Ein Ortschild mit der Aufschrift "Craula"
Bildrechte: MDR/MCS Grafik

Wartburgkreis Craula (Ortsteil von Hörselberg-Hainich)

Ein Ortschild mit der Aufschrift "Craula"
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Historische Belege Craula (Ortsteil von Hörselberg-Hainich)

  • 1280 Crowela (Dobenecker IV Nr. 1751 nach Brückner)
  • 1284 Crowelo (Heusinger, Opuscula I S. 151)
  • 1291 feudum Crauelense (Annales Isenacenses, S. 63)
  • 1294 bona Crovvelensia (Annales Isenacenses, S. 64)
  • 1294 Crovvela (Annales Isenacenses, S. 65)
  • 1294 Crowelo, Crewelo (Walther, S. 289)
  • 1299 Crowelo (Schöttgen, Inventarium S. 170)
  • 1306 de Crevla (UB Stadt Erfurt I Nr. 522 S. 365)
  • 1309 de Crowela (ZVThürGA II S. 178)
  • 1331 de Crawla (ZVThürGA II S. 179)
  • 1333 Crowelo (Regesten Wangenheim II Nr. 45 S. 33)
  • 1337 Krowela (ZVThürGA IX S. 279)
  • 1349 in Kreula (Lehnbuch S. 12)
  • 1349 Crauwola (Regesten Wangenheim II Nr. 60 S. 41)
  • 1353 Creula (Möller, Reinhardsbrunn S. 134)
  • 1796 Craula, a[uch] Craulau (Bube 91)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Es ist auch an den Belegen nicht gut erkennbar, dass der Name eigentlich aus zwei Teilen besteht und in Krouel-, Krowel- + -lo(h) zerlegt werden kann. Der zweite Teil enthält das alte germanische und deutsche Wort -lo(h) "Wald", das aus Namen wie Gütersloh, Oldesloh, Lohhausen u.a. gut bekannt ist.

Kräuel ist heute noch in deutschen Mundarten bekannt als Bezeichnung für eine Kralle, Dunkhaken oder Dunkharke, ein Gerät, das vor allem zur Lockerung und Durchlüftung des Bodens, aber auch zur Verbreitung von Dünger verwendet wird. Im Althochdeutschen ist es als krouwil "Gabel, Haken, Kralle" bezeugt, im Mittelhochdeutschen als kröu(w)el, krewel, z.T. auch mit anderen Bedeutungen.

Ist nun eine Grundbedeutung "Biegungswald, Krümmungswald" sinnvoll? Der Blick auf die Landkarte bestätigt dieses: der Ort liegt nicht allzu weit entfernt vom Baumkronenpfad im Hainich fast vollständig umgeben von Wald, nur nach Südosten hin liegt eine unbewaldete Fläche.

Natürlich kann der Waldbewuchs vor 1000 und mehr Jahren anders ausgesehen haben, aber es spricht nicht sehr viel dafür.

Literatur:

J. Udolph, Namenkundliche Studien zum Germanenproblem, Berlin-New York 1994, S. 526.
H. Walther, Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 289.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 07. November 2019 | 11:10 Uhr