Betrugsverdacht Land will gegen Arbeitslosenverein Talisa Strafanzeige stellen

Das Schild des Vereins an einer Fassade
Das Landesverwaltungsamt will Strafanzeige gegen Arbeitslosenverein Talisa erstatten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nachdem Betrugsvorwürfe gegen den Arbeitslosenverein Talisa laut wurden, will das Land nun Strafanzeige stellen. Im Raum stehen Vorwürfe, dass Projekte nur auf dem Papier existierten, was der Verein bestreitet.

Das Thüringer Landesverwaltungsamt will dabei die Anzeige erstatten. Das sagte Justizstaatssekretär Sebastian von Ammon in einer Fragestunde im Landtag. Die Anzeige werde wegen Betrugs und weiterer in Betracht kommender Straftaten erstattet. Zudem prüfe die Staatsanwaltschaft Erfurt, ob sie ein Ermittlungsverfahren eröffnet.

Verdacht bei Projekten im Umfang von einer Million Euro

Nach Angaben des Staatssekretärs hat Talisa vom Land seit 2015 rund 3,8 Millionen Euro an Zuschüssen erhalten. Die Gelder seien unter anderem ausgezahlt worden, um gemeinwohlorientierte Jobs oder die Integration von Flüchtlingen zu fördern. Zurzeit würden alle geförderten Integrations-Projekte durch das Landesverwaltungsamt überprüft. Der Träger habe dazu alle Unterlagen übergeben.

Die Arbeitsloseninitiative Talisa wird verdächtigt, einige Flüchtlingsprojekte nur auf dem Papier geführt zu haben. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN geht es um Förderprojekte in Höhe von einer Million Euro. Der Verein erklärte, dass die Projekte existierten und aktiv seien. Mehrere Landtagsfraktionen hatten eine schnelle Aufklärung der Vorwürfe verlangt.

MDR (csr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Mai 2022 | 17:00 Uhr

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