Luftbildaufnahme von Groß- und Kleinhettstedt
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Ilm-Kreis Groß- und Kleinhettstedt

Im Tal der Ilm zwischen Stadtilm im Süden und Dienstedt im Norden liegen die landwirtschaftlich geprägten Orte Groß- und Kleinhettstedt.

Luftbildaufnahme von Groß- und Kleinhettstedt
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Historische Belege

Großhettstedt

  • 1140 Heinricus de Hettestete
  • 1248 Hattenstete
  • 1279 Hetstete
  • 1291 Hastete
  • 1295 Fridericus de Hetstete
  • 1296 Hestete
  • 1349 Hestete
  • 1352 Hetzstete
  • 1380 Hetzstete
  • 1427 Hetzstete
  • 1576 von großen Hedtstedt
  • 1657 Großen Hattstedt
  • um 1850 Gr. Hettstedt

Kleinhettstedt

Kleinhettstedt, südöstlich Arnstadt. - Endstand als Nebensiedlung bei Großhettstedt. - 1292 minor Hetstete, 1293 Wengen Hetstet Wähler SIN 34 ff.; 1888 in minori Hetstete Anem. 191; 1112 wenigen Hettstete ZTG 81, 120; um 1450 minor Hetstete Ovörm 8, A. 5; 1508 kleinen Hetstedt ZTG 81; 140; 1590 Klein Hetstet obd, 122; um 1850 Kl. Hettstedt.

Belege nach R. Fischer, Ortsnamen der Kreise Arnstadt und Ilmenau, Halle (Saale) 1956, S. 44.

Das alte Dorf Hettstedt wurde später als Groß-Hettstedt bezeichnet, nachdem die Nebensiedlung Kleinhettstedt entstanden war. Im Allgemeinen hat man diese Ortsnamen mit einem Vornamen Hatto oder Haddo verbunden (Fischer, Walther, Werneburg).

Der Ortsname hat aber etliche Parallelen, die man bei der Deutung berücksichtigen muss, was bislang aber kaum geschehen ist:

1. Hettstedt bei Eisleben, 1046 Heizstete, 1223 Hezstide, 1241 Hetstide

2. Hittfeld (Kr. Harburg), 1293 (Kopie) Hetfelde, 1326 Hinrico de Hetfelde

3. Hadeln in Niedersachsen, alt unterschiedlich belegt, z.T. mit -d- seit dem Ende des 8. Jhs. als Hadalaun, Hadalaon, de Haduloha usw., z.T. mit -th- seit ca. 1150 als Hathelene, 12.Jh. maritima Hathelen, Hathelen, Hadelen.

4. Hattorf bei Wolfsburg, 1196-1197 Hattorp, 1277 (Abschrift 17. Jh.) Hattorp usw.

5. Hattorf am Harz, 952 (Fälschung 13. Jh., A. 16. Jh.) Hattorpp, um 1263 (A. 16. Jh.) Conradus de Hattorph usw.

Es gibt noch weitere Namen. Ausführlich sind diese und andere behandelt worden von J. Udolph, Haduloha; Casemir usw., ON. Helmstedt u. Wolfsburg und Ohainski/Udolph, ON. Osterode. Als Ergebnis lässt sich zusammenfassen: diese und weitere Namen - und darunter auch Groß- und Kleinhettstedt gehören zu einer Basis *hat-und *had- (es gibt beide Varianten) mit einer Grundbedeutung "gebogen, geneigt, ausgehöhlt", "an der Schräge, Neigung liegend". Bei fast allen Ortsnamen lässt sich diese Lage gut erkennen. Eine Verbindung mit einem Personennamen ist kaum anzunehmen.

Auch bei Klein- und Großhettstedt ist der stark abfallende Hang des Hettstedter Berges bzw. Osterberges klar zu erkennen und offenbar das Motiv für die Namengebung gewesen.

Wasser fließt von einem hölzernen Mühlrad in einer Rinne durch einen Graben neben den Gebäuden der Senfmühle Kleinhettstedt
Die historische SenfmŸühle in Kleinhettstedt bei Arnstadt, die sich seit 1732 im Familienbesitz der Familie Morgenroth befindet. Bildrechte: MDR/Mathias Heerwagen

Literatur-Hinweise "Die Ortsnamen des Landkreises Helmstedt und der Stadt Wolfsburg", Kristin Casemir, Franziska Menzel, Uwe Ohainski, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld, 2011, S. 198

"Ortsnamen der Kreise Arnstadt und Ilmenau", Rudolf Fischer, VEB Niemeyer, Ilmenau, Halle (Saale) 1956, S. 37f., 44

"Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringens", Adolf Werneburg, Nachdruck, Böhlau Verlag Köln-Wien 1983, S. 51

"Altdeutsches Namenbuch", Bd. 2: Orts- und sonstige geographische Namen, l. Hälfte, Ernst Wilhelm Förstemann, Olms Verlag, Bonn 1913, Sp. 1288

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