Landkreis Sömmerda Ollendorf

Auf halbem Weg zwischen Weimar und Erfurt befindet sich Ollendorf am Westhang des Ettersbergs. Das kleine Örtchen liegt am Kreuzungspunkt zweier alter Handelsstraßen: einer alten Salzstraße und der "Via Regia".

Historische Belege:

  • (9. Jh. 12. Jh.) (Kopie um 1160) in loco Ollendorf
  • 1286 in Ollendorph
  • 1288 de Ollendorf
  • 1333 Ollendorff
  • 1338 Ollendorf
  • 1796 Ollendorf

Der Ortsname sieht aus wie ein aus niederdeutsch alt, heute mundartlich old, oll, und -dorp / -dorf zusammengesetzter Ortsname. H. Walther hat ihn auch in diesem Sinn interpretiert. Aber da stimmt etwas nicht: Bei niederdeutschen Namen, die heute Allendorf, Oldendorf u.ä. heißen, steht in den ersten Belegen zunächst immer und bis zum 16., ja 17. Jahrhundert Alden-, Olden-, bevor dann allmählich der Übergang von Ald-, Old- zu Oll- erfolgt. Man muss also nach einer anderen Lösung suchen.

Daher ging E. Förstemann einen anderen Weg und sah in dem ersten Teil einen Personennamen. Diesr findet sich auch in dem Ortsnamen Olenhusen bei Göttingen, 9. Jh. Olenhus, Olonhusen. Dieser enthält wie Ollendorf einen Personennamen "Olo", dessen Herkunft allerdings nicht sicher bestimmt werden kann. Ollendorf ist somit das "Dorf eines Olo".

Literatur: K. Casemir, U. Ohainski, J. Udolph
Die Ortsnamen des Landkreises Göttingen
Bielefeld 2003, S. 305f.

E. Förstemann
Altdeutsches Namenbuch, Bd. 2: Orts- und sonstige geographische Namen, l. Hälfte
Bonn 1913, Sp. 269

H. Walther
Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts
Berlin 1971, S. 304

A. Werneburg
Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringens
Nachdruck, Köln-Wien 1983, S. 96

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2016, 10:42 Uhr