Zwischenbilanz Bisher mehr als 400.000 9-Euro-Tickets in Sachsen-Anhalt verkauft

Knapp einen Monat nach Einführung des 9-Euro-Tickets zieht das Verkehrsministerium in Sachsen-Anhalt eine positive Bilanz. Die Nachfrage zeige, dass die Menschen mit dem Angebot finanziell entlastet würden. Auf allen Strecken sind die Fahrgastzahlen demnach gestiegen. Nicht überall könne langfristig mit mehr Personal und Sitzplätzen ausgeholfen werden.

Ein Abellio-Zug steht am Bahnhof Weißenfels an einem Gleis.
In Sachsen-Anhalt zeigt sich das Verkehrsministerium mit der Nachfrage nach dem 9-Euro-Ticket zufrieden. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

In Sachsen-Anhalt sind innerhalb des ersten Monats nach Start des 9-Euro-Tickets bereits mehr als 400.000 Karten verkauft worden. Das geht aus Angaben des Verkehrsministeriums hervor.

Der öffentliche Nahverkehr ist in diesen Wochen gefragt wie selten zuvor.

Verkehrsministerin Lydia Hüskens (FDP)

Das eigentliche Ziel, die Menschen im Land zu entlasten, werde erreicht. Die Passagierzahlen haben sich demnach auf allen Zugverbindungen im Land erhöht. Davon seien alle Zeiten betroffen.

Die klassischen morgendlichen Pendlerzüge, wie beispielsweise die S-Bahn zwischen Halle und Leipzig, befördern derzeit durchschnittlich rund 30 Prozent mehr Kunden.

Mitteilung Verkehrsministerium Sachsen-Anhalt

Die Anzahl der Fahrgäste würde sich im Tagesverlauf oft verdoppeln. Der Regionalexpress zwischen Magdeburg und Leipzig hat zwischen 6.000 bis 7.000 mehr Fahrgäste am Tag.

Touristische Ziele sehr gefragt

Nach Angaben des Verkehrsministeriums erfreuen sich auch touristische Zugverbindungen großer Beliebtheit. Im Harz sei vor allem an den Wochenenden eine starke Nachfrage zu verzeichnen. Dort seien die Fahrgastzahlen mindestens doppelt so hoch wie noch im Vormonat. Dabei haben die Ferien in Sachsen-Anhalt noch gar nicht begonnen.

Aufstockungen nur kurzfristig

Auf manchen Strecken können nach Angaben des Verkehrsministeriums derzeit mehr Sitzplätze angeboten werden. Wegen knapper Ressourcen an Fahrzeugen und Personal seien diese aber langfristig nur kaum umsetzbar. Zudem hätten auch einige Wald- und Böschungsbrände den Zugverkehr zusätzlich beeinträchtigt.

Hören Sie hier die Meldung zur Zwischenbilanz des 9-Euro-Tickets in den MDR SACHSEN-ANHALT-Nachrichten:

MDR (Marvin Kalies), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. Juli 2022 | 15:00 Uhr

7 Kommentare

Ein Dorfjunge vor 5 Wochen

Es lässt sich durchaus mit dem Ticket Geld einsparen, doch es ist nun nicht die riesengroße Entlastung von der die Politik spricht. Bei dem einen kommt ein bissel mehr zusammen, bei dem anderen weniger und da wird die Ersparnis dann an anderer Stelle wieder aufgefuttert.
Ich selber habe auch schon den ein und anderen Euro gespart, doch es kommen nicht die Unmengen an zusätzlichen Fahrten dazu, da einfach die Züge zu voll sind und wer ein bissel eingeschränkt ist, überlegt es sich halt ob fährt oder doch lieber daheim bleibt. Bei mir auf der Strecke sind die Züge oft überfüllt, was sie teilweise auch schon vor dem 9 Euro Ticket zu bestimmt Uhrzeiten waren. Fahrräder, Koffer und Co. versperren die Wege, Rucksäcke brauchen eigenen Sitzplatz.
Fahrkartenautomat, was ist das? ;-) Die sind hier bereits drei Jahren Geschichte, von der DB abgebaut, von Abellio und der NASA (das Land ist mittlerweile dafür zuständig, ist denen aber egal) nie aufgebaut.

hilflos vor 5 Wochen

Ich finde das 9€ Ticket im Grunde toll. Zum einen werden die ohnehin fahrenden Verkehrsmittel bedeutend intensiver genutzt, zum anderen haben viele Bürger jetzt die Möglichkeit auch ihre Heimat besser kennenzulernen. Zukünftig wäre allerdings zu hoffen, dass es eine vernünftige Preisgestaltung bei den Verkehrsverbünden geben wird. Sehe ich den MDV so wird mir ob seines teuren Zonenflickenteppichs schlecht. Die normalen Preise sind aus meiner Sicht nicht zielführend, um die Klimaziele und die Energiewende zu erreichen. Auf dem Land lebende Menschen spielen in deren Überlegung ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. Für Grüne spielt sich Leben nur in urbanen Oberzentren ab. Weiter reicht deren Horizont leider nur in Fragen Steuererhöhung und Abzocke

Bernd_wb vor 5 Wochen

Ich habe dieses WE 20 € gespart. Mit dem Auto wären es ca 30 € Sprit gewesen. So eben 9. Natürlich hätte ich mir einen funktionierenden Fahrkartenautomatrn auf unserem Bahnhof gewünscht aber leider waren da Sprengbrigaden unterwegs.

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