Nachrichten Ost-Thüringen um 18:30 Uhr


Rudolstadt: 400.000 Euro Ausgaben durch Festival-Absage

Die Stadt Rudolstadt rechnet mit bis zu 400.000 Euro Kosten für die Absage des Rudolstadt Festivals. Wie Bürgermeister Jörg Reichl MDR THÜRINGEN sagte, haben zwar alle engagierten Künstler ihre Zusage für das Festival ins nächste Jahr verschoben. Dennoch seien Kosten entstanden, zum Beispiel für Anzahlungen von Flügen, die der Stadt als Veranstalter nicht zurückerstattet werden. Reichl rechnet damit, dass die Ausgaben durch die Zusage des Landes Thüringen in Höhe von 300.000 Euro aus dem Coronafonds ausgeglichen werden können. Wegen der Absage des Rudolstadt Festivals würden außerdem rund 17.000 Übernachtungsgäste in Rudolstadt und einem Umkreis von rund 60 Kilometern fehlen. Auch die Einzelhändler würden die Absage spüren. Mehr als drei Millionen Euro hätte der Einzelhandel in den vier Festivaltagen zusätzlich eingenommen. Laut Reichl finanziert die Stadt das Rudolstadt Festival aus Eintrittsgeldern, Einnahmen aus Getränkeverkäufen und einem Zuschuss vom Land in Höhe von 150.000 Euro. Das Festival 2020 habe insgesamt einen Etat von 3,2 Millionen Euro gehabt. Nach der Absage seien bereits verkaufte Eintrittskarten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro zurückerstattet worden.


Schorba: Illegale Reifendeponie wird entsorgt

Die illegale Reifendeponie im Wald bei Schorba im Saale-Holzland-Kreis wird beräumt. Wie das Thüringer Landesamt für Umwelt mitteilte, werden etwa 3.500 Kubikmeter Altreifen abtransportiert. Laut einem Gutachten stellen sie keine Gefahr für die Umwelt dar, könnten jedoch in Brand geraten. Nach Angaben der Kreisverwaltung hatte die Autobahnmeisterei in Legefeld (Stadt Weimar) die Reifen in den 1970er Jahren illegal entsorgt. Die Gemeinde Bucha kämpfte seit der Wende um die Beseitigung des Mülls. Die Kosten in Höhe von etwa 45.000 Euro trägt das Land Thüringen.


Saalfeld: Ehrenamtliche Richter gesucht

Das Landratsamt des Kreises Saalfeld-Rudolstadt sucht ehrenamtliche Richter für das Verwaltungsgericht in Gera. Aus den Bewerbern erstelle der Kreistag eine Vorschlagsliste, heißt es aus dem Landratsamt. Die Bewerber müssen Deutsche sein. Eine Amtszeit dauert fünf Jahre. Die laufende Amtszeit der ehrenamtlichen Richter der allgemeinen Kammern bei den Verwaltungsgerichten in Thüringen endet am 9. November 2020.


Nöbdenitz: Sprotten-Brücke wird saniert

Die Brücke über die Mannichswalder Sprotte in Nöbdenitz (Altenburger Land) bleibt bis Dezember gesperrt. In den kommenden sechs Monaten solle die Brücke eine neue Fahrbahnplatte, einen Fußweg und neue Geländer erhalten, heißt es aus dem Altenburger Landratsamt. Für die Bauzeit sind eine Umleitung und eine Behelfsbrücke eingerichtet, da für Arbeiten an der Fahrbahn eine Vollsperrung nötig sei. Die Sanierung des Brückenoberbaus soll rund 500.000 Euro kosten. Vom Land kommen rund 335.000 Euro Förderung. Die Reparatur der Brücke über die Mannichswalder Sprotte ist aus Sicherheits-Gründen erforderlich geworden. Die alte Brücke verfügt weder über Schrammborte noch über ein Schutzgeländer. Deshalb musste provisorisch ein Gehweg abgetrennt werden, wodurch die Brücke nur noch einspurig befahren werden konnte. Bis Jahresende sollen zusätzlich zur Fahrbahnplatte beidseitig verstärkte Ränder, sogenannte Kappen, betoniert werden. Über die stromaufwärts zeigende Kappe soll zukünftig der Gehweg verlaufen.


Rudolstadt-Schaala: Gedenktafeln erinnern an Mitterands Kriegsgefangenschaft

In Rudolstadt-Schaala sind am Donnerstag vier Gedenktafeln für den früheren französischen Präsidenten François Mitterrand aufgestellt worden. Laut einem Sprecher der Stadtverwaltung erinnern die Tafeln daran, dass Mitterrand dort von 1940 bis 1941 in einem Lager in Kriegsgefangenschaft war. Mitterand musste in Schaala als französischer Soldat im Straßenbau und in der Landwirtschaft zwangsarbeiten. Zu Gast war am Donnerstag auch der frühere französische Außenminister Hubert Védrine, der mit Mitterrand befreundet war. Er trug sich in das Goldene Buch der Stadt Rudolstadt ein.


Jena: Erste Verträge bei den FCC-Frauen unterschrieben

Das neu formierte Frauenfußball-Team des FC Carl Zeiss Jena nimmt langsam Gestalt an. Wie der Verein mitteile, haben die beiden Torhüterinnen Sarah Hornschuch und Inga Schuldt ihre Verträge bereits unterschrieben. Auch Tina Kremlitschka und Anja Heuschkel wollen bleiben, nachdem der FCC zum 1. Juli die Spielrechte für die Frauen- und Mädchenmannschaften des FF USV Jena übernommen hatte. Die neue Cheftrainerin der Frauen, Anne Pochert, wird am 17. August mit ihrem Team in die Saisonvorbereitungen starten.


Schleiz|Greiz: Offenbar weitere Einschnitte in Kliniken

Für das Krankenhaus in Greiz sind offenbar weitere Einschnitte vorgesehen. Wie Philipp Motzke, Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, MDR THÜRINGEN sagte, haben die Pflege-Stationsleiter der Klinik in den vergangenen Tagen von der Geschäftsführung geänderte Verträge erhalten. Darin sei vorgesehen, die Position der Pflegeleiter aufzulösen. Laut Verdi werden die betroffenen Mitarbeiter in der Folge finanziell schlechter gestellt. Ihr Aufgabenbereich bliebe aber gleich. Zwei Stationsleiter, die den Änderungsvertrag nicht unterschreiben wollten, hätten eine Kündigung erhalten. Dem Verdi-Sprecher zufolge wolle die Geschäftsführung des Krankenhauses auf diesem Weg offenbar Geld einsparen. Verdi kritisierte außerdem die fehlende Transparenz zum Sanierungskonzept. Die Mitarbeiter der Krankenhäuser in Greiz und Schleiz seien bislang nicht darüber informiert worden, wie es in den Kliniken weitergehe. Für die Klinik-Angestellten sei die unklare Situation eine Katastrophe, so der Sprecher. Viele Mitarbeiter würden aufgrund dessen überlegen das Krankenhaus zu verlassen. Auch im Krankenhaus in Schleiz gibt es Sanierungspläne. So soll ein Gebäudeflügel an einen Anbieter für Intensivpflege verpachtet werden. Das sagte Landrätin Martina Schweinsburg nach der Kreistagssitzung MDR THÜRINGEN. Das Krankenhaus selbst soll mit 70 Betten für die Grund- und Regelversorgung weiterbetrieben werden. Die Gewerkschaft Verdi will nach eigenen Angaben für die Pflege-Mitarbeiter in den beiden Krankenhäusern höhere Löhne erstreiten. Die Gehälter sollten an das Niveau anderer Krankenhäuser in der Region angeglichen werden. Es bestünden Lohnunterschiede in Höhe von 500 bis 1.000 Euro.


Gera: Kind angefahren und Fahrt fortgesetzt

Ein zehnjähriges Kind ist bei einem Verkehrsunfall in Gera leicht verletzt worden. Nach Angaben der Polizei überquerte das Kind am Mittwochmorgen einen Fußgängerüberweg, als es von einem Auto touchiert wurde. Das Kind kam dadurch zu Fall. Der PKW setzte seine Fahrt fort. Durch Zeugen konnte die 64-jährige Fahrerin aber letztlich ausfindig gemacht werden. Sie erwartet jetzt eine Anzeige der Polizei.