Illustration - Ortsschild von Klettstedt
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unstrut-Hainich-Kreis Klettstedt

Illustration - Ortsschild von Klettstedt
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Historische Belege

  • 9.Jh. (Kopie 12. Jh.) Cletestat; Clettestat (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), I S. 334, 335)
  • 977 (Kopie 11.Jh.) Gleddestedi  (MGH DO II Nr. 160 S. 181)
  • 1190 Cledisteiti (Dobenecker II Nr. 852 S. 161)
  • 1191 Cletistete (Dobenecker II Nr. 882 S. 168)
  • 1242 in Clettenstede (UB Eichsfeld Nr. 304 S. 175)
  • (1242) in Clettenstete (UB Eichsfeld Nr. 305 S. 176)
  • 1254 Clestette (Dobenecker III Nr. 2284S. 362)
  • 1254 Clestet (Dobenecker III Nr. 2297S. 363)
  • 1268 Clettestete (UB Eichsfeld Nr. 494 S. 302)
  • 1268 Clethstede (UB Mühlhausen Nr. 183 S. 69)
  • 1285 de Gletstete (Mencke, SRG I S. 627)
  • 1296 de Cletstete (UB DOB Thüringen Nr. 588 S. 504)
  • 1308 in Clettestede (UB Mühlhausen Nr. 599 S. 270)
  • 1340 de Cletstete (Henneb. UB II S. 49)
  • 1833 Klettstädt, Clettstädt (König 2,10; R 322)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Der Ortsname ist schwieriger als man auf den ersten Blick denkt. Klar ist, dass im zweiten Teil niederdeutsch sted(e) bzw. hochdeutsch stet(e) "Stelle, Stätte, Siedlungsstätte" steht. Im ersten Teil kann man natürlich die Klette sehen, wie es auch H. Walther angenommen hat, die in den germanischen Sprachen gut bezeugt ist: altsächsisch kledđo, kleđa, kledđa, althochdeutsch cletta, cletto. Aber eigentlich sind Zusammensetzungen mit dem Wort Klette anders gebildet. So ist z.B. der Ort Klettenberg im Landkreis Nordhausen nur als Klettenberg überliefert, nie als Klettberg o.ä.

Schon E. Förstemann hatte gezögert, Klettstedt mit der Klette in Verbindung zu bringen. Vielleicht sollte man besser einen Weg gehen, den K. Casemir bei der Diskussion um den Ortsnamen Kneitlingen (Kreis Wolfenbüttel) erwogen hat. U.a. schreibt sie: Kneitlingen liegt in starker Hanglage am Elm. Im Germanischen (vor allem im Nordgermanischen) existiert ein Wort, das in norwegischen Dialekten als klett "steiles Ufer, Bergklippe" belegt ist. Dieser Vorschlag bedarf weiterer Stützung durch Namenmaterial, würde aber die Lage Kneitlingens berücksichtigen.

Genau diese Stütze könnte unser Ortsname Klettstedt bieten, denn auch er liegt am Hang. Man wird aber, bevor man das als sicher annehmen kann, nach weiteren Stützen suchen müssen.

Literatur K. Casemir, Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter, Bielefeld 2003, S. 214-216.

H. Walther, Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 280.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 16. Mai 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. April 2019, 11:10 Uhr