Illustration - Ortsschild von Wünschensuhl
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wartburgkreis Wünschensuhl

Illustration - Ortsschild von Wünschensuhl
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Historische Belege

  • 1250 Windeschen Sula (HSTA Marburg, Urk. 56 Nr. 52)
  • 1284 Windischensula (Dobenecker IV Nr. 2354 S. 337)
  • 1330 in Windisschen Sula (Henneb. UB V Nr. 128 S. 74)

Zur Bedeutung des Ortsnamens:

Der Ortsname ist natürlich von dem der Stadt Suhl nicht zu trennen. Zur Unterscheidung von Suhl trat schon recht früh, wie der Beleg von 1250 zeigt, der Zusatz Windisch, Windesch hinzu. Ob die Geschichte, dass sich um 1200 einige Sorben hier angesiedelt haben und daher der Ort den Zusatz erhielt, stimmt, wird sich wohl nicht mehr zweifelsfrei klären lassen.

Wahrscheinlicher ist die folgende Version: wie bei den zahlreichen thüringischen Ortsnamen, die den Bestandteil -wenden haben, erhielt Wünschensuhl den Zusatz Windisch im Sinn von "Slaven" (hierher auch das Hannoversche Wendland, also = "Slavenland"), weil hier Leibeigene im Auftrag eines Dienstherrn angesiedelt worden sind. Das waren oft nur wenige Menschen, aber das reichte aus, um einen Ort als "Ort, an dem Slaven siedeln" zu bezeichnen. Im Verlauf der Geschichte wurde dann Windisch zu Wünschen, der ursprüngliche Sinn ging allmählich verloren.

Literatur D. Ascher: Die Ortsnamen des Landkreises Fulda. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 70 (2018), S. 29–49; hier: S. 8.

K. Hengst, in: Deutsches Ortsnamenbuch, hrsg. von M. Niemeyer, Berlin-Boston 2012, S. 618.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 16. Mai 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. April 2019, 11:10 Uhr