Luftbild Kallmerode
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Kreis Eichsfeld Kallmerode

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Historische Belege:

  • 1206 (beglaubigte Abschrift) Carmerodt (UB. Eichsfeld Nr. 174 S. 100)
  • 1209 (beglaub. Abschrift) in Carmanrodt, Variante Carmanrot (UB. Eichsfeld Nr. 184 S. 107, 108)
  • 1221 (Abschrift 16.-17. Jh.) Carmannerot (UB. Eichsfeld Nr. 213 S. 126)
  • 1253 (Fälschung?) Carmenrode, Variante Carmerode(UB. Eichsfeld Nr. 362 S. 209)
  • 1279 (Druck 18. Jh.) in Cammenrode (UB. Eichsfeld Nr. 589 S. 357)
  • 15./16. Jh. (Rückentitel) Carmerode; Calimroda (UB. Eichsfeld Nr. 362 S. 208)
  • 1833 Kalmerode (König 2,9)

In der Deutung kann man K.-H. Müller folgen. Er schreibt u.a.: Der Ortsname ist zusammengesetzt aus dem Grundwort -rode und einem Personennamen, der nach Werneburg Carman (Karlmann) ist; der gleichen Ansicht ist K. Hentrich. Müller meint weiter: Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Bestimmungswort ein Personenname Karlmann ist. Die heutige Form hat die beiden Konsonanten r + l zu ll assimiliert und -man zu -mm abgeschwächt, wie auch für Karl Kallm gesprochen wird. In den urkundlichen Formen begegnet zuerst -r-(Carmanrot 1209) und später -l- (Calmeroda, Kalmerod 1253).

Der Ortsname bedeutet 'Rodung des Karlmann'

Man kann noch hinzufügen, dass der Vorname Karlman(n) gerade in Thüringen durch den Karolinger Karlmann, dem nach der Reichstrennung als Sohn von Karl Martell die Herrschaft auch über Thüringen zugeteilt wurde, weithin bekannt war. Das lag auch daran, dass er die Kirchenreformen von Bonifatius unterstützte und Kirchen und Klöster Schenkungen erteilte. Es ist allerdings nicht anzunehmen, dass dessen Name in dem Ortsnamen enthalten ist, sondern der eines nicht mehr bekannten Mannes.

Literatur: K.-H. Müller, Die Ortsnamen der Kreise Nordhausen und Worbis, Masch.-Schr. Hausarbeit Jena 1954, S. 180f.

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2018, 11:29 Uhr