Unstrut-Hainich-Kreis Langula

Historische Belege:

  • 1246 Henricus de Langelo (Dobenecker III Nr. 1429 S. 232; UB. Mühlhausen Nr. 103 S. 32)
  • 1278 Langelo(UB. Mühlhausen Nr. 264 S. 105)
  • 1282 Kirstanus de Langelo (UB. Mühlhausen Nr. 296 S. 119)
  • 1297 iunior de Langelo (UB. Mühlhausen Nr. 465 S. 200)
  • 1302 Cristano de Langelo (UB. Mühlhausen Nr. 530 S. 232)
  • 1305 iunge von langelo (ZVThürG 20, S. 674)
  • 1833 Langula (König 2,10)

Wie die benachbarten Ortsnamen Nieder- und Oberdorla enthält Langula im zweiten Teil ‑loh, ein altes Wort für "Wald, Hain": althochdeutsch lôh "Hain, bewachsene Lichtung, niedriges Gebüsch, Gehölz”, mittelhochdeutsch lô(ch),”Gebüsch, Gehölz, Hain, Wald”, deutsch dial. lô, loh "Gehölz, Waldung”, mnd. lô(ch), loh, loch, loge, lage, loy "Gehölz, Busch, Waldwiese, Waldaue, niedriger Grasanger” (Zusammenstellung entsprechender Ortsnamen mit Kartierung bei Udolph, Germanenproblem S. 513-573).

Im ersten Teil steht lang, woraus sich die einfache Erklärung "langer Wald" ergibt. Wahrscheinlich bezog sich die Namengebung auf den westlich liegenden bewaldeten Höhenrücken Niederdorlaer und Langulaer Holz. Vergleichsnamen bietet E. Förstemann mit den Orten Langebosch (Gelderland),855 Langlo; Langelo (Overijssel), 1188 Langhelo und Langel (Siegkreis), ca. 1150 Langelo.

Literatur: E. Förstemann, Altdeutsches Namenbuch, Bd. 2: Orts- und sonstige geographische Namen, 2. Hälfte, hrsg. von H. Jellinghaus, Bonn 1916, Sp. 26.

M. Genzel, Die Siedlungsnamen des Kreises Mühlhausen. Teil 1, in: Mühlhäuser Beiträge zu Geschichte, Kulturgeschichte, Natur und Umwelt 8 (1985), S. 74.

J. Udolph, Namenkundliche Studien zum Germanenproblem, Berlin - New York 1994, S. 526.

H. Walther, Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 289.

A. Werneburg, Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringens, Nachdruck Köln-Wien 1983, S. 18.

Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2017, 08:36 Uhr