Testament
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Ortsteil von Meuselwitz Mumsdorf

Mumsdorf war einst wohl die Siedlung eines sogenannten Muni. Möglich ist auch, dass der Ortsname auf einen Denker zurückgeht.

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Historische Belege:

  • 1413 Mumstorf (HONBS)
  • 1519 Mumenstorff (Mansb. Erbm. II S. 541)
  • 1527 Munsdorf (Mansb. Erbm. I 131)
  • 16. Jh. Mombsdorf (Löbe Abg. I 348)
  • 1656 Mumsdorf (Leonhardi, Sachsen IV S. 691)
  • 1749 Mumsdorf (Sächs. Atlas)
  • 1796 Mumsdorf (Bube 9)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Klar ist, dass der Ortsname mit dem hochdeutschen Grundwort -dorf gebildet wurde. Dass auch -torf erscheint, liegt an dem davor stehenden -s-, denn immer wieder kann man bei einer Verbindung -s-dorf eine Veränderung zu -storf beobachten.

Fraglich ist allerdings, welcher Personenname vorn angesetzt werden kann. Im Honbs heißt es dazu: Infolge der späten und spärlichen Überlieferung bleibt er unklar. Evtl. liegt der Personenname Munt zugrunde, zu dem ein nicht mehr vorhandenes Zweitglied gehört hat. Auch ein Stamm mun- zu got. munan "denken", bleibt zu erwägen.

Die zweite Möglichkeit halte ich für die bessere. Bei Vor- und Familiennamen wie Mummo, Mumbert kann man keinen sicheren Ansatz Mum- gewinnen, daher nimmt man bei Mumbert eine Angleichung von -nb- > -mb- an und geht von Muni-bert und ähnlich gebildeten Namen aus. Darin ist im ersten Teil enthalten altnordisch munr "Vergnügen, Freude" oder gotisch munan "denken, wollen", muns "Gedanke, Wille". Hiervon abgeleitet kennen wir unter anderem die Familiennamen Mumme, Momme, Mommen, Mumm, Mommsen, Momsen, Mumsen, Mummen, Momken, Momenson, Mömming; Momp, Mombcken, Mombkeoder Mombsen. Der Ortsname enthält somit wahrscheinlich eine ursprüngliche Bildung Munesdorf "Siedlung, Dorf eines Muni".

Literatur-Angaben: * Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Bd. 2, Berlin 2001, S. 67

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 15. März 2018 | 11:10 Uhr