Ortsteil der Landeshauptstadt Wallichen

Wallichen ist ein kleiner Ort in der Nähe von Erfurt. Er liegt im Tal des Vieselbachs im Thüringer Becken. Ende 2012 zählte die Ortschascht 168 Einwohner und war damit - nach der Einwohnerzahl - der kleinste Ortsteil der Thüringer Landeshauptstadt.

Auszugehen ist von einer alten Stellenbezeichnung zu dem(o) waldichine. Darin enthalten sind die Präposition zu, der Artikel dem und das Substantiv waldichin, eine Verkleinerungsform von Wald. Im Ganzen also: Bei, zu dem Wäldchen. Hatte man den Namen anfangs sicher noch verstanden, so änderte sich dieses. Aus Waldichin wurde Waldichen und dann durch Angleichung von -ld- > -ll- 1670 Wallichen. Damit war die Verbindung zu Wald, Wäldchen unterbrochen und heute ist der ursprüngliche Sinn nicht mehr erkennbar.

Historische Belege:

  • 1237 (Kopie) in Waldichenn (UB Bürgel Nr. 75 S. 93)
  • 1241 in Waldege (UB. Bürgel Nr. 79 S. 97)
  • 1265 Waldechen (Dobenecker III Nr. 3323 S. 522)
  • 1265 Waldichen (Dobenecker III Nr. 3330 S. 523)
  • 1269 Wallichen (Dobenecker IV Nr. 304 S. 47)
  • 1273 Waldichen (Dobenecker IV Nr. 901 S. 131)
  • 1274 Wallichen (Dobenecker IV Nr. 1027 S. 149)
  • 1274 Waldechen (Dobenecker IV Nr. 1028 S. 149)
  • 1280 Wallichen (Dobenecker IV Nr. 1883 S. 270)
  • 1286 Wallichen (Dobenecker IV Nr. 2597 S. 369)
  • 1291 Waldechen (UB E St I, 659)
  • 1311 Waldichin (UB E St I, 940)
  • 1349-1350 Waldechin (Weisser S. 181)
  • 1404 Waldichen (CDS I B 2, 578)
  • 1485 Waldichen (Weisser S. 181)
  • 1528 Waldich (Weisser S. 181)
  • 1587 Wallich (Weisser S. 181)
  • 1618 Wällichenn, Wallich (Weisser S. 181)
  • 1670 Wallichen (Weisser S. 181)

Literatur:

F. Weisser, Die Ortsnamen des Land- und Stadtkreises Erfurt, Diss. Leipzig 1974, S. 181f.

Zuletzt aktualisiert: 16. März 2015, 11:11 Uhr