Kritik der Otto Brenner-Stiftung zurückgewiesen Der MDR erfüllt seinen Programmauftrag vollumfänglich

Mit einem Informationsanteil von rund 60 Prozent (Basis AGF/GfK Spartenanalyse) am Gesamtprogramm im Jahresdurchschnitt 2014 und einem hochwertigen Mix aus anspruchsvollen Fernsehfilmen, Sport und Unterhaltung erfüllt der MITTELDEUTSCHE RUNDFUNK seinen Programmauftrag gegenüber der Gesellschaft vollumfänglich (vgl. auch §6 MDR-Staatsvertrag der besagt: "das Programm soll der Information und Bildung sowie der Beratung und Unterhaltung dienen").

Mit dieser Feststellung widerspricht die Drei-Länder-Anstalt energisch den Wertungen des Geschäftsführers der Otto Brenner-Stiftung im Vorwort einer Studie, die die Stiftung in Auftrag gegeben hat.

Es wird polemisch festgestellt, das MDR FERNSEHEN sei zu unterhaltungsorientiert, habe zu viele Wiederholungen und zu viele "Human-Touch-Themen" im Programm. Diese Wertung wird aber weder von der eigentlichen Studie noch von der AGF/GfK Spartenanalyse belegt.

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Die AGF/GfK Spartenanalyse zeigt, dass die Dritten Programme der ARD mit ihren hohen Informationsanteilen deutlich vor den nationalen Vollprogrammen, insbesondere den Privaten, liegen. Das gilt ausdrücklich auch für das MDR FERNSEHEN. Der MDR stellt darüber hinaus fest, dass das MDR FERNSEHEN überdies einen vergleichsweise geringen Wiederholungsanteil aufweise, der wesentlich von Wiederholungen aktueller Programme in der Nacht herrühre.

Während alle Fernsehsender in Deutschland, die in der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) zusammengeschlossen sind, ihre Programme in den Messungen der AGF/GfK-Fernsehforschung nach einheitlichen und vergleichbaren Maßstäben den verschiedenen Programmgenres zuordnen, verfahre die Brenner-Stiftung nach anderen Messgrundlagen. Für die von der Brenner-Stiftung ausgewählte Beispielwoche (13. bis 19. Oktober 2014) teilen sich z.B. die Sparten am gesamten Programmangebot des MDR nach den AGF/GfK-Erhebungen wie folgt auf: Information 62 Prozent, Fiktion (Fernsehfilme, Kinofilme, Serien) 27 Prozent, Sport 5 Prozent, Unterhaltung 5 Prozent.

Von auffälligen Fehlern in der Methodik abgesehen, enthalte die Darstellung der Stiftung einseitige Zuspitzungen und plakative Wertungen, die einer fachlichen Diskussion nicht standhalten könnten, sagte der MDR auf Presseanfragen. Die zugrunde gelegte Studie ist eine quantitative Inhaltsanalyse eines Forscherteams um Hans-Joachim Trebbe, der seit langem regelmäßig im Auftrag der Landesmedienanstalten Programmanalysen durchführt. Die Untersuchungsstichprobe der Hauptuntersuchung basiert nur auf einer einzigen herausgegriffenen Kalenderwoche. Falsche Zuordnungen von MDR-Programmen (wie z.B. die Einordung der überregionalen Hauptnachrichtensendung MDR aktuell als "Regionalnachrichten") und die Zuordnung der "Tagesschau" als "Vorabendprogramm" (im ebenfalls analysierten WDR Fernsehen) sowie der Vergleich zwischen einer Lokalsendung einer Einländeranstalt im Ballungsraum (WDR Lokalzeit Köln) und einer Regionalsendung einer Drei-Länder-Anstalt (MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE) brächten die Ergebnisse der Studie auf eine schiefe Ebene, so der MDR.

Einen besonderen Stellenwert im Informationsprogramm des MDR haben Sendungen mit regionalem, mitteldeutschem Bezug. Dazu gehören länderbezogene Nachrichten ebenso wie gesellschaftspolitisch relevante Magazine, Reportagen und Dokumentationen, die zur besten Sendezeit am Abend ausgestrahlt werden.

Die Studie der Brenner-Stiftung lässt dies unberücksichtigt. Das Publikum honoriert dies jedoch: So zählten auch 2014 die Ländermagazine um 19.00 Uhr (MDR SACHSENSPIEGEL, MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE und MDR THÜRINGEN JOURNAL) sowie "MDR aktuell" zu den marktanteilsstärksten Sendereihen des MDR FERNSEHENS. Gerade der große Anteil hochwertiger und regional geprägter Informationsprogramme trägt dazu bei, dass der MDR bereits im 17. Jahr das erfolgreichste Programm unter den Dritten der ARD im jeweiligen Sendegebiet ist. Repräsentative Imagebefragungen untermauern dies weiter. Sie belegen, dass der MDR bei den Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein starkes Informationsimage hat. Top-Eigenschaften des MDR FERNSEHENS sind: informativ, glaubwürdig, sachlich, seriös und zuverlässig. Spezifisch für den MDR ist, dass das starke Informationsimage mit hohen Werten für unterhaltend und sympathisch einhergeht. Ein hoher Anteil der Menschen in Mitteldeutschland betrachtet das MDR FERNSEHEN als ihren Lieblingssender. Die Nachrichtensendung "MDR aktuell" und die Regionalmagazine MDR SACHSENSPIEGEL, MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE und MDR THÜRINGEN JOURNAL erreichen hohe Werte verglichen mit den Informationsformaten von Konkurrenzsendern.

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2015, 11:56 Uhr