Spanien Affenpocken: Erste Todesfälle in Europa

30. Juli 2022, 15:44 Uhr

In Europa gibt es offenbar erste Todesfälle in Zusammenhang mit dem Affenpocken-Virus. Das spanische Gesundheitsministerium teilte mit, zwei Menschen seien an den Folgen einer Infektion gestorben. Medienberichten zufolge handelt es sich in beiden Fällen um junge Männer.

In Spanien sind zwei Todesfälle im Zusammenhang mit einer Affenpocken-Infektion registriert worden. Das meldete das Gesundheitsministerium in Madrid. Der erste Todesfall war am Freitagabend mitgeteilt worden, der zweite am Samstag. Sollten sich die Meldungen bestätigen, wären es die ersten Affenpocken-Todesfälle in Europa.

Medien: Beide Todesopfer junge Männer

Das Ministerium gab bekannt, die Todesfälle seien der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Europäischen Kommission gemeldet worden. Der staatliche Fernsehsender RTVE berichtete unter Berufung auf die Behörden, in beiden Fällen handele es sich um junge Männer.

Der erste Todesfall hatte sich demnach in der Region Valencia im Osten Spaniens ereignet. Dem regionale Gesundheitsministerium zufolge starb der Patient "durch eine infektionsbedingte Enzephalitis (Gehirnentzündung)". Zum zweiten Todesfall wurden zunächst keine weiteren Informationen bekannt.

Bestätigte Todesfälle bisher alle in Afrika

Die WHO verzeichnet in einem jüngsten Situationsbericht zum aktuellen Affenpocken-Ausbruch insgesamt fünf Tote, alle bislang in der Region Afrika. Ein Fall in Brasilien, der ebenfalls am Samstag gemeldet wurde, wird noch geprüft.

Spanien ist eines der am stärksten von der Krankheit betroffenen Länder. Nach aktuellen Angaben des spanischen Zentrums für Gesundheitsnotfälle sind in dem Land derzeit knapp 4.300 Menschen infiziert und 3.750 von ihnen erkrankt. 120 würden stationär behandelt.

Weltweit sind laut laut WHO rund 70 Prozent der seit Mai gemeldeten 18.000 Ansteckungen mit Affenpocken in Europa festgestellt worden, rund 25 Prozent auf dem amerikanischen Kontinent.

Übertragung durch engen Körperkontakt

Die Krankheit war 1970 erstmals bei Menschen festgestellt worden. Zu den typischen Symptomen gehören hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten und Windpocken-ähnliche Pusteln. Übertragen wird das Virus durch engen Körper- und Hautkontakt. Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken verlaufen Affenpocken in der Regel deutlich milder; die meisten Patienten erholen sich innerhalb einiger Wochen wieder. In Deutschland wurden bis Ende vergangener Woche laut Robert Koch-Institut knapp 2.300 Erkrankungsfälle registriert.

Quellen: dpa, AFP (agr)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 30. Juli 2022 | 15:00 Uhr

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