Ortsschild Lothra
Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Lothra / Drognitz

Lothra liegt auf einem Hochplateau des Südostthüringer Schiefergebirges nahe des Hohenwarte-Stausees. Blickfang mitten im Ort ist die Dorfkirche, zu deren Schätzen eine Marienglocke aus dem 15. Jahrhundert gehört.

Ortsschild Lothra
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Historische Belege:

Der Name ist nicht zu trennen von den Namen Lothrabach, Lothratal, Lothrahügel, Lothramühle. Der Lothrabach fließt heute in den Stausee Hohenwarte.

  • 1310 in villa  Lotter
  • 1325 zu der Loter
  • 1335 Loter
  • 1347 zu der Luthir
  • 1354 zu der Lotter
  • 1368 zu der Lotir
  • 1509 die Lotter
  • 1517 Lotter
  • 1531 czur Lotra
  • 1533 zur Lotter
  • 1542 zu der Lotera/zu der Loter
  • 1583 die Loter
  • mundartl. die Lūther und Lōther

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Der Ort hat seinen Namen vom Fluss, der in Lothra entspringt. Dieser wird im allgemeinen mit niederdeutschen Namen wie Lutter, Königslutter, Lutter (am Barenberge) u.a.m. verglichen. Zahlreiche dieser Namen hat B.-U. Kettner behandelt. Er stellt diese zu altsächsisch hlûttar, althochdeutsch (h)lûttar, mittelniederdeutsch lutter, mittelhochdeutsch lûter "hell, rein, klar, lauter", heute noch im Deutschen in den Worten geläutert, ein lauterer Charakter zu erkennen.

Aber hier gibt es ein Problem, denn im hochdeutschen Bereich müsste der Name Lauter heißen, wie in Lauterbach in Hessen, in Kaiserslautern usw. Das ist aber, wie man sieht, nicht der Fall. Daher muss ein anderer Weg gegangen werden. Ich sehe eine Möglichkeit, ihn mit der Lure, Flussname in Burgund, alt Luthra, und Luda in Venetien, alt Lutero, Lutiero, zu verbinden und ihn zu einer großen Gruppe von Namen zu stellen, die letztlich auf eine Wurzel *lut- oder *ludh- mit der Bedeutung „Schlamm, Morast“ u.ä. zurückgehen. Hierher gehört auch der alte Name von Paris Lutetia. Weiteres zu dieser Sippe steht bei J. Udolph, Stellung der Gewässernamen, S. 145-152.

Literatur-Angaben: B.-U. Kettner
Flußnamen im Stromgebiet der oberen und mittleren Leine
Rinteln 1972, S. 185f.

H. Rosenkranz
Ortsnamen des Bezirkes Gera
Greiz 1982, S. 18.

J. Udolph
Die Stellung der Gewässernamen Polens innerhalb der alteuropäischen Hydronymie
Heidelberg 1990

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 28. Dezember 2018 | 11:10 Uhr