zwei Maulwürfe auf einem Hügel
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Saale-Holzland-Kreis Dothen - Ortsteil von Schkölen

Die Orte Dothen und Döthen sehen aus, als kämen sie aus dem slawischen. Eine bessere Erklärung lässt aber das Deutsche zu: dann ist es ein Hügel-Ort.

zwei Maulwürfe auf einem Hügel
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Der Ortsname ist schwierig. Er sieht nach einem slawischen Namen aus, aber  E. Eichler/H. Walther zögern mit einer sicheren Zuweisung. Denkbar ist ein Zusammenhang mit "dotkaś" - "fertig weben"

Historische Belege zu Dothen (und Dothener Mühle) - Ortsteil von Schkölen:

  • 1261 Dotin
  • 1269 Dotin
  • (1284) Dotin
  • 1350 Hermannus de Dotin; villa Dotin
  • 1386 Ditherich Dotyn
  • 1447 (Kopie 16. Jh.) Hentze Dothen
  • um 1750 Dothen
  • 1814 Dothen
  • 1848 Dothen (Huhn 1,1145)

Angesichts der unsicheren Zuweisung ist zu erwägen, ob der Ortsname nicht deutscher Herkunft ist, denn es gibt sichere Ortsnamenentsprechungen:

  1. Döthen bei Osnabrück, (Ende 12. Jh.) (In) Dothene; 1188 (Kopie Ende 13.Jh.) Dothen; 1224 (Abschrift 14. Jh.) Theotenen; 1402 Dothen usw.
  2. Erweitert mit -berg: Döteberg bei Hannover, um 1126 (Abschrift 12. Jh.) Duidinberch,1185-1206 Thiutebergen, 1211 Dutteberg, um 1230 Thoteberge usw.
  3. Gebildet mit einem altertümlichen -s-Suffix: Dotsche, Wüstung bei Hillentrup (Kr. Lippe), um 1226 dimidium uillam Dosceze,um 1226 (Abschrift 1. Hälfte 13. Jh.) Doseeze, 1324-1360 3 mansos to den Dutese, tres mansos thom Dotheze, 1380 [die Hufe] tho dem Dotese, 1467 3 hove to dem Dotese (Meineke, Lippe).

Grundlage dieser Namen ist mit ziemlicher Sicherheit ein Wort für "Hügel, Erhebung, Höcker, Beule". B. Meineke schreibt dazu: "Das Bestimmungswort Dut ist … verbreitet und bezeichnet generell ‘etwas Kleines, Dickes, Rundes’, wie auch ein ‘kurzer, rundlicher Gegenstand; Gewirr, KlumpenDut m. genannt wird (a.a.O. II Sp. 384) … So wäre im vorliegenden Namen eine bestimmte Geländeformation als ‘stumpfer Steiß’ aufgefasst worden (vgl. den FlurN auf dem Dutte, 1721 das Duth, auf der Dutte

Zum Bestimmungswort ist mit Möller, Nasalsuffixe S. 66f. auf den Ortsnamen Döthen hinzuweisen - für dessen hoch und trocken gelegenen Siedlungsplatz er eine Verbindung mit idg. *(s)teu-d-stoßen, schlagen’ annimmt…

Teut, Hadeler Wörterbuch I S. 412 verzeichnet Doot als Bezeichnung für eine Verstärkung an den Enden der Flöten, Tröge … Mit einer -s-Ableitung könnte ursprünglich eine Siedlung an oder auf einer als *dut oder *dot bezeichneten Anhöhe benannt worden sein". Prüft man aufgrund dieser Hinweise die geographische Lage von Dothen, so kann man durchaus die Möglichkeit, auf eine Grundbedeutung "erhöhte Lage, Hügelort" zu schließen, in Betracht ziehen. Der Ortsname wäre dann aus dem Deutschen zu erklären.

Literatur: E. Eichler, H. Walther, Untersuchungen zur Ortsnamenkunde und Sprach- und Siedlungsgeschichte des Gebietes zwischen Mittlerer Saale und Weisser Elster, Berlin 1984, S. 135.
H. Jellinghaus, Die westfälischen Ortsnamen nach ihren Grundwörtern, 3. Aufl., Osnabrück 1923, S. 164.
B. Meineke, Die Ortsnamen des Kreises Lippe, Bielefeld 2010, S.136f.
H. Middendorff, Altenglisches Flurnamenbuch, Halle 1902, S. 135f.
U. Ohainski, J. Udolph, Die Ortsnamen der Stadt und des Landkreises Hannover, Bielefeld 1998, S. 108f.

Zuletzt aktualisiert: 29. September 2016, 10:11 Uhr