Der Bahnhof von Wutha mit Bushaltestelle davor.
Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

Wartburgkreis Wutha-Farnroda

Wutha-Farnroda ist eine Gemeinde im Wartburgkreis. Sie entstand 1987 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Wutha und Farnroda.

Der Bahnhof von Wutha mit Bushaltestelle davor.
Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

Auf dieser Seite:

Wutha

Historische Belege:

  • 1301: Brückner, K + S Gotha I/2 p. 160
  • 1349: villam Wuta (Regesten Wangenheim II Nr. 60, S. 42)
  • 1349: Wůta (Lehnbuch Friedrichs, S. 11, Nr. 37)
  • 1349: Wuathaha (G. Ros, in: Deutsches Ortsnamenbuch,S. 708; Quelle?)
  • 1360: Wůta (H. Walther, S. 259)
  • 1364: (Kremer, Eisenach, S. 52)
  • 1421: (Kremer, Eisenach S. 110) UB bestellt
  • 1462: das Wuthenfeld, Wutha (Avemann, Kirchberg UB Nr. 119, S. 115)
  • 1796: Wutha (Bube 135)

Flussname (heute = Erbstrom oder alter Teilabschnittsname der Hörsel)

  • 1313: prope aquam Wuta (ZVThürG VI S. 296)
  • 1360-1366: die Wutha (Mötsch, Urbare S. 111)

Der Ortsname hat seinen Namen von dem Flussnamen, der inzwischen verschwunden ist, erhalten. Das erkennt man an dem ab und zu noch auftauchenden -aha im letzten Teil des Namens (sofern der Beleg von 1349 zuverlässig ist), denn darin verbirgt sich althochdeutsch, auch german. aha "Wasser, Fluss".

H. Walther führt ihn auf *Wuotaha zurück, sieht im ersten Teil sicher mit Recht deutsch Wut, wütend und erklärt ihn als "wütender, rasender Bach". Ähnlich versteht G. Ros ihn als "wütender, rollender Bach".

Literatur-Angaben: G. Ros, in: "Deutsches Ortsnamenbuch", hrsg. von M. Niemeyer, Berlin-Boston 2012, S. 708.

H. Walther, Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 259.

Farnroda

Historische Belege:

  • 1260: Helmericus de Varnrod (UB Kl. Frauensee, Nr. 47, S. 29)
  • 1262: Ludewicus de Varenrot (ZVThürG 29,  NF 21, 1913, S. 242)
  • 1274: Warinrode(Dobenecker IV, Nr. 1119, S. 162)
  • 1277: Warnrode (Dobenecker IV, Nr. 1440, S. 206)
  • 1278: Varenrode (Dobenecker IV, Nr. 1536, S. 219)
  • 1286: Varnrode (Werneburg, S. 117)
  • 1292: Helmerich von Varnrode (Nova Alamanniae I, Nr. 42, S. 12)
  • 1301: fratres de Varnrode (Nova Alamanniae I, Nr. 49, S. 16)
  • 1337: Fredericus de Varinrode (Nova Alamanniae I, Nr. 439, S. 275)
  • 1349: Helmbricus de Varnrode … castrum Varnrode (Lehnbuch Friedrichs, S. 11, Nr. 37)
  • 1391: Farnrode (Werneburg, S. 117)
  • 1524: Farnrodt (G. Ros)
  • 1796: Farnroda (Bube 72, 134)
  • 1848: Farnroda (Huhn 2,232)

Der mittelalterliche Wehrturm fungiert als Glockenturm für die Dorfkirche (Laurentiuskirche) in Wutha-Farnroda
Der Wehrturm fungiert als Glockenturm für die Laurentiuskirche in Wutha-Farnroda. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Der Ortsname lässt sich relativ leicht erklären: im zweiten Teil steckt -rode "Rodung, Rodungsstelle", heute mit der typisch thüringischen Endung -roda, wie auch in Stadtroda, Zeulenroda u.a. Die -roda-Form hat sich seit dem 16. Jh. immer mehr in Thüringen ausgebreitet, sie entstand in den Schreibkanzleien und wird daher auch als "Kanzleiform" bezeichnet.

Im ersten Teil steht dt. Farn, womit der Ortsname als "Rodung an einer Stelle, an der Farn stand (oder steht)" verstanden werden kann.

Literatur-Angaben: G. Ros, in: "Deutsches Ortsnamenbuch", hrsg. von M. Niemeyer, Berlin-Boston 2012, S. 708.

A. Werneburg, "Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringen"s, Nachdruck Köln-Wien, 1983, S. 117.