Luftbildaufnahme von Weira
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Saale-Orla-Kreis Weira

Nicht einmal 400 Einwohner hat Weira bei Pößneck. Die Geschichte des Ortes ist jedoch lang, reicht bis zurück ins 14. Jahrhundert. Der Name hat, wie bei anderen Orten auch, verschiedene Stationen durchlaufen. Einige haben wir zusammengetragen.

Luftbildaufnahme von Weira
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Historische Belege:

  • 1307 Wirowe (Hermann, Orlagau S. 10; ThHSTA Weimar hat Beleg bestätigt)
  • 1309 Otto de Gueira (Ayrmann, Sylloge S. 246)
  • 1350 in villa Wirow (Eichler, Slaw. ON. 4, S. 59)
  • 1378 Wyrow, Wiro (Eichler, Slaw. ON. 4, S. 59; Hermann, Orlagau S. 10)
  • 1380 Wirow (Hermann, Orlagau S. 10)
  • 1410 Wirow (Hermann, Orlagau S. 10)
  • 1422 zcu Wiraw (Eichler, Slaw. ON. 4, S. 59)
  • 1450 Wiraw (Eichler, Slaw. ON. 4, S. 59)
  • 1479/80 Wira (Hermann, Orlagau S. 10)
  • 1487-1503 Wyra (Hermann, Orlagau S. 10)
  • 1488/89 Wira (Hermann, Orlagau S. 10)
  • 1489 Weiraw (Hermann, Orlagau S. 10)
  • 1506 Wyra, Wira (Eichler, Slaw. ON. 4, S. 59)
  • 1528 Weyra (Hermann, Orlagau S. 10)

1. Eine Deutung steht bei Eichler, Slaw. Ortsnamen:

"Für diesen Ortsnamen kommen zwei Etymologien in Betracht: 1. aso. *Virov-, *Virava zu *vir "Wasserwirbel, Strudel, Quelle, eventuell auch einfach "Fluss", entsprechend tschechisch, slowakisch 'vir', polnisch ' wir', slowenisch, russisch 'vir' (Vasmer REWB I, 203), ablautend zu *var- in *variti 'kochen' usw.

2. Weitere Deutungsmöglichkeiten:

Altsorbisch *Vyrov- zu vyr „Uhu“, tschechisch výr, aber sonst kaum bezeugt. Allenfalls könnte auch ein Personenname in Frage kommen, der von dem Vogelwort abgeleitet ist. Für die erste Deutung sprechen zahlreiche Parallelen in der slavischen Namenwelt (Udolph, Studien, S. 290-296).

Literatur-Hinweise "Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße", Bd. 4
E. Eichler
Bautzen 2009
S. 59

"Die Ortsnamen im östlichen Orlagau"
R. Hermann
in: "Unsere Heimat". Beilage zu "Neustädter Kreisbote", Jg. 10
1934, S. 10f

"Studien zu slavischen Gewässernamen und Gewässerbezeichungen"
Jürgen Udolph
Heidelberg 1979
S. 290-296