Eine Grafik vom Ortsschild Vollenborn
Bildrechte: MDR Thüringen

Landkreis Eichsfeld Vollenborn - Ortsteil der Gemeinde Niederorschek

In Vollenborn gab es einst eine Quelle. So viel steht fest. Ob diese aber besonders ergiebig (voll) war oder vielmehr fauliges Wasser hervorbrachte? - Prof. Udolph weiß es.

Eine Grafik vom Ortsschild Vollenborn
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Historische Belege:

  • (1161-1186) in  Fulenborn;Variante: in Vulenbrunnen  (Dobenecker II Nr. 736 S. 139; UB Hst. Naumburg Nr. 333 S. 313; UB Eichsfeld Nr. 134 S. 79)
  • 1460 in Fulenborn (Wolf, Archidiakonat UB Nr. 63 S. 68)
  • 1579 Fulenborn (Werneburg, S. 178)
  • 1833 Vollenborn (König 2,17)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Der Ortsname ist relativ gut zu erklären. In Norddeutschland gibt es viele Ortsnamen, die  ‑born enthalten. Es kann mit „Brunnen“ oder „Quelle“ übersetzt werden, in Ortsnamen ist es allerdings mehr die „Quelle“. Von der heutigen Form her gesehen, könnte man vielleicht auf eine „volle Quelle“ = „wasserreiche Quelle“ schließen, aber die alten Formen machen deutlich, dass der Ortsname auf eine ursprüngliche Wendung (bei, bi dem) fulen Born zurückgehen dürfte. Niederdeutsch fūl entspricht hochdeutsch faul, so dass man annehmen darf, dass die Quelle dort entsprang, wo ein morastiger, fauler Grund bestand. Es könnte sich allerdings auch um eine Quelle handeln, die fauliges Wasser an die Oberfläche beförderte oder eine Quelle, die wenig Wasser lieferte.

Literatur

K.-H. Müller, Die Ortsnamen der Kreise Nordhausen und Worbis, Hausarbeit Jena 1954, S. 203-204.
A. Werneburg, Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringens, Nachdruck Köln/Wien 1983, S. 74.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 21. März 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2019, 11:10 Uhr