Mufflons beim Futtern auf einer Wiese
Bildrechte: MDR/Doreen Jonas

Altenburger Land Wilchwitz

Wilchwitz ist eine bis zum 6. Mai 1993 selbstständig gewesene Gemeinde mit dem Ortsteil Kraschwitz und heutiger Ortsteil von Nobitz im Landkreis Altenburger Land in Thüringen. Die Gemeinde hieß nach den beiden Ortsteilen Wilchwitz-Kraschwitz.

Mufflons beim Futtern auf einer Wiese
Bildrechte: MDR/Doreen Jonas

E. Eichler schreibt: Der Ortsname Wilchwitz geht eventuell auf den altsorbischen Personennamen *Velich zurück. Die Silbe *vel- steht dabei für "groß". Prof Udolph geht davon aus, das im 8. Jahrhundert der Ort unter dem Namen *Velichovici entstanden ist. Die Endsilben "ovici", steht für eine Gruppe von Menschen, für eine Sippe, deren Führer der Velich war. Diese Gruppe lebte gemeinsam auf einem Gebiet. *Velichovici ist also die "Siedlung der Leute des Velich". Velich könnte eine Person gewesen sein, die hier lebte und in irgendeiner Weise sehr wichtig war. Vielleicht hat Velich etwas erfunden, viel Geld gehabt oder er konnte gut singen. Genau wird man das aber nie herausfinden können.

Übrigens hatte der königliche Forstminister (lat. forestarius) hier am Rande des Leinaforstes seinen Sitz. (Sie historische Belege 1227)

Historische Belege:

  • (um 1200) in Bluchwiz [statt Bulchwiz?]; Zuordnung fraglich (UB. Altenburg 69a)
  • (um 1227 (Kopie um 1700) Theodericus forestarius de Wilchvviz (UB. Altenburg 119)
  • 1259 Vlricus et Theodericus de Wilchewiz, Wilchewitcz (UB. Altenburg 183)
  • 1276/77 Ulricus …, Ulsco de Wilchwicz (UB. Altenburg 204, 218 u.ö.)
  • (um 1291) Ulrich de Wilchwitz (UB. Altenburg 347)
  • 1307 Henricus de Wilchewicz (UB. Altenburg 456f.)
  • 1308 Heinricus de Wilchwitz vorestarius (UB. Altenburg 457)
  • 1350 Hannus von Wilchwicz (UB. Altenburg 647)
  • 1420 zcu Welchewicz (Urk. Georgenstift Abg.)
  • 1427 in dem Dorff zcu Welchewicz (CDS I B 4, 573)
  • 1445 (zu) Wilchewicz (Erbm. Altenburg)
  • 1528 Wilchwitz (Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen)
  • 1533-34 Wyllichwicz (Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen)
  • 1548 Welchwietz (AEB Altenburg)
  • 1609 Wilchwiitz (Karte Altenburg)
  • 1753 Wilchwiz (Atlas Altenburg)
  • 1796 Wilchwitz (Bube 10)
  • 1848 Wilchwitz (Huhn 6,687)

Literatur-Hinweis Weiterführende Informationen sind zu finden bei:

E. Eichler, Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße, Bd. 4, Bautzen 2009, S.76

Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Bd. 2, Berlin 2001, S. 594

Zuletzt aktualisiert: 16. März 2015, 11:10 Uhr