Michail Gorbatschow - ein Jahrhundertpolitiker

Michail Gorbatschow - Ein Leben in Bildern

Er wurde als Held gefeiert, der den Mauerfall einleitete. Vor 28 Jahren erhielt Michail Gorbatschow den Friedensnobelpreis wegen seiner Rolle im Friedensprozess zwischen West und Ost.

Michail Gorbatschow bei der Eröffnung der vom 28. Juni - 1. Juli 1988 tagenden Parteikonferenz der Kommunistischen Partei in Moskau.
Michail Gorbatschow - über sechs Jahre lang mächtigster Mann der Kommunistischen Partei (KPdSU) - hatte Ende der 1980er-Jahre eine Vision: Er wollte das riesige sowjetische Imperium erneuern. Bei einem Parteikongress in Moskau 1988 warb er für Reformen und für den grundlegenden Umbau seines Landes. Bildrechte: dpa
Bruderkuss zwischen Michail Gorbatschow und Erich Honecker
Der KPdSU-Chef erntete für seine kühnen Pläne viel Kritik. Auch der Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, hielt von Gorbatschows Reformkurs nur wenig. Im Oktober 1989 lud er den Chef des sowjetischen Bruderlandes nach Ost-Berlin, um von ihm Rückendeckung bei den Feiern zum 40. Jahrestag des DDR-Bestehens zu erhalten. Honecker stand zu diesem Zeitpunkt bereits unter gehörigem Druck: Seine Bürger flohen scharenweise in den Westen. Bildrechte: dpa
US-Präsident Ronald Reagan (r) und der sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow
Gorbatschow trieb nicht nur politische Reformen voran, sondern auch die weltweite Abrüstung - wenngleich der Kalte Krieg zwischen den Machtblöcken in seiner Amtszeit gerade auf dem Höhepunkt war. Von 1985 an trafen sich Gorbatschow und US-Präsident Ronald Reagan regelmäßig. Nach Gorbatschows Worten hielt er Reagan zunächst für einen "echten Dinosaurier" und dieser ihn für einen "starrköpfigen Bolschewiken". Dank des Dialogs handelten sie Ende 1987 den sogenannten INF-Vertrag aus: Er sieht den Abbau aller atomarer Mittelstreckenwaffen vor. Bildrechte: dpa
Mihail Gorbatschow und Wladimir Putin (Archivbild vom 21. Dezember 2004)
Gorbatschow ist kein Freund des aktuellen Kremlchefs Wladimir Putin (rechts). Immer wieder hatte er ihm in den vergangenen Jahren Demokratiedefizite und Korruption vorgeworfen. Doch in der Krim-Frage unterstütze er Putins Vorgehen und die Wiedervereinigung der Halbinsel mit Russland. Im Ukraine-Konflikt tadelte Gorbatschow den Westen für seine Sanktionspolitik gegen den Kreml. Bildrechte: dpa
Michail Gorbatschow bei der Eröffnung der vom 28. Juni - 1. Juli 1988 tagenden Parteikonferenz der Kommunistischen Partei in Moskau.
Michail Gorbatschow - über sechs Jahre lang mächtigster Mann der Kommunistischen Partei (KPdSU) - hatte Ende der 1980er-Jahre eine Vision: Er wollte das riesige sowjetische Imperium erneuern. Bei einem Parteikongress in Moskau 1988 warb er für Reformen und für den grundlegenden Umbau seines Landes. Bildrechte: dpa
Michail Gorbatschow, 1985
Perestroika (Umgestaltung) und Glasnost (Offenheit) - zwei Begriffe, die der im März 1931 in Südrussland geborene Gorbatschow mit Leben erfüllte, wie kein anderer Politiker des ausgedehnten Landes. Der studierte Jurist und Agraringenieur hatte die Vorstellung von einer modernen Sowjetunion. Er wollte verlustreiche Unternehmen schließen, die Korruption eindämmen und mit einer Politik der Transparenz und Offenheit das verkrustete politische System erneuern. Bildrechte: imago/Sven Simon
Die Ehrentribüne auf der Karl-Marx-Allee während der Militärparade am 7. Oktober 1989 in Ost-Berlin, u.a. mit Michail Gorbatschow und Erich Honecker
Zwar absolvierte Gorbatschow das übliche Pflichtprogramm. Doch nutzte er den DDR-Besuch auch, um dem SED-Politbüro eines deutlich zu machen: "Wenn wir zurückbleiben, bestraft uns das Leben sofort". Journalisten machten daraus: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" - ein geflügeltes Wort, das man seither mit Gorbatschow verbindet. Bildrechte: dpa
Demonstranten ziehen am 23.10.1989 durch das Zentrum von Leipzig und fordern Reformen und Veränderungen in der politischen Situation in Ost-Deutschland
Wenige Tage nach dem Gorbatschow-Besuch forderten Bürger in der Innenstadt von Leipzig Reformen und Veränderungen. Vor dem Konsument-Warenhaus hielten sie Ende Oktober 1989 ein Gorbatschow-Foto in die Höhe. Für viele Ostdeutsche ist "Gorbi", wie sie den sowjetischen Staatschef warmherzig nennen, ein großer Hoffnungsträger. Perestroika und Glasnost wünschten sie sich auch für die DDR. Bildrechte: dpa
US-Präsident Ronald Reagan während seiner Rede vor der Berliner Mauer am Brandenburger Tor am 12.06.1987.
US-Präsident Reagan war es auch, der im Sommer 1987 auf Westberliner Seite vor dem Brandenburger Tor an den sowjetischen Staatschef Gorbatschow appellierte: "Wenn Sie die Liberalisierung wollen, dann kommen Sie hierher zu diesem Tor. ... Herr Gorbatschow, reißen Sie die Mauer nieder!" Damals war es unvorstellbar, dass ... Bildrechte: dpa
Ausgelassen feiern die Berliner am 31. Dezember 1989 Silvester auf der Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor.
... bis zum Jahreswechsel 1989/1990 der DDR-Staatschef Honecker gestürzt und die Berliner Mauer fallen würde. Gorbatschow hatte dafür im Vorfeld eine wichtige Bedingung geschaffen: Ende der 1980er-Jahre sagte er sich von der Breschnew-Doktrin los, mit der sich die Sowjetunion ein Interventionsrecht gesichert hatte, falls in einem der Bruderländer der Sozialismus bedroht sein sollte. Das Ende der Doktrin führte zu einer Reihe von friedlichen Revolutionen in Osteuropa. Bildrechte: dpa
Michail Gorbatschow und Bundeskanzler Helmut Kohl beim Austausch der Urkunden, 1989
Noch vor dem Mauerfall stattete Gorbatschow im Somer 1989 dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl einen Besuch ab. Die westdeutschen Medien feierten ihn zu diesem Zeitpunkt als Superstar. Als die Mauer fällt, wird Gorbatschow zum Helden erklärt, der die friedliche Einheit des Landes ermöglicht hatte. Ein Jahr später, am 15. Oktober 1990, wurde bekanntgegeben, dass er für seine Rolle im Friedensprozess mit dem Nobelpreis geehrt wird. Bildrechte: dpa
Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow und Bundeskanzler Helmut Kohl unterhalten sich am 15.07.1990 an einem rustikalen Arbeitstisch im Garten von Gorbatschows Gästehaus in Archiz
Im Juli 1990 lud Gorbatschow den damaligen Kanzler Kohl (rechts in Strickjacke) und den damaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher auf sein Datscha-Grundstück im kaukasischen Ort Archys. Dort wurde Zeitgeschichte geschrieben: Die Männer berieten acht Monate nach dem Fall der Mauer über den sowjetischen Truppenabzug aus Ostdeutschland. Dass Gorbatschow auch einer gesamtdeutschen Nato-Mitgliedschaft zustimmte, belohnte Bonn mit einer finanziellen Unterstützung der Sowjetunion, die zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich schwer angeschlagen ist. Bildrechte: dpa
Der russische Wirtschaftswissenschaftler und Reform-Politiker, Moskauer Oberbürgermeister von 1991-1992, Gawriil Popow (l), mit dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow.
Für Gorbatschow, hier rechts im Bild, war 1990 ein äußerst ereignisreiches Jahr: Der damals 59-Jährige wurde im März 1990 zum Staatspräsidenten der Sowjetunion bestimmt - bei den ersten freien Wahlen im Land. Wenig später kündigte er in seinem Land den "kontrollierten Übergang" zur Marktwirtschaft an. Am 16. Oktober 1990 verkündet das Nobelkomitee die Vergabe des Friedensnobelpreises an Gorbatschow - für seine Rolle im weltweitten Firiedensprozess und bei der friedlichen deutschen Wiedervereinigung. Mit seinem Land ging es jedoch immer mehr wirtschaftlich bergab. Es steckte in einer existenziellen Krise. Bildrechte: dpa
Der russische Präsident Boris Jelzin (3.v.l.) spricht mit geballter Faust, auf einem Panzer stehend, am 19.08.1991 vor dem russischen Regierungsgebäude in Moskau zur versammelten Menschenmenge und ruft zum Generalstreik auf.
Gorbatschow, der angetreten war, das Sowjet-Imperium zu reformieren und die zentralistischen Zügel zu lockern, konnte das Riesenreich nicht mehr zusammenhalten. Im Sommer 1991 putschten reaktionäre Kräfte gegen den Sowjetchef. Der Augustaufstand, der die Welt in Atem hielt, scheiterte - auch weil sich der Staatschef der sowjetischen Teilrepublik Boris Jelzin (links, mit geballter Faust) der putschenden Clique aus kommunistischen Hardlinern entgegenstellte. Jelzin ging gestärkt aus der Aktion hervor, Gorbatschow hingegen war stark geschwächt. Bildrechte: dpa
Boris Jelzin und Michail Gorbatschow, 1991
Jelzin (links) nutzte die Gunst der Stunde und schaffte Fakten: Im Dezember 1991 schlossen sich die Teilrepubliken Russland, Ukraine und Weißrussland zu einem Bund zusammen: die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) war geboren, die Sowjetunion war Geschichte. Gorbatschow trat Ende 1991 als letzter Präsident des Landes zurück. Der neue starke Mann im Kreml war nun Jelzin. Bildrechte: IMAGO
TV-Moderator Thomas Gottschalk mit seinen Gästen Raissa und Michail Gorbatschow
Das Bild zeigt Gorbatschow mit seiner Frau Raissa im Dezember 1996 im Studio der damaligen Gottschalk-Sendung "Wetten das ...?". Seine Ehefrau war Gorbatschow Gefährtin und Ratgeberin zugleich. 1999 starb sie in Münster, wo sie wegen Leukämie behandelt worden war. Bildrechte: dpa
Michail Gorbatschow
Auch in seinem autobiografischen Buch "Das neue Russland" rechnete Gorbatschow 2015 mit dem Westen ab und wies ihm die Schuld an den neuen geopolitischen Spannungen zu. So sei es höchste Zeit, dass der Westen verstehe, dass jeder Druck auf Russland nichts außer Schaden bringe. Statt Konfrontation müsse Europa auf Dialog setzen. Bildrechte: dpa
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Bruderkuss zwischen Michail Gorbatschow und Erich Honecker
Der KPdSU-Chef erntete für seine kühnen Pläne viel Kritik. Auch der Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, hielt von Gorbatschows Reformkurs nur wenig. Im Oktober 1989 lud er den Chef des sowjetischen Bruderlandes nach Ost-Berlin, um von ihm Rückendeckung bei den Feiern zum 40. Jahrestag des DDR-Bestehens zu erhalten. Honecker stand zu diesem Zeitpunkt bereits unter gehörigem Druck: Seine Bürger flohen scharenweise in den Westen. Bildrechte: dpa

Gorbatschow auf der Krim

Im August 1991 macht Michail Gorbatschow Urlaub in einem Ferienhaus auf der Krim. Genau in jenen Tagen putschen seine eigenen Genossen gegen ihn. Als er aus dem Urlaub zurückkehrt, ist die UdSSR in Auflösung begriffen.

Gorbatschow Ferienhaus Krim 1991
Das "Objekt Zarya" ist ein staatliches Ferienhaus auf Kap Foros auf der Krim, östlich von Jalta. 1988 ist es als Sommerhaus für den Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR erbaut worden. Der Vorsitzende heißt Michail Gorbatschow. Bildrechte: IMAGO
Gorbatschow Ferienhaus Krim 1991
Das "Objekt Zarya" ist ein staatliches Ferienhaus auf Kap Foros auf der Krim, östlich von Jalta. 1988 ist es als Sommerhaus für den Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR erbaut worden. Der Vorsitzende heißt Michail Gorbatschow. Bildrechte: IMAGO
Michail Gorbatschow 1990
Im August 1991 verbringt Michail Gorbatschow gemeinsam mit Ehefrau Raissa, Tochter Irina, ihrem Ehemann und den beiden Enkelkindern die Sommerferien auf Kap Foros. Bildrechte: dpa
Pflanzen in einem Flur des Ferienhauses des Präsidenten, 1991
Die Gorbatschows sind nicht zum ersten Mal in Zarya auf Kap Foros. Das großzügige und mondän gestaltete Ferienhaus samt großem Park gefällt ihnen ausnehmend gut. Sie fühlen sich wohl. Bildrechte: IMAGO
Gorbatschows Ferienhaus Zarya auf der Halbinsel Krim
Das Ferienhaus erstreckt sich über drei Etagen. Es gibt ein Dutzend Zimmer, mehrere Bäder, einen Billardraum, ein Fitness-Studio, eine Sauna und sogar ein kleines Kino. Im Park ist ein Tennisplatz angelegt. Bildrechte: IMAGO
Gorbatschows Ferienhaus Zarya auf der Krim, 2007
Die Villa ist am Hang erbaut, der Blick geht aufs Meer. Über eine Freitreppe gelangt man an den abgesperrten Strand. Bewacht wird der "Komplex Zarya" von etwa 60 Mitarbeitern des Moskauer Innenministeriums, vor der Bucht kreuzen ständig drei Armee-Schiffe. Bildrechte: IMAGO
Michail Gorbatschow, 1991
Am 18. August 1991 trifft überraschend eine Gruppe von Männern aus Moskau in Gorbatschows Ferienhaus ein. Sie stellen sich als Abgesandte eines sogenannten Notstandskomitees vor. Gorbatschow erinnert sich so: "Gegen 17 Uhr wurde ich davon unterrichtet, dass eine Gruppe von Personen eingetroffen sei. Ich wunderte mich und sagte dem Chef der Leibwache, dass ich niemanden eingeladen hätte. Ich wollte mich mit Moskau in Verbindung setzen, stellte aber plötzlich fest, dass alle Telefone abgeschaltet waren." Die Abgesandten fordern Gorbatschow auf, ein Rücktrittsgesuch zu unterschreiben. Gorbatschow lehnt das entschieden ab. Bildrechte: IMAGO
Gorbatschows Arbeitszimmer in seinem Ferienhaus auf der Krim 1991
Gorbatschows hübsches Ferienhaus ist jetzt zu seinem Gefängnis geworden. Die Putschisten haben ihn unter Hausarrest gesetzt und alle Verbindungen zur Außenwelt gekappt. Ein kleines Kofferradio ist Gorbatschows einzige Verbindung zur Außenwelt. Den Koffer mit dem Code der sowjetischen Atomwaffen haben die Abgesandten des Notstandskomitees mitgenommen. Bewacht wird das "Objekt Zarya" von nun an von einer Sondereinheit, die den Putschisten hörig ist. Bildrechte: IMAGO
Die Moskauer Bevölkerung leistet am 19. August 1991 Widerstand gegen einrollende Panzer der Roten Armee vor dem russischen Regierungsgebäude, dem Weissen Haus
In Moskau fahren Panzer auf. Sie gehen auch vor dem "Weißen Haus", dem Amtssitz des russischen Präsidenten Boris Jelzin, in Stellung. Jelzin selbst setzen die Putschisten nicht fest - sie hoffen, mit ihm kooperieren zu können. Tausende Bürger Moskaus gehen nach Bekanntgabe des Staatsstreiches auf die Straßen und leisten Widerstand gegen die Einheiten der Armee, die unter dem Kommando der Putschisten stehen. Bildrechte: IMAGO
Boris Jelzin während des August-Putsches 1991 in Moskau auf einem Panzer
Als Boris Jelzin von dem Putsch erfährt, lässt er sich umgehend zu seinem Amtssitz fahren. Er denkt aber keineswegs daran, mit den Putschisten zu kooperieren. Er steigt stattdessen auf einen Panzer vor seinem Amssitz und ruft zum Widerstand auf. "Boris Jelzin steht auf der Seite Gorbatschows!", versichert er den Demonstranten. Bildrechte: IMAGO
Michail Gorbatschow im August 1991 beim Aussteigen aus einem Flugzeug.
Am 21. August 1991 werden die Truppen nach und nach in die Kasernen zurückgezogen. Die Putschisten erkennen die Aussichtlosigkeit ihrer Lage. Mit so großem Widerstand der Russen hatten sie nicht gerechnet. Innenminister Pugo begeht Selbstmord, die anderen Putschisten fliegen auf die Krim und bitten Gorbatschow um ein Gespräch. Doch der lehnt ab und beschließt, umgehend nach Moskau zurückzukehren. Am 22. August 1991 trifft Gorbatschow, gezeichnet von den Tagen des Hausarrestes, samt seiner Familie in Moskau ein. "Ich kehre in ein anderes Land zurück", sagt er. Bildrechte: IMAGO
Michail Gorbatschow am 3. September 1991
Gorbatschow ist frei und wieder in Moskau. Doch es wird ihm klar, dass er mit seiner Politik nicht weitermachen kann, als wäre nichts geschehen. Seine Lage ist genau besehen hoffnungslos: Er ist Chef einer Partei, die ihn verraten hat und Präsident eines Landes, das unaufhaltsam zerfällt. Über die Putschisten sagt Gorbatschow: "Es waren Männer, die gefördert und denen ich vertraut habe..." Bildrechte: IMAGO
Boris Jelzin und Michail Gorbatschow, 1991
Jelzin erklärt nun triumphierend: "Genossen, gestatten Sie mir, zur Entspannung einen Erlass über die Einstellung aller Aktivitäten der Russischen Kommunistischen Partei zu unterzeichnen." Gorbatschow bittet Jelzin, dies nicht zu tun. Aber niemand hört ihn - die Abgeordneten bejubeln Jelzins Erlass. Mit dessen Unterschrift ist die KPdSU eine verbotene Partei in Russland. Bildrechte: IMAGO
Rücktritt Gorbatschow Fernsehansprache 1991
Gorbatschow legt einen Tag später sein Amt als Generalsekretär der KPdSU nieder. Im Dezember 1991 tritt er auch als Präsident der UdSSR zurück. "Ich glaube", sagte Gorbatschow später, "das 20. Jahrhundert ging in den Tagen vom 19. bis zum 21. August 1991 zu Ende." Genau in jenen Tagen, als er auf der Krim unter Hausarrest stand. Bildrechte: dpa
Ferienhaus des Präsidenten, 2006
Gorbatschows Ferienhaus gehörte ab 1992 dem ukrainischen Präsidialamt. Die ukrainischen Präsidenten quartierten dort ihre ausländischen Gäste ein. Nach der russischen Annexion der Krim 2014 gehört die Villa "Zarya" wieder dem russischen Staat. Genutzt wird der Komplex als Ferienhaus für hohe russische Regierungsfunktionäre.
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in "Aktuell", 06.10.2014, 19.30 Uhr.)
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