Gedenken Jena erinnert an Befreiung vor 70 Jahren

In Jena ist am Sonntag an die Befreiung der Stadt durch amerikanische Truppen vor 70 Jahren erinnert worden. Vor der Stadtkirche wurde ein Kranz niedergelegt. Außerdem gab es eine Schweigeminute. Etwa 100 Jenaer, darunter Stadträte und Vertreter der Kirche, nahmen an dem Gedenken teil.

Seit nunmehr 70 Jahren könne sich Jena in Frieden entwickeln, sagte Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) in seiner Ansprache. Mit Blick auf die kriegerischen Auseinandersetzungen, Terror und Gewalt in vielen Teilen der Erde sei das ein hohes Gut. Von einer kampflosen Übergabe der Stadt am 13. April 1945 an die amerikanischen Einheiten könne keine Rede sein, so Schröter. Bis zuletzt hätten Wehrmachtsoldaten im Norden der Stadt und in Jena-Ost Widerstand geleistet, habe es noch sinnlose Opfer auf beiden Seiten gegeben. Im Steinbruch bei Großlöbichau seien Angehörige des Jenaer Volkssturms an der Erschießung von 37 Häftlingen aus dem KZ Buchenwald beteiligt gewesen.

Mit Straßenaktionen hatte auch der Jenaer Arbeitskreis "Sprechende Vergangenheit" am Sonnabend und Sonntag an den Todesmarsch von mehr als 4.000 Häftlingen durch Jena erinnert. An Orten, wo Häftlinge nachweislich misshandelt und erschossen worden waren, hatten sie Plakate mit Zitaten von Zeitzeugen aufgestellt, die das Geschehen von damals dokumentieren. Es habe viele anrührende Gespräche mit Passanten gegeben, sagte Gisela Horn, eine der Initiatorinnen, MDR THÜRINGEN. Die Aktion habe den Menschen vor Augen geführt, dass in Jena noch auf Häftlinge geschossen wurde, während amerikanische Truppen das Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar schon befreit hätten.

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