Unstrut-Hainich-Kreis Aschara - Ortsteil von Bad Langensalza

Nicht Asche, sondern Esche liegt dem Ortsname von "Aschara" zu Grunde - auch wenn Namenforscher Professor Udolph zugibt, dass dieser Ortsname ein schwieriger Fall ist.

Historische Belege Aschara (Ortsteil der Stadt Bad Langensalza)

  • 775/786 (Kopie um 1150) in Asgore …in Ascrohe (Dobenecker I Nr. 70 = Breviarium sancti Lulli)
  • 932 Âsgari (Dobenecker I Nr. 339 = MGH D I Nr. 32)
  • 1104 (Kopie 15.Jh.) Asschara (Mainzer UB I Nr. 417 S. 322)
  • 1124 Aschera (Mainer UB I Nr. 525 S. 432)
  • 1143 (Kopie 15.Jh.) Asschere (Mainzer UB II Nr. 38)
  • 1347 Ascher (StADresd Cop 25,15b)
  • 1350 zcu Assere (Lehnbuch Friedrichs d. Strengen S. 49b)
  • 1378 Aschera (Reg. Dom. Mar. 26a)
  • 1506 Asschara (RegSubs 94)
  • 1796 Aschara (Bube 21)

Der Ortsname ist schwierig. Bisher hat man die folgenden Vorschläge gemacht:

H. Walther denkt an eine Verbindung aus althochdeutsch ask "Esche" + gor "Sumpf". Er folgt damit einem Vorschlag von J. Schnetz. Sie sprechen sich damit gegen eine Bildung mit einem Suffix -ari aus, das E. Schröder vorgeschlagen hatte. Dieser Weg ist jedoch wohl der richtige. Ihn hat schon E. Förstemann beschritten. Er hatte eine Reihe von Ortsnamen gesammelt, die offenbar ein -r-Element in der letzten Silbe enthalten und geschrieben: "Bei den besprochenen Endungen  -inga und -ara, ist es nun ferner gemein [= oft auftretend], dass sie …in die Deklination der Stämme auf -i- hinüberschwanken und daher Nominative auf … ‑ari bilden … Setzen wir … das passendere -ari für -ara entgegen, so finden wir … Thüringisch: Arnari, Asguri, Corneri, Fanari, Furari, Germari …, Kezzilari, Neviri".

Genau hier kann man fortsetzen und in der ersten Silbe von Aschara aus *Ask-ara, -ari die althochdeutsche "Esche" sehen, woran ein -r-Suffix getreten ist (dazu ausführlich J. Udolph, Germanenproblem S. 169-199).

Der Ort wäre dann eine altgermanische Bildung mit der Bedeutung "Eschenort; Stelle, an der Eschen wachsen". Der Ort liegt am Hang des Ascherberges, in dem dann wahrscheinlich nicht die Asche zu vermuten ist, sondern auch die Esche, vielleicht von der Stellenbezeichnung *Ask-ara-abgeleitet.

Literatur: * E. Förstemann, Die deutschen Ortsnamen, Nordhausen 1863, S. 200f.
* J. Udolph, Namenkundliche Studien zum Germanenproblem, Berlin - New York 1994, S. 170.
* H. Walther, Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 242.

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2016, 11:57 Uhr