MDR-Rundfunkrat | 03.12.2018 Programmmacher für einen Tag

Auch in diesem Jahr nehmen viele Menschen in Mitteldeutschland die Einladung zur MDR-Aktion "Werden Sie Programmmacher im MDR" an und bewerben sich um die direkte Teilnahme am Arbeitsalltag in Fernseh-, Radio und Internetredaktionen und informieren sich über die Technik dahinter. "Das Feedback des Publikums ist auch diesmal positiv", freute sich Intendantin Karola Wille bei einer Zwischenbilanz der Aktion in der Sitzung des MDR-Rundfunkrates am 3. Dezember 2018 in Leipzig.

Insgesamt 27 Redaktionen an allen Standorten des MDR in Leipzig, Halle, Erfurt, Magdeburg und Dresden sowie in den Regionalstudios haben ihre Türen geöffnet, um ihr Publikum an der Entstehung der Programme unmittelbar teilhaben zu lassen und alle Fragen umfassend zu beantworten. Die "Programmmacher für einen Tag" erleben  die Arbeit der trimedialen Redaktionen, diskutieren in Konferenzen mit, arbeiten an der Faktenrecherche, lernen als Chef vom Dienst auf Zeit journalistische Maßstäbe für Programmentscheidungen kennen, arbeiten in Schnitt, Regie und Vertonung, bereiten Sendungen vor, moderieren, führen Interviews und sind auch live in verschiedenen Sendungen zu erleben. "Ich fühle mich unerwartet ernst genommen", "ich konnte alles nachvollziehen und durfte sogar selber entscheiden", zitierte die Intendantin zwei Stimmen aus den anschließenden Reaktionen der Besucherinnen und Besucher.

Der MDR suche noch mehr als in früheren Jahren den direkten Dialog mit den Menschen in Mitteldeutschland, erläuterte die Intendantin im Aufsichtsgremium und fügte hinzu. "Die Leute wollen wissen, was wir tun und wie wir es tun, sie erwarten von uns wirtschaftliche und journalistische Transparenz. Dem kommen wir gern nach". Zu den Dialog-Angeboten unter dem Titel "MDR mittendrin" gehören auch eine Vielzahl von Vorab-Aufführungen von MDR-Programmen im Sendegebiet in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. "Auch damit machen wir sehr gute Erfahrungen und erhalten viele Rückmeldungen. Wir nutzen die Gelegenheit, über unsere Arbeit zu sprechen und wir hören aufmerksam zu, wenn Zuschauerinnen, Hörer und User ihre Wünsche und Erwartungen an einen gemeinsamen, freien Rundfunk an uns herantragen", sagte Karola Wille und versprach weitere Dialog-Aktionen: "Der MDR wird dadurch für viele Menschen als Multimediahaus erlebbar".

Die aktuelle "Programmmacher-Aktion" läuft auch noch in den nächsten Wochen weiter.

Den intensiven Dialog mit dem Publikum bezeichnet auch der frühere Generaldirektor des schweizerischen Fernsehens und Radios, Roger de Weck, als einen der Schlüssel zur Vermeidung eines "ernsten demokratiepolitischen Problems". De Weck: "Die Demokratie ist auf gut informierte Bürger angewiesen". Der Auftrag des öffentlichen Rundfunks gründe zu allen Zeiten und in allen Ländern auf den Werken der Aufklärung und der Vermittlung von grundlegenden Werten des menschlichen Zusammenlebens. Deshalb sei auch das Miteinander von Gesellschaft und öffentlichem Rundfunk so wesentlich und wichtig. Die unternehmensstrategische Entscheidung des MDR, den Dialog auf Augenhöhe mit dem Publikum zu einem Schwerpunkt zu machen, bestätigte de Weck ausdrücklich als richtigen Weg. Dazu gehöre auch immer wieder, den Menschen die Arbeit und die Aufgabe des öffentlichen Rundfunks zu erklären: "Die Verankerung des gemeinwohlorientierten Rundfunks in der Gesellschaft muss intensiv im Gespräch gehalten werden".

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2018, 16:36 Uhr