Internationaler autofreier Tag Aufmerksamkeit gewünscht, aber kaum Aktionen geplant

Am Donnerstag gibt es den internationalen autofreien Tag. In Sachsen-Anhalt sind in diesem Jahr aber kaum Aktionen wie zusätzliche Spiel- oder Fahrradstraßen geplant. Ziel des Tages ist vor allem, das Radfahren zu stärken und die Vorteile einer verkehrsarmen Umwelt erlebbar zu machen.

Ein 4-jähriger Junge fährt mit einem Skateboard auf der temporären Spielstrasse Sprungschanzenweg im Stadtteil Dahlem
Am 22. September, dem internationalen autofreien Tag, gibt es in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt keine zusätzlichen Spielstraßen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Zum autofreien Tag, dem Höhepunkt der Europäischen Mobilitätswoche am 22. September, werden in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt keine Straßen nur für den Radverkehr und für Fußgänger freigegeben, wie beispielsweise in Halle im Jahr 2021. Das hat eine Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT in Kommunen ergeben.

So haben von den zehn größten Städten des Landes nur die Städte Halle, Magdeburg und Dessau-Roßlau eine Beteiligung an der Mobilitätswoche angemeldet.

Auch wenn flächendeckend keine größeren Aktionen geplant sind, wünschen sich vor allem die Nahverkehrsbetreiber eine größere Aufmerksamkeit für das Thema.

Autofreier Tag in Europa Mindestens einmal im Jahr sollen die Menschen die Vorzüge einer autofreien Umwelt kennenlernen. Der Autofreie Tag entstand 1998 in Frankreich und wird seit 2000 als Höhepunkt der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September international organisiert.

Sperrungen sind kein Selbstzweck

Peter Godazgar, der stellvertretende Pressesprecher der Stadt Halle, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Ziel des autofreien Tages sind nicht Straßensperrungen als Selbstzweck, sondern das Aufzeigen einer Nutzung des öffentlichen Raums jenseits von Autoverkehr und Parken sowie der Aufruf, an dem Tag freiwillig Verkehrsmittel des Umweltverbundes zu nutzen und deren Attraktivität zu erleben."

Die Stadt beteilige sich seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Angeboten an der Europäischen Woche der Mobilität. In diesem Jahr wird die Stadt mit einer Aktion, einer geführten Radtour am 17. September, in dem Veranstaltungskalender der Mobilitätswochen geführt.

Thomas Schlüter, Geschäftsführer der Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land, erklärte, dieser Tag könne dazu beitragen, den öffentlichen Personennahverkehr – zumindest für einen Tag – in den Vordergrund zu stellen.

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) teilten mit, in Magdeburg selbst seien keine Aktionen geplant. Dies müssten Stadt, MAREGO und MVB gemeinsam angehen. Möglich wären dazu Gespräche und Planungen für das kommende Jahr. Das 9-Euro-Ticket habe einige Menschen bereits zum Umdenken bewegt. Sprecher Tim Stein sagte, ein paar Wochen nach Ablauf des Tickets gebe es eine verstärkte Nachfrage von Monatskarten.

Derzeit beteiligt sich aber die Landeshauptstadt Magdeburg an der Europäischen Mobilitätswoche 2022 und hat kürzlich eine Radzählstation am City-Tunnel installiert. Außerdem gibt es am 22. September um 17 Uhr die Siegerehrung der Aktion Stadtradeln am Alten Rathaus.

Aktionen in Berlin

In der Bundeshauptstadt kann man zum Beispiel am Donnerstag den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kostenlos nutzen. Außerdem werden 37 Nebenstraßen am Nachmittag zu Spielstraßen und für den Auto- und Radverkehr gesperrt. Die Aktionen gehören zur dritten Teilnahme Berlins am autofreien Tag. Tatsächlich autofrei war der Tag in früheren Jahren in Berlin allerdings nicht, beim Verkehr war kein Unterschied festzustellen.

Experte: Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sei nötig

Trotzdem sieht der Automobilclub ADAC in Sachsen-Anhalt den autofreien Tag positiv. Sprecherin Alexandra Kruse sagte, jeder solle prüfen, ob Autofahren verzichtbar sei und welche Alternativen es gebe. Der Nachhaltigkeitsforscher und Vorsitzende des BUND Sachsen, Felix Ekardt, verwies darauf, dass autofreie Tage die Umweltbelastung reduzierten. Nötig sei aber ein zeitnaher Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen. Dafür seien deutlich radikalere Maßnahmen nötig – am besten auf EU-Ebene.

MDR (Marila Zielke, Hannes Leonard, Martin Paul), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. September 2022 | 06:00 Uhr

7 Kommentare

O.B. vor 5 Tagen

Mdr, es würde nun wohl nicht unter Sachsen-Anhalt news laufen aber bei einem internationalen Tag wäre nochmal interessant was da so in anderen Ländern läuft. Also bei nur 3 Städten ist ja die Resonanz sehr Verhalten. Machen noch andere Bundesländer vergleichbare Aktionen?

Rain Man vor 5 Tagen

Die Grünextremen wollen uns die Autos und damit die individuelle Mobilität nehmen. Dagegen müssen wir aufbegehren! Keinen Millimeter mehr nach linksgrün!

Anni22 vor 5 Tagen

Inwiefern ein autofreier Tag, was mit dem Ausstieg aus den Fossilen zu tun hat, würde ich mal gerne wissen. Ist ein E-Auto kein Auto, dass auf der Straße fährt und den selben Raum beansprucht?

Mehr aus Sachsen-Anhalt