Panzerlieferung an die Ukraine Abgabe von Leopard-Panzern aus Mitteldeutschland unwahrscheinlich

Deutschland wird der Ukraine aus Bundeswehr-Beständen 14 Kampfpanzer des Typs Leopard 2 liefern. Das hat die Bundesregierung am Mittwoch angekündigt. Aus welchen Einheiten oder Standorten der Bundeswehr die Panzer kommen sollen, darüber hüllt man sich in Berlin noch in Schweigen. In Mitteldeutschland sind Leopard-2-Panzer an zwei Standorten stationiert.

Panzerbataillon aus Bad Frankenhausen mit Panzern Leopard 2 A7V im Gefechtsübungszentrum Letzlingen im Frühjahr 2022
Leopard-2-Panzer des Typs A7V aus Bad Frankenhausen bei einer Übung in Letzlingen im Frühjahr 2022. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Die in Mitteldeutschland stationierten Leopard-2-Kampfpanzer kommen nach MDR-Recherchen für die von der Bundesregierung angekündigte Abgabe an die Ukraine nicht in Frage. Panzer dieses Typs sind im thüringischen Bad Frankenhausen sowie im Gefechtsübungszentrum Letzlingen in Sachsen-Anhalt stationiert.

A5-Panzer im Gefechtsübungszentrum Letztlingen

Im Gefechtsübungszentrum Letzlingen finden regelmäßig Ausbildungen und Gefechtsübungen von Panzer-Einheiten der Bundeswehr und anderer Nato-Staaten statt. In dem Standort ist dafür auch eine Einheit mit mehreren Leopard-2-Panzern stationiert. Wie ein Sprecher des Übungszentrums dem MDR sagte, handelt es sich dabei jedoch um ältere Modelle in der Version A5.

A7-Panzer in Bad Frankenhausen

Das im thüringischen Bad Frankenhausen stationierte Panzerbataillon hat hingegen die neueste Version des Leopard 2 mit der Bezeichnung A7V im Bestand. Die Einheit hat in den vergangenen Monaten rund 40 neue Panzer dieser Version bekommen. Sie bildet seit dem 1. Januar den Kern der Nato-Eingreiftruppe VJTF. Daher ist eine Abgabe dieser Panzer an die Ukraine nach MDR-Recherchen sehr unwahrscheinlich.

Zu Details der geplanten Abgabe wollte sich das Verteidigungsministerium auf MDR-Anfrage nicht äußern.

14 Panzer für eine ukrainische Kompanie

Nach Angaben der Bundesregierung sollen an die Ukraine aus Bundeswehr-Beständen 14 Panzer der älteren Version A6 geliefert werden. Das entspricht der Stärke einer Kompanie. In der Nato wird eine Panzer-Kompanie aus drei Zügen mit je vier Panzern gebildet, hinzu kommen noch zwei Panzer für den Kompaniechef und seinen Stellvertreter. Die Besatzung eines Leopard-2-Panzers besteht aus vier Personen: Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze und Fahrer.

Ein Kampfpanzer der Bundeswehr vom Typ Leopard 2A6
Leopard 2 A6 bei einer Gefechtsvorführung Bildrechte: dpa

Der Leopard-2-Panzer ist mit einer 120-Millimeter-Kanone sowie einem Maschinengewehr bewaffnet. Mit der Kanone kann er nach Herstellerangaben Ziele in einer Entfernung von bis zu 5.000 Metern bekämpfen. Er wiegt – je nach Version – 70 bis 76 Tonnen bei voller Ausrüstung und erreicht eine Geschwindigkeit von rund 65 km/h.

Ausbildung soll Anfang Februar beginnen

In einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums an die Obleute des Verteidigungsausschusses hieß es am Mittwoch nach MDR-Informationen, dass die sechswöchige Ausbildung an den Panzern Anfang Februar beginne könne. Der tatsächliche Ausbildungsbeginn hänge vom Eintreffen der ukrainischen Besatzungen ab. Dadurch solle ermöglicht werden, dass zum Ende des ersten Quartals die Kampfpanzer von der Ukraine übernommen werden könnten.

MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 25. Januar 2023 | 21:45 Uhr

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