Luftaufnahme Kraja
Luftaufnahme der Ortschaft Kraja. Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Landkreis Nordhausen Kraja

Luftaufnahme Kraja
Luftaufnahme der Ortschaft Kraja. Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Historische Belege:

  • 1235 de Craghe (UB.Walkenried I Nr. 214 S. 238)
  • 1236 de Crage (UB. Walkenried I Nr. 218 S. 241)
  • 1238 de Craga (UB. Walkenried I Nr. 230 S. 250)
  • 1244 de Craga (UB. Walkenried I Nr. 258 S. 277)
  • 1276 de Crage (UB. Walkenried I Nr. 514)
  • 1313 de Krage (UB. Walkenried II Nr. 900 S. 161)
  • 1313 de Krage (Amtsbuch Nordhausen, S. 101)
  • 1318 de Crage (Amtsbuch Nordhausen, S. 83)
  • 1320 Cray (Müller, Nordhausen S. 222)
  • 1321 de Crage (Amtsbuch Nordhausen, S. 84)
  • 1322 de Kragen (Amtsbuch Nordhausen, S. 85)
  • 1326 de Crage (Amtsbuch Nordhausen, S. 37)
  • 1328  Craenhayn (Müller, Nordhausen S. 222)
  • 1370 Kray (Müller, Nordhausen S. 222)
  • 1506 Krage (Müller, Nordhausen S. 222)
  • 1573 Kraga (Müller, Nordhausen S. 222)
  • 1632 Kraya (Müller, Nordhausen S. 222)
  • 1796 Kraja (Bube 52, 57)
  • 1833 Kraja, Craja (König 2,10)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Bisherige Deutungen des Ortsnamens bauen zumeist auf einem Beleg aus dem 8. Jh. Cranaha auf, der aber Grunahazu lesen ist und nicht hierher gehört. K.-H. Müller denkt an slavische Herkunft zu kraj "Grenze, Lande, Ende" (dazu gehört auch Ukraine), aber slavische Namen in dieser Region sind nicht zu erwarten.

Man muss einen anderen Weg gehen. Man findet diesen über Vergleichsnamen, die dasselbe Element krag-enthalten (die heutige Form mit -j- ist eine Wiedergabe der mundartlichen Aussprache des -g- als -j-). Diese gibt es gar nicht so selten: Crock (Ldkr. Hildburghausen), 1152 Cracte, 1353 Kragte usw., ein -ithi-Ort, aus *Kragithi entstanden. Kragenhof (Ldkr. Kassel), 1172-1181 Cragen, 1311 allodium Crage, 1312 aream dicitur Crage, 1525 (Vorwerk) zum Kragen. DieFulda umschließt die Landspitze wie ein Kragen und deshalb erhielt der Hof nach dieser Kragenform seinen Namen. Kragen (Kr. Celle), 1360 to kragen, to kraghen, 1391 to Kragen, 1428-38 To Kragen usw.

Die Ortsnamen hängen mit dem deutschen Wort Kragen zusammen, aber man muss bedenken, dass mittelhochdeutsch chrage, krage usw. ursprünglich eine etwas andere Bedeutung gehabt haben, nämlich auch "Bucht, Kehle, Einbiegung, Schlund". Wenn man sich vor allem die Lage von Kragenhof in Nordhessen betrachtet, dann sieht man, dass der Ort mitten in einer fast 360°-Schleife liegt, umgeben vom Fluss. Kraja liegt ähnlich, im recht tief eingeschnittenen Tal des Krajaer Bachs, also in einer Art Bucht oder im Schlund.

Literatur-Angaben: K.-H. Müller, Die Ortsnamen der Kreise Nordhausen und Worbis. Masch.-Schr. Hausarbeit Jena 1954, S. 222.

J. Udolph, Die Ortsnamen auf -ithi, in: Probleme der älteren Namenschichten, Heidelberg 1991, S. 94).

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 13. September 2018 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2018, 08:37 Uhr

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