Landwirtschaft Sachsen-Anhalts Landwirte mit hohen Erwartungen an Grüne Woche

20. Januar 2023, 05:00 Uhr

Die Grüne Woche hat zwei Jahre Pandemieschlaf hinter sich. Heute startet die nach eigenen Angaben weltgrößte Messe für Ernährung und Landwirtschaft wieder in Präsenz. In Sachsen-Anhalt freut man sich auf die Grüne Woche in Berlin - kein Wunder: Lebensmittel und Landwirtschaft sind einer der wichtigsten Wirtschaftszweige hier.

Antje Brandt ist die Herrin des Eierlikörs. Schon in der achten Generation arbeitet ihre Familie in der Landwirtschaft, hält Tiere und beackert den fruchtbaren Bördeboden nahe Magdeburg. Aus den Eiern ihrer Hennen wird auch der Eierlikör hergestellt, den man im Laden mit der Aufschrift Braune's Eierlikör findet.

Grüne Woche: Direkter Kundenkontakt hat gefehlt

In den zwei Jahren ohne Grüne Woche hat Brandt schon etwas vermisst: "Der direkte Kundenkontakt hat auf jeden Fall gefehlt, das Gespräch mit dem Kunden. Wir haben uns unsere anderen Kanäle gesucht. Wir haben viel auf Social Media gemacht oder eben auch am Telefon, wenn Kunden sich gemeldet haben. Aber das direkte Gespräch und natürlich auch der Kontakt am Produkt hat ja auch dem Kunden gefehlt."

Also die Haptik, der Genuss, das Riechen, das Schmecken, das einfach Anfassen. Das sei natürlich über die anderen Kanäle so für die Kunden nicht erreichbar gewesen, fügt Antje Brandt hinzu. 2013 war Brandt das erste Mal auf der Grünen Woche, zehn Jahre ist das her. Da hätte sie jetzt Jubiläum, überlegt Brandt, wenn die Pandemie nicht gewesen wäre.

Da stelle man sich schon die Frage, ob man wieder teilnehmen solle, sagt Brandt: "Auf jeden Fall haben wir uns auch die Frage gestellt, spätestens an der Stelle, als wir uns das Ausstellerverzeichnis angeschaut haben und entdecken mussten, dass gestandene Größen nicht dabei sind. Dafür gibt es viele neue Unternehmen, die mit zur Grünen Woche fahren, Startups oder auch andere Unternehmen, die das einfach mal probieren möchten."

Man wolle einfach den Faden wieder aufnehmen, da wo man vor zwei Jahren aufgehört habe. Wieder direkt am Kunden sein und das Feedback aus erster Reihe erfahren.

Hohe Erwartungen beim Landesbauernverband

Olaf Feuerborn (CDU), Landtagsabgeordneter, steht anlässlich der konstituierenden Sitzung des Landtags vor einer Fotowand.
Landesbauernverbandspräsident Olaf Feuerborn. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Kahnert

Auch beim Landesbauernverband freut man sich auf die Grüne Woche.
Präsident Olaf Feuerborn - der auch für die CDU in Sachsen-Anhalts Landtag sitzt - ist aber ebenso gespannt, was die Pause verändert hat. "Wir müssen sagen, die Resonanz bisher ist sehr gut, sodass wir auch hoffen, das wir auf der Grünen Woche sehr viele Besucher erwarten können."

Sie sei zwei Jahre ausgefallen, deswegen wäre die Frage schon, wie sich Grüne Woche gestalten würde. Man würde das ganz einach abwarten müssen. Olaf Feuerborn geht aber davon aus, dass die Besucherzahlen groß sein und auch die Resonanz entsprechend da sein werde.

Hoffnung auf Besuch vom Bundeswirtschaftminister

Als Vorsitzender des Bauernverbandes in Sachsen-Anhalt will Feuerborn aber nicht nur Kontakt zu Kunden und anderen Erzeugern pflegen. Er hofft auch den Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir von den Grünen zu treffen. "Wir haben im Moment das Gefühl, dass man ganz einfach die Dinge aussitzt - wie das Baurecht. Wenn man da lange zögert - Ich sage jetzt mal, wenn das fünf Jahre dauert, bis ich einen Bauantrag durchkriege, dann muss ich mir als Landwirt die Frage stellen, bau ich jetzt noch, oder lasse ich es gleich ganz bleiben."

Feuerborn meint, wenn man heute eine Investition plane, dann wolle man in zwei Jahren auch entsprechend wirtschaften. Um das investierte Geld schnell wieder reinholen zu können.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Januar 2023 | 06:00 Uhr

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