Der Ortsname Naitschau auf einem gelben Ortseingangsschild.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Landkreis Greiz Naitschau

Naitschau ist ein Ortsteil von Langenwetzendorf im Landkreis Greiz. Der Ort ist erst im 15. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt worden. Man nimmt einen slavischen Vornamen als Quelle für den Ortsnamen an an.

Der Ortsname Naitschau auf einem gelben Ortseingangsschild.
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Historische Belege

  • 1444 Netzschen(UB Elsterberg Nr. 156)
  • 1449 zum Netzschen (Fs. Tille S. 78f.)1503 zu Netzschen (Reiser S. 66)
  • 1533/34 Natschav, Netschav (Eichler 3 S. 7)
  • 1566 zu Netzschau (Eichler 3 S. 7)
  • 1571 Netzscha (Reiser S. 66)
  • 1687 zu Netzschau (Reiser S. 66)
  • 1608 Neitzschau (Eichler 3 S. 8)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Aufgrund der späten Überlieferung ist dieser Ortsname schwer zu deuten. Sicher ist allerdings, dass es sich um einen slavischen Namen handelt und dass das heutige -au erst spät durch Umdeutung und Eindeutschung entstanden ist.

Man nimmt einen slavischen Vornamen als Quelle an, möglich sind die Ansätze Nečin-, Nedašin, Netešin o.ä. Genaueres kann leider nicht ermittelt werden. In jedem Fall die Siedlung eines Mannes, der einen slavischen Namen getragen hat.

Letzte Handgriffe an der Krone des Osterbrunnens in Langenwetzendorf 3 min
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Literatur E. Eichler, Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße, Bd. 3, Bautzen 1993, S. 7f.

M. Reiser, Die Ortsnamen der Kreise Greiz und Zeulenroda, Diss. Leipzig 1967, S. 66.

M. Reiser, in: Onomastica Slavogermanica 6, 1971, S. 118f.

H. Rosenkranz, Ortsnamen des Bezirkes Gera, Greiz 1982, S. 61.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 09. Mai 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. März 2019, 11:10 Uhr