Feststellungserklärung für Grundstücke Probleme mit Formularen: 18.000 Anrufe pro Tag wegen Grundsteuerreform

In Thüringen haben offenbar viele Menschen Probleme mit der so genannten Feststellungserklärung für die anstehende Grundsteuerreform. Nach Angaben des Finanzministeriums gingen an der sonst eher ruhigen Hotline Anfang dieser Woche pro Tag bis zu 18.000 Anrufe ein. Mitte Mai waren es noch 1.000 Anrufer pro Tag.

Einfamilienhäuser im Bau.
Wer Grund und Boden hat, muss sich bis Oktober mit den Formularen für die Grundsteuerreform befassen. Bildrechte: dpa

Wegen der geplanten Grundsteuerreform laufen beim Thüringer Finanzministerium derzeit die Telefonleitungen heiß. Die Probleme beim Ausfüllen des Dokuments sind inzwischen bekannt, heißt es aus dem Finanzministerium. An einer Lösung werde gearbeitet. An der Telefonhotline sitzen insgesamt 50 Mitarbeiter in den Finanzämtern, um die eingehenden Fragen zu beantworten. Wegen des Ansturms hat das Finanzministerium die Finanzämter gebeten, alle verfügbaren Personalreserven für die Hotline abzustellen.

Seit Monatsbeginn ist nun aber die sogenannte Feststellungserklärung für Grundstücke online freigeschaltet - und viele Grundstückseigentümer sitzen offenbar eher ratlos vor dem Computer.

Laut Ministerium müssen die Daten grundsätzlich online eingegeben werden. Nur in "Härtefällen" können die Formulare bei den Finanzämtern in Papierform angefordert werden.

MDR (ifl)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Juli 2022 | 12:00 Uhr

2 Kommentare

Freies Moria vor 5 Wochen

Hat das Finanzamt mal ermittelt wieviele Leute in Thüringen keinen brauchbaren Internetanschluss haben?
Wieviele Senioren gar keinen Bezug zum Internet haben?
ELSTER ist, für regelmäßige Nutzer, relativ verständlich.
Aber schon wenn man einige Monate nicht damit gearbeitet hat, stößt einem die Bedienung als abweichend von üblicher Bedienung auf, es gibt immer wieder kleine "Haken und Ösen".
Die Fachbegriffe dazu, dann ist das Chaos komplett.
Dabei liegen alle Daten den Behörden bereits vor - man engagiert den fachlich unbewanderten Bürger hier nur als Eingabefachkraft - was er nicht ist.
Und natürlich bilden die Formulare nicht alle realen Situationen ab, wo kämen wir dahin, wenn Digitalisierung richtig gemacht würde.
Insgesamt: Ein Trauerspiel, welches zeigt, wie man Digitalisierung eben nicht machen sollte.

Bric22 vor 5 Wochen

Es ist tatsächlich ein Armuszeugnis was sich die Finanzverwaltung hier ausstellt. Es gab einen längeren Zeitraum, in welchem die Elsterabgabe getestet und auf ihre Funktionalität geprüft werden konnte. Jetzt zum Start funktioniert teilweise nicht einmal die Eingabe des Gemarkungsnamen oder der betroffenen Flurstücksbezeichnungen, grundelementare Daten können so nicht bereitgestellt werden. Wurden die Menschen im Vorfeld durch Presseberichte und die fehlende Transparenz zur Neuberechnung verunsichert, ist natürlich bei vielen die Ratlosigkeit nun noch größer. So etwas kann und darf nicht geschehen. Von der Hotline ist keine Hilfestellung zu bekommen, lediglich die Aussage, man könne im Moment nicht helfen. Wofür dann eine Hotline einrichten?
Hier wird die Verantwortung sehr brachial auf die Bürger abgewälzt, vor allem die älteren Grundstücksbesitzer mit ihren Sorgen alleine gelassen. "Geht zum Steuerbüro", ist doch keine Aussage, liebe Frau Lieberknecht.

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