MDR ZEITREISE

Galopprennbahnen, Zocker und volkseigene Traber

Geschichte

Pferderennsport in der DDR

Im Osten Deutschlands gibt es einige traditionsreiche Galopprennbahnen. In der DDR führte der Pferdesport ein exotisches Nischendasein, heute sind die Renntage gut besucht und wieder gesellschaftliche Ereignisse.

Galopprennbahn Gotha-Boxberg bei Gotha
Gotha-Boxberg: Rennbetrieb eingestellt In den Jahrzehnten der DDR war die ehemalige Rennbahn des Herzogtums Sachsen-Coburg eine Hochburg des Galoppsports. Regelmäßig fanden auf der 1878 eröffneten Galopprennbahn durchaus renommierte Renntage statt. Und die Rennen waren wie auf allen Rennbahnen der DDR gut besucht. Es waren stets kleine Volksfeste. Bildrechte: dpa
Galopprennbahn Gotha-Boxberg bei Gotha
Gotha-Boxberg: Rennbetrieb eingestellt In den Jahrzehnten der DDR war die ehemalige Rennbahn des Herzogtums Sachsen-Coburg eine Hochburg des Galoppsports. Regelmäßig fanden auf der 1878 eröffneten Galopprennbahn durchaus renommierte Renntage statt. Und die Rennen waren wie auf allen Rennbahnen der DDR gut besucht. Es waren stets kleine Volksfeste. Bildrechte: dpa
Blick auf Zuschauer an der Pferderennbahn Gotha-Boxberg am «My Fair Lady» Renntag am 26.09.2009
Gotha-Boxberg: Rennbetrieb eingestellt Seit 2011 aber werden auf der Galopprennbahn Gotha-Boxberg, die als eine der schönsten Deutschlands gilt, keine Rennen mehr ausgetragen: Wegen Mangel an Sponsoren musste der Rennbetrieb auf der einzigen Galopprennbahn Thüringens eingestellt werden. Die Rennbahn wird seither als Koppel genutzt, die Tribüne, erbaut im viktorianischen Stil, rostet vor sich hin. Bildrechte: dpa
Festlich beleuchtet präsentieren sich die Türme der Pferderennbahn Scheibenholz in Leipzig (Sachsen).
Leipzig: Zockerparadies Das 1867 errichtete Tribünengebäude der Galopprennnbahn Scheibenholz bestimmt mit seinen zwei markanten Türmen nicht nur das Panorama der Galopprennbahn selbst, sondern ist auch aus dem Stadtbild der Leipziger Südvorstadt nicht wegzudenken. Bildrechte: dpa
Pferderennbahn Leipzig
Leipzig: Zockerparadies Die Galopprennbahn Scheibenholz galt damals als "Zockerparadies" - gewettet wurde sowohl legal als auch illegal. Vor der Galopprennbahn standen an die zwanzig Campingtische, umringt von Menschentrauben. Es wurde gewürfelt und illegal gewettet. Einsätze um die 100 Mark waren durchaus normal. Bildrechte: MDR/Mahmoud Dabdoub
Blick auf die über 100 Jahre alte, sanierte Tribüne der Pferderennbahn in Leipzig.
Leipzig: Zockerparadies Zu DDR-Zeiten galt das Scheibenholz als umsatzstärkste Galopprennbahn des Landes. Mehr als 100 Pferde standen in den Ställen und 30 Renntage wurden jedes Jahr abgehalten. 1990 übernahmen private Vereine die Ausrichtung der Veranstaltungen. Um die zehn Rennen finden seither jedes Jahr noch statt. Bildrechte: dpa
Der Erste Renntag auf der Magdeburger Pferderennbahn.
Magdeburg: Große Tradition Ihre Blütezeit erlebte die 1906 eröffnete Galopprennbahn im Magdeburger Naherholungsgebiet Herrenkrug in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Damals wuchsen sich die Renntage zu regelrechten Volksfesten aus und die Besucher kamen in Sonderzügen auch aus Hamburg, Hannover, Berlin und Leipzig. Bildrechte: dpa
Der Erste Renntag auf der Magdeburger Pferderennbahn.
Magdeburg: Große Tradition An diese erfolgreichen Jahre konnte die Galopprennbahn im Herrenkrug nie wieder anknüpfen. In der DDR wurden jährlich etwa zehn Renntage im Herrenkrug abgehalten. Sie hatten aber lediglich regionale Bedeutung. Nach dem Ende der DDR musste der Rennbetrieb wegen fehlender Sponsoren zunächst eingestellt werden. Seit 1991 finden auf der Galopprennnbahn Magdeburg jedes Jahr wieder Trab- und Galopprennen statt. Bildrechte: dpa
Blick auf den Zuschauerraum der Pferderennbahn in Dresden
Dresden: Pferdesport galt als snobistisch Am Himmelfahrtstag 1891 wurde die Galopprennbahn Dresden eröffnet. Es war nach der Galopprennbahn im Leipziger Scheibenholz die zweite Pferdesportanlage im Königreich Sachsen. In der DDR war der "VEB Vollblutrennbahnen Betriebsteil Dresden" Eigentümer der parkähnlichen Anlage und richtete die Renntage aus. Bildrechte: MDR/Monika Werner
Eine Frau mit Helm auf dem Kopf sitzt auf einem Pferd.
Dresden: Pferdesport galt als snobistisch In der DDR waren Pferde Volkseigentum, private Züchter gab es kaum. Mit knapp 13 Millionen Mark subventionierte der Staat die Galopprennbahnen. Desungeachtet: Der Pferdesport galt in der DDR als snobistisch und als Ausdruck einer überholten, dekadenten Lebensweise. Bildrechte: MDR/Monika Werner
Galopprennbahn Hoppegarten in Berlin.
Hoppegarten: Bedeutendste Rennbahn des Landes Die Galopprennnbahn Hoppegarten wurde 1868 eröffnet und avancierte schnell zur bedeutendsten Rennbahn Deutschlands. In der DDR wurde die Galopprennbahn zu einem Volkseigenen Betrieb - der "VEB Vollblutrennbahn" leitete von Hoppegarten aus sämtliche Rennbahnen der DDR. In Hoppegarten fanden die bedeutendsten Rennveranstaltungen der DDR statt, etwa das "Meeting der Vollblutpferde der sozialistischen Länder". Allein: Der Pferdesport führte in der DDR ein exotisches Nischendasein. Bildrechte: IMAGO
Jockeys reiten auf ihren Pferden in Berlin auf dem Gelände der Pferderennbahn in Hoppegarten über die Ziellinie.
Hoppegarten: Bedeutendste Rennbahn des Landes Nach dem Ende der DDR wechselte das Areal mehrmals die Besitzer, Rennnen fanden nur noch unregelmäßig statt; 2008 erwarb ein Fondsmanager die Galopprennbahn. Seither finden wieder regelmäßig Rennen statt und die Galopprennbahn Hoppegarten entwickelte sich seither wieder zu einer der angesagtesten Adressen des deutschen Pferderennsports. Bildrechte: dpa
Eingang der Trabrennbahn Karlshorst, Berlin.
Karlshorst: Einzige Trabrennbahn Die traditionsreiche Pferderennbahn Karlshorst, gelegen im Berliner Stadtbezirk Lichtenberg, wurde 1945 auf Befehl des sowjetischen Stadtkommandant Bersarin zu einer Trabrennbahn umgestaltet. Betrieben wurde die einzige Trabrennbahn im Osten Deutschlands später vom "VEB Trabergestüte und Trabrennbahn". Nach dem Ende der DDR übernahm ein Verein die Pferdesportanlage. Nach einer Flaute um die Jahrtausendwende werden auf der Trabrennbahn Karlshorst heute wieder zwei Renntage im Monat ausgerichtet und die Besucher strömen in Scharen in die parkähnliche Anlage. Bildrechte: IMAGO
Großes Wagenrennen auf der Pferderennbahn in Halle
Halle: Im Überflutungsgebiet Ein regelmäßiger Rennbetrieb ist auf der 1913 errichteten Galopprennbahn Halle mit ihrer Jugendstil-Tribüne nie möglich gewesen - die Anlage befindet sich im Überflutungsgebiet der Peißnitz und steht häufig unter Wasser. Dennoch wurden jedes Jahr rund 12 Renntage abgehalten, seit 1991 sind es höchstens noch sechs.
(Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im TV, am : 18.09.2017, 17.45 Uhr.)
Bildrechte: IMAGO
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Für immer und ewig

Wladimir Iljitsch Lenin
Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, starb 1924. In seinem Testament hatte er verfügt, dass um ihn keinerlei "Personenkult" betrieben werden dürfe. Bildrechte: IMAGO
Wladimir Iljitsch Lenin
Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, starb 1924. In seinem Testament hatte er verfügt, dass um ihn keinerlei "Personenkult" betrieben werden dürfe. Bildrechte: IMAGO
Lenin-Mausoleum in Moskau
Stalin kümmerte sich nicht um Lenins letzten Willen und verfügte, dass der Revolutionsführer in einem Mausoleum ausgestellt werden solle. Bildrechte: IMAGO
Lenin
Lenin wurde einbalsamiert und bereits drei Monate nach seinem Tod in sein eilends errichtetes Mausoleum gebracht. Bildrechte: IMAGO
Lenin
Dort ruht der Revolutionsführer bis zum heutigen Tag in seinem "Schneewittchensarg". Bildrechte: IMAGO
Es ist ein schwarz/weiß Foto mit einer langen Menschenschlange, über den roten Platz vor dem Lenin Mausoleum, zu sehen.
In der UdSSR galt das Lenin-Mausoleum als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes. Jeder Einwohner des kommunistischen Riesenreiches sollte wenigstens einmal in seinem Leben zu Lenin pilgern. Stundenlang warteten die Menschen auf dem Roten Platz, ehe sie für wenige Minuten ins Mausoleum eingelassen wurden. Bildrechte: IMAGO
Mai-Demonstration auf dem Roten Platz in Moskau 1983
Auf dem Roten Platz, vor dem Mausoleum, fanden in der Sowjetunion stets die großen Paraden am 1. und 8. Mai statt. Bildrechte: IMAGO
Die Kreml-Mauer und das Lenin-Mausoleum auf dem roten Platz in Moskau.
Heute gibt es keine langen Schlangen vor dem Mausoleum mehr. 1,5 Millionen Dollar kostet der Unterhalt von Lenins Ruhestätte. Früher brachte die Kommunistische Partei die Kosten auf, heute sind es private Spender. (Über dieses Thema berichtete MDR im TV auch in "artour", 21.06.2017, 22.00 Uhr) Bildrechte: IMAGO
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"Jäger des verlorenen Schatzes"

Geschichte

Dampflok-Paradies DDR

In der DDR feierten Dampflokomotiven in den 1970er-Jahren ein unverhofftes Comeback. Auslöser war die Ölkrise. So wurde der Osten Deutschlands zum Paradies für Eisenbahn-Fans aus aller Welt.

Einsenbahn Foto
Anfang der 1980er-Jahre in der DDR: Eine Dampflok in "freier Wildbahn". Für DDR-Bürger Alltag ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Einsenbahn Foto
Anfang der 1980er-Jahre in der DDR: Eine Dampflok in "freier Wildbahn". Für DDR-Bürger Alltag ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mann mit Messgerät
Immer dabei: die Schmalfilmkamera. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Bahn Karte
Schlafkes bevorzugtes Revier ist der Süden der DDR. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Einsenbahn
Im thüringischen Saalfeld drängeln sich "Zugvögel", wie sich die Bahnliebhaber selbst nennen, auf der Brücke über dem Bahnbetriebswerk. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Einsenbahn
Am liebsten filmen die beiden "Zugvögel" aus Bochum im Winter. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Dampflok im Schnee
Das gibt ihnen die Möglichkeit, das "Dampf-Glück" in Reinform zu erleben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mann und Frau im Schnee
... für Elke und Rolf Schlafke aus Bochum Schlaraffenland! Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Einsenbahn
Im Westen Deutschlands sind Dampflokomotiven zu dieser Zeit schon aus dem Verkehr gezogen. Und so gehen die Schlafkes ab 1977 regelmäßig in der DDR auf Jagd. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Einsenbahn
Denn in der DDR hat die Deutsche Reichsbahn während der Ölkrise die alten Dampfloks wieder in Dienst gestellt. Diesel ist zu teuer, die Bahnstrecken so gut wie nicht elektrifiziert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Einsenbahn
Sogar aus den USA kommen Schaulustige. Hier ist das "Dampflokparadies". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Dienstplan Baureihe
Um gute Filme zu drehen, versorgen sich die Schlafkes mit Informationen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Einsenbahn Kurier
Die veröffentlicht seit 1977 der westdeutsche "Eisenbahn-Kurier". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Dampflok auf einer Brücke
Immer wieder sind Rolf und Elke Schlafke in der DDR unterwegs. Für genau solche Aufnahmen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Gruppe Menschen mit Messgeräte im Schnee
Oft harren sie gemeinsam mit anderen Eisenbahn-Liebhabern stundenlang bei Eiseskälte an der Strecke aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Dampflok wird gefüllt mit Wasser
Immer wieder gelingt es den Hobbyfilmern, ganz dicht an die Objekte ihrer Begierde heran zu kommen. Illegal - gewissermaßen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Einsenbahn
Bis 1972 ist es in der DDR offiziell verboten, Züge und Bahnanlagen zu fotografieren und zu filmen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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