Das Freilichtmuseum in Niederdorla.
Das Freilichtmuseum in Niederdorla. Bildrechte: Annelie Kolar, Schlotheim

Unstrut-Hainich-Kreis Niederdorla und Oberdorla

Das Freilichtmuseum in Niederdorla.
Das Freilichtmuseum in Niederdorla. Bildrechte: Annelie Kolar, Schlotheim

Zu Beginn der Überlieferung werden die Ortsnamen in den Urkunden noch ohne Unterscheidung genannt; die Unterteilung in Ober-Dorla und Unter-Dorla setzt erst allmählich im 13.-14. Jahrhundert ein.

Historische Belege:

  • 8./9. Jh. (Kopie 12. Jh.) in Dornelohen (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II S. 162)
  • 8./9. Jh. (Kopie 12. Jh.) in Thurnilohum (Dobenecker I Nr. 222; Codex Eberhardi)
  • 932 Durniloha (MGH DH I Nr. 32 S. 67)
  • 987 Turnilann …ecclesiam, quae etiam Dorlon nominatur (Dobenecker I Nr. 537 S. 119)
  • 1051 Dorneloh (Dobenecker I Nr. 796a S. 166)
  • 1063 apud Dorloch (Dobenecker I Nr. 837 S. 176)
  • 1105 Thurlensis (Dobenecker I Nr. 1021 S. 217)
  • 1123 Durlon (Werneburg, S. 18)
  • 1144 Důrlovn (Dobenecker I Nr. 1491 S. 1144)
  • 1148 Thurlon (Werneburg, S. 18)
  • 1168 Thůrloen (Dobenecker II Nr. 358 S. 63)
  • 1219 Durlo (Dobenecker II Nr. 1853 S. 338)
  • 1220 Dorlo (Dobenecker II Nr. 1925 S. 350)
  • 1221 Durlon (Dobenecker II Nr. 1946 S. 353)
  • 1268 Dorlo (Dobenecker IV Nr. 184 S. 29)
  • 1287 prope Dorlon (Dobenecker IV Nr. 2644 S. 377)

Oberdorla

  • 1360 Oberdorla (Vigener, Regest. Erzb. Mainz Nr. 2757)
  • 1372 Ubirn Dorla  (Vigener, Regest. Erzb. Mainz Nr. 2957)
  • 1833 Ober-Dorla (König 2,6)

Niederdorla

  • 1223 (Abschrift 15. Jh.) sancti Petri Durlonensi … totius Durlonensis capitulis …nostre Durlonensi …Wernernus de Durlon … Ludevicus de inferiori Durlon (UB Erfurter Stifter I Nr. 187 S. 99)
  • 1275 wird in einer Mainzer Urkunde von Niederdorlagesprochen (ZVThürG 15, S. 47)
  • 1321 in inferiori Dorlo (UB. Mühlhausen Nr. 772 S. 363)
  • 1336 ZF Nider Dorla (UB. Mühlhausen Nr. 888 S. 432)
  • 1360 Nedern Dorla (Vigener, Regest. Erzb. Mainz Nr. 2757)
  • 1372 Nedyrn Dorla  (Vigener, Regest. Erzb. Mainz Nr. 2957)
  • 1833 Nieder-Dorla (König 2,6)

Aufgrund der guten älteren Überlieferung lassen sich die Ortsnamen recht gut erklären. Die alten Formen wie Dornelohen, Thurnilohum enthalten einen Dativ und sind typische Bildungen alter Ortsnamen im Deutschen. Sie können etwas mit einer Wendung "bei der …, bei dem …" übersetzt werden. Gut zu erkennen ist auch, dass Dorla aus zwei Bestandteilen besteht: im zweiten Teil steckt -loh, ein altes Wort für "Wald, Hain": althochdeutsch lôh "Hain, bewachsene Lichtung, niedriges Gebüsch, Gehölz”, mittelhochdeutsch lô(ch),”Gebüsch, Gehölz, Hain, Wald”, deutsch dial. lô, loh "Gehölz, Waldung”, mnd. lô(ch), loh, loch, loge, lage, loy "Gehölz, Busch, Waldwiese, Waldaue, niedriger Grasanger” (Zusammenstellung entsprechender Ortsnamen mit Kartierung bei Udolph, Germanenproblem S. 513-573).

Im ersten Teil darf das "Dorn(en)-"Wort vermutet werden, hier wohl in altniederdeutscher Gestalt als thorn. Die späteren unterscheidenden Zusätze sind z.T. dt. Ober- (auch in dialektal-historischer Form als Obir-n-), Nieder-/Niedern- und latein. inferior "tiefer, niedriger gelegen" und nehmen Bezug auf die unterschiedliche Höhenlage der Orte. Der Ortsname Dorla bedeutete also etwa "bei dem Dornenwald, -wäldchen, -haun".

Literatur: M. Genzel, Die Siedlungsnamen des Kreises Mühlhausen. Teil 1, in: Mühlhäuser Beiträge zu Geschichte, Kulturgeschichte, Natur und Umwelt 8 (1985), S. 74.

J. Udolph, Namenkundliche Studien zum Germanenproblem, Berlin - New York 1994.

H. Walther, Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 288.

A. Werneburg, Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringens, Nachdruck Köln-Wien 1983, S. 18.

Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2017, 08:28 Uhr