Preisentwicklung an Tankstellen Hohe Spritkosten belasten ambulante Pflegedienste

Mit den hohen Spritpreisen an Tankstellen haben auch ambulante Pflegedienste in Sachsen-Anhalt zu kämpfen. Gerade im ländlichen Bereich kommen für die Pflegekräfte schnell viele Kilometer zusammen. Deshalb fordern sie finanzielle Hilfen. Die pauschalen Vergütungen reichten nicht mehr aus.

Eine Frau vom Pflegedienst desinfiziert sich die Hände vor einer Wohnungstür.
Die Pflegekräfte fahren zu pflegebedürftigen Menschen und helfen ihnen bei alltäglichen Aufgaben wie waschen, essen und der Medikamentenversorgung. Bildrechte: picture alliance/dpa | Christian Charisius

  • Besonders hoch sind die Kosten bei Fahrten auf dem Land.
  • Energiekosten sollen in neue Vereinbarungen einfließen, so lautet eine Forderung.
  • Die gestiegenen Spritkosten wirken sich auch auf die Tagespflege aus.

Wegen der hohen Spritkosten fordern ambulante Pflegedienste in Sachsen-Anhalt finanzielle Unterstützung. Die Geschäftsführerin der Malteser in Magdeburg, Anke Brumm, sagte, man zahle derzeit für jede Fahrt drauf. Hilfen für Energiekosten durch Bund oder Land habe man bisher keine erhalten. Ähnlich äußerte sich der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Burgenlandkreis.

Laut Geschäftsführer Torsten Fulczynski muss die AWO 30 Prozent mehr für Sprit zahlen als vor dem Ukraine-Krieg. Besonders bei Fahrten auf dem Land sei das ein Problem. Auf Landtouren würden schnell 60 Kilometer und mehr anfallen. Einen Ausgleich durch die Pflegekassen zur Refinanzierung gebe es bisher nicht.

DRK-Landesgeschäftsführer Carlhans Uhle sprach von einer Verdreifachung der Energie-Gesamtkosten für die Einrichtungen. Er sieht den Bund in der Verantwortung, kurzfristig zu helfen.

Bisher keinen Ausgleich zu Kostensteigerungen

Alte Plattenbauten und ein Pflegedienstauto davor.
Schnell kommen im ländlichen Raum mehrere Kilometer zusammen, die Pflegende im Auto zurücklegen. Bildrechte: picture alliance / Wolfram Steinberg | Wolfram Steinberg

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) fordert eine Gesetzesänderung. So sollten die Pflegekassen verpflichtet werden, die Energiekosten neu zu vereinbaren. Gerade im ländlichen Raum sei eine individuelle Anfahrt zu einem Patienten zunehmend nicht mehr von der pauschalen Vergütung gedeckt, sagte Fachreferent Fabian Herrmann vom bpa in Sachsen-Anhalt. Doch ändern könnte sich die Lage für die Pflegedienste möglicherweise erst im nächsten Jahr.

Klaus Holst, Leiter der Landesvertretung der Ersatzkassen in Sachsen-Anhalt, sagte, Nachverhandlungen für das laufende Jahr seien zwar prinzipiell möglich. Das sei für die Pflegedienste jedoch aufwendig. So müssten Kostensteigerungen sehr detailliert nachgewiesen werden. Deshalb setze Holst lieber auf die nächsten regulären Verhandlungen ab 1. Januar 2023. Da würden auch die Spritkosten mitberücksichtigt.

Fahrtkosten sind teurer geworden

Laut der Awo belasten die steigenden Spritkosten nicht nur ambulante Pflegedienste, sondern auch Tagespflegeeinrichtungen. Fulczynski sagte, es gebe seit Jahren pauschal nur zwei Euro pro Fahrt. Das reiche nicht aus. Davon müssten nicht nur Spritkosten, sondern auch die Fahrer sowie alle weiteren Fahrzeugkosten bezahlt werden. Fulczynski fordert auch hier Nachbesserungen. Dagegen sperrten sich die Kassen aber seit Jahren.

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dpa, MDR (Susanne Ahrens)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 03. Oktober 2022 | 10:00 Uhr

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