Luftbildaufnahme von Leubingen
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Ortsteil von Sömmerda Leubingen

Leubingen ist ein Ortsteil der Stadt Sömmerda im gleichnamigen Landkreis nördlich von Erfurt. Das Heimatmuseum, die Kirche Sankt Petri und das Hügelfest charakterisieren den 900-Einwohner-Ort.

Luftbildaufnahme von Leubingen
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Historische Belege

(um 880) (Kopie um 1160) Loubingen
12. Jh. (Kopie um 1160) in finibus Loubingeneremarcha
1154 in Louinge … Tidericus de Louingen
(1172-1181) et Lůuingen
1230 (Kopie) Widelo de Lowingen
1288 Guntherus de Loubingin
1330 Th. von Lobingen
1346 Johannes von Loubingin
1507 Loubingen
1833 Leubingen

Zur Bedeutung des Ortsnamens

Leubingen ist ein schwieriger Ortsname. Gebildet ist er mit dem Suffix -ing(en), das an Personennamen, aber auch an Wörter, die auf die Lage eines Ortes Bezug nehmen, antreten kann.

Der Name wird unterschiedlich erklärt. E. Förstemann dachte an einen Personennamen zum Stamm Liub, das auch in dt. lieb, Liebe enthalten ist. H. Walther schwankt zwischen einer Verbindung mit althochdeutsch loub, altsächsisch lōf "Laub" und althochdeutsch louba "Vorbau, Halle, Schutzdach, Laube".

So richtig überzeugt keiner der Vorschläge. Betrachtet man sich die Lage von Leubingen, so fällt auf, dass sich hier etliche Wasserläufe vereinen: Unstrut, Lossa und Monna. Und Hochwasser spielen hier immer wieder eine Rolle, zuletzt 2003 und 2013, und das, obwohl natürlich inzwischen Schutzdämme und -deiche errichtet worden sind. Wie mag das vor 1.000 Jahren ausgesehen haben?

Aus diesem Grund schlage ich eine Deutung aus der zugrunde liegenden niederdeutschen  Form Louv-ing-vor und verbinde den Namen mit einer Sippe im Litauischen: ļuvȩns „weich, schlaff, sumpfig, moorig“, ļuvenis „moorige, sich bewegende Stelle“, ļuvenêt "schaukeln, sich bewegen (von moorigen, mit Gras bewachsenen Stellen").

Wenn diese Verbindung stimmt, kann der Ort ursprünglich nach einer "morastigen, moorigen, sumpfigen Stelle", auch etwa "feuchte, nasse, häufig überschwemmte Stelle", benannt worden sein. Die Namengebung hat sich dann wahrscheinlich auf eine in der Nähe des heutigen Dorfes gelegene Stelle bezogen, denn Siedlungen wurden im Allgemeinen hochwassergeschützt angelegt.

Literatur-Angaben E. Förstemann, Altdeutsches Namenbuch, Bd. 2: Orts- und sonstige geographische Namen, 2. Hälfte, hrsg. von H. Jellinghaus, Bonn 1916, Sp. 94.

H. Walther, Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 250.