Luftbildaufnahme von Triptis
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Saale-Orla-Kreis Triptis

Triptis im Saale-Orla-Kreis hat einen schwierigen, kaum zu lösenden slawischen Ortsname. Professor Jürgen Udolph hat seine Bücher gewälzt. Hier das Ergebnis.

Luftbildaufnahme von Triptis
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Eichler und K. Hengst haben den Ortsnamen Triptis ausführlich behandelt. Sie erwägen eine Herleitung von altsorbisch *trepetati "zittern", vielleicht bezogen auf das Wasser eines Gewässers.

  • 1212 Triptes
  • 1228 Bruno de Triptes
  • 1293 pleban de Triptes
  • 1296 in Triptes
  • 1304 in Triptez
  • 1317 Tryptes
  • 1350 Tiptes
  • 1378 Tryptis
  • 1452 Tripts
  • 1487 Triptis

Aber dieser Herleitungs-Versuch überzeugt wegen einer fehlenden Entwicklung von slawisch -e- > -i- genau so wenig, wie ein Anschluss an einen slawischen Vornamen Trepotis oder ähnlich (ebenfalls zu "zittern"-Sippe des Slawischen zu stellen).

Da es im slawischen Siedlungsgebiet etliche Flussnamen gibt, die Ptiča, Ptična, Ptičnja u.ä. lauten, sieht K. Hengst in dem Ortsnamen, wenn auch zweifelnd, am ehesten eine Grundform *Tri Ptiči bzw. *Tri Ptyši (worin slawisch tri "drei" vorliegen dürfte), wobei das zugrunde liegende slawische Wort ptica zwar "Vogel" bedeutet, dieses Wort aber offenbar schon früh auf Gewässer übertragen worden ist. Letztlich bleibt der Name aber schwierig; eine sichere Deutung fehlt bisher.

Allerdings gibt es einen Namen, der bisher noch nicht in der Diskussion berücksichtigt worden ist: J. Rieger (Gewässernamen im Flussgebiet des San, Stuttgart 2004, S. 105) behandelt einen Gewässernamen Tryputnik in Südostpolen, in dem er wohl mit Recht slavisch tri "drei" + put´ „Weg“, etwa im Sinne von "Drei Wege-Punkt, Drei-Wege-Kreuzung", sieht. Auffallend aber ist, dass dieser Name auch in älterer Zeit als Tripitnik erscheint. Das würde zu Triptis passen… Aber ob man das parallelisieren kann, ist mehr als fraglich.

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