So 08.08. 2021 22:00Uhr 29:30 min

60 Jahre Mauerbau MDR Zeitreise

Der lange Schatten der Berliner Mauer

Komplette Sendung

Grenze 31 min
Grenze Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN So, 08.08.2021 22:00 22:30

Beiträge aus der Sendung

Der Bau der Berliner Mauer – das war damals, vor 60 Jahren. Inzwischen gibt es mehrere Generationen, die sie nur noch als bunte, schillernde Berliner Deko ansehen können. Häppchenweise wurde sie exportiert, analysiert in ihrem Aufbau, ihrer Wirkung und ihrem Ende in unzähligen Bücher und Schriften. Vergangen ja, aber nicht vergessen.

Die Berliner Mauer - damals und heute

Die Berliner Mauer - damals und heute

Am 13. August 1961 ließ die DDR-Führung bei Nacht und Nebel eine Mauer durch das ohnehin schon geteilte Berlin errichten. Das Bollwerk hielt bis zum 9. November 1989. Heute steht nicht mehr viel davon.

Berlin, Ebertstraße 1985/2013
Das Wahrzeichen Berlins, das Brandenburger Tor, befand sich seit dem Mauerbau am 13. August 1961 mitten im Sperrgebiet und konnte weder von Osten noch von Westen durchquert werden. Am 22. Dezember 1989 wurde es wieder geöffnet. Bildrechte: Jürgen Ritter
Berlin, Ebertstraße 1985/2013
Das Wahrzeichen Berlins, das Brandenburger Tor, befand sich seit dem Mauerbau am 13. August 1961 mitten im Sperrgebiet und konnte weder von Osten noch von Westen durchquert werden. Am 22. Dezember 1989 wurde es wieder geöffnet. Bildrechte: Jürgen Ritter
Berlin Mauerkreuze in der Nähe des Spreeufers am Reichstag erinnern an die Mauertoten. Fahrradfahrer vor dem im Boden eingelassenen Mauererinnerungsstreifen. 1982/2012
In West-Berlin gedenken die Menschen in der Nähe des Spreeufers am Reichstag mit Kreuzen der Mauertoten, Aufnahme von 1982. Heute erinnert ein in den Boden eingelassener Streifen an die Mauer, Aufnahme von 2012. Bildrechte: Jürgen Ritter
Berlin Bernauer Straße /Gartenstr. 1982/2012
Grenze an der Bernauer Straße/Gartenstraße in Berlin, Aufnahme von 1982. Heute befindet sich dort die Gedenkstätte Berliner Mauer, Aufnahme von 2012. Bildrechte: Jürgen Ritter
Berlin Zimmerstraße „Trabi World“ 1982 und 2012
Die Mauer an der Zimmerstraße in Berlin, Aufnahme von 1982. Heute ist dort Ostalgie angesagt, Aufnahme von 2012. Bildrechte: Jürgen Ritter
Versöhnungskirche Berlin Bernauer Straße 1982/2012
Die Versöhnungskirche an der Bernauer Straße in Berlin lag direkt im Mauerstreifen und wurde 1985 auf Betreiben der DDR-Regierung gesprengt, Aufnahme von 1982. Nach der Wende ließ die Gemeinde an dieser Stelle die Versöhnungskapelle errichten, Aufnahme von 2012. Bildrechte: Jürgen Ritter
Potsdam, Straße am Waldrand 1982/2010
Die Straße "Am Waldrand" in Potsdam lag früher auch am "Zonenrand". Der Wald gehörte zu West-Berlin. Aufnahmen von 1982 und 2010 Bildrechte: Jürgen Ritter
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Der Bau der Berliner Mauer war ein Schnitt, der das Leben von Millionen Menschen zerteilte. Das wirkt bis heute - und auch wenn man es nicht vermutet: manchmal auch positiv. Die MDR-Zeitreise erzählt diese Geschichten.

Renate Werwigk-Schneider war 22 Jahre alt, als die Mauer gebaut wurde. Die wissbegierige junge Frau konnte bis dahin mit der S-Bahn nach Westberlin, stillte dort ihren Hunger nach Literatur, Theater und Film. Keinesfalls wollte sie eingesperrt in der DDR leben.

Doch zwei Fluchtversuche scheiterten. Ihr blieb – inhaftiert im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck – nur die Hoffnung, dass sie freigekauft wird. Kurze Zeit nach dem Bau der Mauer hatten die Verhandlungen über Häftlingsfreikauf durch die Bundesrepublik begonnen. Das Schicksal der Berlinerin lag in den Händen derer, die über Auslöse-Summen feilschten, diskutierten.

Mit Renate Werwigk-Schneider und Jan-Philipp Wölbern, von der Konrad-Adenauer-Stiftung tauchen wir ein in die Anfangszeit des Häftlingsfreikaufs. Wie bahnte es sich an und wer zahlte wann wie viel?

Auch die innerdeutsche Grenze hat tausende Schicksale beeinflusst. 1981 tritt in Thüringen der Grenzfluss Werra über die Ufer. Auf einer Strecke von vier Kilometern werden Erdminen ausgeschwemmt und verteilen sich ungehindert ins Land. Lebensgefahr droht. Für die MDR-Zeitreise erzählt Peter Ibold, wie er mit damals 25 Jahren unter Todesangst die Minen beseitigen musste.

Das Dresdner Ehepaar Schneider sagt heute: wir sind nur verheiratet, weil die Mauer gebaut wurde. Sonst wäre es vielleicht eine kleine Liebelei geblieben. Ihre ungewöhnliche Geschichte ist auch Teil der vielen Schicksale, die der Bau der Berliner Mauer verändert hat.

Geschichte erklärt die Gegenwart. Wir erklären Geschichte. In neuen Folgen des Erfolgsformats geht Moderatorin Janett Eger am Sonntagabend auf "MDR ZEITREISE". Spannende Gegenwartsfragen in historischer Perspektive - gründlich recherchiert und packend erzählt, nah dran an interessanten Protagonisten.

"MDR-Zeitreise" - das ist Zeitgeschichte im besten Sinne, von den Rätseln der Vergangenheit zur historischen Dimension aktueller Debatten. Herausfordernde Fragestellungen, neue Erzählperspektiven und ungewöhnliche Details machen die "MDR ZEITREISE" relevant und aktuell