundfunkrat hat der Fortsetzung der Serie "In aller Freundschaft" mit drei weiteren Staffeln (21-23) zugestimmt.

Bericht aus dem MDR-Verwaltungsrat

Die Vorsitzende des MDR-Verwaltungsrates informierte über die vergangene Sitzung vom 20. Februar 2017. Der Verwaltungsrat hat dem Erwerb von Geschäftsanteilen an bisher mit der Studio Hamburg GmbH und der Bavaria Film GmbH gemeinsam gehaltenen Unternehmen durch die DREFA Media Holding GmbH zugestimmt. Ebenfalls zugestimmt wurde der Vergabe von Sicherungsdienstleistungen am Programmstandort Halle, Landesfunkhaus Sachsen und Landesfunkhaus Thüringen. Weitere Themen waren die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung ausgewählter Auftragsproduktionen des Mitteldeutschen Rundfunks durch den Thüringer Rechnungshof sowie die Jahresbilanzen der MDR-Beteiligungen in der DREFA-Mediengruppe und der MDR-Werbung.

Bilanz und Ausblick nach dem Start von "funk"

Florian Hager, Programmgeschäftsführer von "funk", informierte den Rundfunkrat über die Entwicklung des Jungen Angebotes von ARD und ZDF seit dem Start am 1. Oktober 2016. Als Erfolgsfaktoren nannte Hager u.a. die selbst aufgegebene Verpflichtung zur Vernetzung aller Angebote, den direkten Austausch mit den Nutzern auf allen sich anbietenden Ebenen sowie die strikte Beachtung von Qualitätsregeln für journalistische, aber auch für unterhaltende Angebote.  

Der Rundfunkrat diskutierte die Bilanz und begrüßte den eingeschlagenen Weg des neuartigen öffentlich-rechtlichen Netzangebotes, weil es Hinweise darauf gebe, wie einem befürchteten Generationenabriss begegnet werden könne.   

Das Gremium wird das Projekt auch weiterhin intensiv begleiten.

Stand und Entwicklung des MDR Kundenbeziehungsmanagements

Der Rundfunkrat informierte sich über den aktuellen Stand der Planungen zum Kundenbeziehungsmanagement des MDR. Mit Nutzerbeziehungsmanagement bezeichnet der MDR die systematische und professionelle Gestaltung aller Interaktionsprozesse mit seinen Nutzern, d.h. Hörerinnen, Zuschauerinnen und Internet-Nutzern über alle vorhandenen Kontakt- und Interaktionspunkte hinweg mit dem Ziel, eine nachhaltige Beziehung und damit Bindung zu den Nutzern herzustellen.

Der Rundfunkrat befürwortet ein professionelles, ganzheitliches Nutzerbeziehungsmanagement als wichtigen Beitrag zur Stärkung der Glaubwürdigkeit und damit zur Zukunftssicherung des MDR.

gez. Steffen Flath, Vorsitzender des MDR-Rundfunkrates

Zuletzt aktualisiert: 10. März 2017, 10:36 Uhr