Ein Wanderstiefel steckt auf einem Pfahl. Im Hintergrund ist ein See zu sehen.
Der Ortsname leitet sich wohl nicht von Pfahl, sondern von Pfuhl ab - wie Sumpf. Bildrechte: Colourbox.de

bei Apolda Pfuhlsborn

Ist Pfuhlsborn ein (Süden-)Pfuhl? Die Herleitung des Namens ist schwierig. Vermutlich hat es aber etwas mit sumpfigem Gebiet zu tun.

Ein Wanderstiefel steckt auf einem Pfahl. Im Hintergrund ist ein See zu sehen.
Der Ortsname leitet sich wohl nicht von Pfahl, sondern von Pfuhl ab - wie Sumpf. Bildrechte: Colourbox.de

Historische Belege:

  • 9.Jh. (Kopie 12. Jh.): Pholesbrunnen (Trad. Fuld. (ed. Meyer zu Ermgassen), II, S. 146)
  • 1159: in Uulenbrunnen (UB Hst. Naumburg, Nr. 235, S. 218)
  • 1269: Pholsburn, Varianten: phulsburn, pholsburne (UB. Pforte I, Nr. 213, S. 224)
  • 1334: Pfohlsbrunn (Werneburg, S. 73)
  • 1355: Pfuhlsborn (Werneburg, S. 73)
  • 1362: in Phulsborn (UB St. Jena I, Nr. 308, S. 291)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

In diesem Ortsnamen hat man zum Teil einen germanischen Götternamen vermutet. J. Udolph, Kult. Namen S. 422 schreibt dazu: Angeregt durch die bekannte Passage aus den Merseburger Zaubersprüchen Phol ende uuodan ist immer wieder vermutet worden, dass der (keineswegs gesicherte) Göttername Phōl (= Pfōl? Auch das ist nicht sicher) in dem Ortsnamen Pfuhlsborn bei Apolda, 9. Jh. Pholesbrunnen, vorliegen müsse. Herangezogen wird dabei auch fast immer Pfalsaubei Passau, 8.Jh. usw. Pholesauwa, Pholesowe, Pholesowe, Pfoalsowa. Das bleibt alles ganz unsicher. In dem thüringischen Ortsnamen sieht H. Walther im ersten Teil einen Genitiv zu althochdeutsch pfuol, mittelniederdeutsch pōl "Pfuhl", so dass man den Ortsnamen etwa als "Pfuhl-, Sumpfbrunnen“ oder „Pfuhl-, Sumpfquelle" verstehen kann. Der Pfahl (so A. Werneburg) bleibt beiseite. Ähnlich wie Pfuhlsborn ist Fuhlsbüttel in Schleswig-Holstein gebildet (s. Casemir, Büttel, S. 143).

Literatur-Angaben: * M. Bathe, Die Ortsnamen auf -leben, Mskr., [Berlin ohne Jahr], S. 270.
* K. Casemir, Die Ortsnamen auf –büttel, Leipzig 1997, S. 143.
* E. Förstemann, Altdeutsches Namenbuch, Bd. 2: Orts- und sonstige geographische Namen, l. Hälfte, Bonn 1913, Sp. 962.
* J. Udolph, Kultische Namen – Kontinent. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 17, Berlin - New York 2000, S. 415-425.
* A. Werneburg, Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringens, Nachdruck Köln/Wien 1983, S. 73.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 11. Oktober 2018 | 11:10 Uhr