Chorraum der Wallfahrtskapelle Etzelsbach
Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Wort zum Tag Augenblick mal

Täglich 6:20 und 9:20 Uhr hören Sie bei MDR THÜRINGEN - Das Radio "Augenblick mal", das Wort zum Tag. In dieser Woche spricht es Andrea Wilke von der katholischen Kirche aus Arnstadt.

Chorraum der Wallfahrtskapelle Etzelsbach
Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Montag, 25. März 2019: Mariä Verkündigung

Im Kalender der katholischen Kirche steht heute ein Fest. Mariä Verkündigung, oder auch Verkündigung des Herrn. Was nichts anderes bedeutet, als dass Maria, die Mutter Jesu, erfahren hat, dass sie ein Kind bekommt.

Die Bibel erzählt relativ nüchtern davon. Ein Engel, also ein Bote Gottes, erscheint bei Maria. Und verkündet ihr, dass sie einen Sohn bekommen wird, und dass dieser Jesus heißen soll. So geschieht es dann auch: Neun Monate später, am 25. Dezember, wird die Geburt dieses Kindes gefeiert. Dieses Fest Mariä Verkündigung gibt es schon seit dem 5. Jahrhundert. Es ist eines von mehreren Festen, um sie, die Mutter Jesu, zu ehren. Doch wie das mit Verehrungen so ist: Oft entrücken sie den oder die Verehrte in unerreichbare Ferne. In der Bibel dagegen erlebt man Maria als eine mutige Frau und ganz tapfere Mutter, als eine von uns. Genauso wie Jesus einer von uns wurde. Beim Fest Mariä Verkündigung geht es nämlich gar nicht so sehr um Maria, sondern darum, dass Gottes Sohn Jesus Mensch wird. Das beginnt mit der Zeugung, und dazu braucht es eine Mutter. Wie sie kennt auch Jesus Freuden und Schmerzen aus eigener leibhaftiger Erfahrung. Er weiß, wie guter Wein schmeckt, wie quälend körperliche Wunden sein können und wie sehr Schmerz das Herz zerreißen kann. Einem Gott, der mir menschlich so nahe ist, dem kann ich mich anvertrauen. Zu dem kann ich beten.

Einen guten Tag wünscht Ihnen Andrea Wilke aus Arnstadt.

Sonntag, 24. März 2019: Sonntag

Ich liebe den Sonntag. Da sitzt mir nämlich keine Pflicht im Nacken. Kein Uhrzeiger treibt mich an, kein Arbeitsgeber rechnet mit einer effizienten Nutzung meiner Stunden. Das scheint auch den Leuten in meiner Nachbarschaft so zu gehen, denn sonntags bleiben die Rollläden länger als sonst unten. Und auf der Straße ist am Morgen kein Auto zu hören und zu sehen.

Himmlische Ruhe sozusagen. Sonntagsruhe eben. Sicher, nicht jeder Sonntag lässt sich so gänzlich unbeschwert erleben. Aber in den meisten Fällen schon. Dann haben sich in meiner Familie so kleine Rituale entwickelt, die wir aber genießen und nicht pflichtschuldigst hinter uns bringen. Weil ich sehe und erlebe, wie gut mir ein Sonntag tut, habe ich folgendes beschlossen. Ich baue mir in jeden Tag der Woche einen klitzekleinen Sonntag ein. Also eine Zeit, vielleicht ein Viertelstündchen oder eine halbe Stunde, an der ich von allen Pflichten unbeschwert diese Zeit genieße. Ich mache dann das, was mir gut tut. Oder einfach nichts. Ganz nach dem Motto: "Die Pflicht ruft! Sag ihr, ich rufe zurück!"

Einen schönen Sonntag! Ihre Andrea Wilke aus Arnstadt.

Biografie Andrea Wilke * 1964 in Potsdam-Babelsberg geboren
* nach Ausbildung als Krippenerzieherin einige Jahre als solche tätig
* 1989-1995: Studium der kath. Theologie in Erfurt
* bis 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte
* seitdem Referentin im Seelsorgeamt des Bistums Erfurt und Rundfunkbeauftragte
* lebt mit ihrem Sohn in Arnstadt

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Morgen | 25. März 2019 | 06:20 Uhr