28. März 1935: Der Film "Triumph des Willens" feiert Premiere Leni Riefenstahl: Hitlers Lieblingsregisseurin

Am 28. März 1935 feierte der NS-Propagandafilm "Triumph des Willens" - eine Reichsparteitagdokumentation - im Ufa-Palast am Zoo in Berlin Premiere. Er gilt als der einflussreichste Film von Leni Riefenstahl, die eigentlich Tänzerin und Schauspielerin werden wollte. Doch auch nach dem Streifen arbeitete Riefenstahl als Regisseurin weiter und brachte ein weiteres großes Werk in die Kinos: Olympia.

Herzliche Begrüßungsszene zwischen Adolf Hitler und Leni Riefenstahl. (undatiert)
Begrüßungsszene zwischen Adolf Hitler und Leni Riefenstahl (undatiert). Bildrechte: imago/United Archives International

Eine Szene, die Leni Riefenstahl am besten beschreibt, ist folgende: Leni, am 22. August 1902 in Berlin geboren, will als Mädchen Tanzunterricht nehmen. Der Vater, ein Geschäftsmann, lehnt das entschieden ab. Doch Leni, die als willensstark, ehrgeizig und vielseitig interessiert gilt, geht mit dem Wissen ihrer Mutter trotzdem Tanzen. Als das Komplott der beiden auffliegt, drohte der Vater mit Scheidung. Schlussendlich meldet er sie danach selber bei der berühmten russischen Tänzerin Eugenie Eduardowa an.

Der Film als neue Aufgabe

Doch die Tanzkarriere von Riefenstahl kommt auf Grund vieler Knochenbrüche nicht zustande. Über Umwege gerät sie an den Begründer des "Bergfilm"-Genres: Arnold Franck. Von ihm lernt sie, mit der Kamera umzugehen.

Er lehrte mich, dass man alles gleich gut fotografieren müsse: Menschen, Tiere, Wolken, Wasser, Eis ... Bei jeder Aufnahme gehe es darum, das Mittelmaß zu überschreiten, von der Routine wegzukommen und alles möglichst mit einem neuen Blick zu sehen.

Leni Riefenstahl zitiert nach: Anna Maria Sigmund - "Die Frauen der Nazis"

Zwar übernimmt sie in einigen Heimatfilmen Rollen als Schauspielerin, doch so richtig kommt auch die Schauspielerkarriere nicht in Fahrt. Und so gründet sie 1931 eine eigene Filmproduktionsgesellschaft.

Buchvover mit Frauenportraits
Buchcover von Anna Maria Sigmund: "Die Frauen der Nazis" Bildrechte: Heyne Bücher

Ich fühlte, dass der Film eine Aufgabe für mich sein könnte, ein neuer Inhalt.

Leni Riefenstahl zitiert nach: Anna Maria Sigmund - "Die Frauen der Nazis"

"Sehr geehrter Herr Hitler ..."

Als sie 1932 ihren Film "Das blaue Licht - Eine Berglegende aus den Dolomiten" auf einer Tournee vorstellt, besucht sie einen Auftritt von Adolf Hitler im Berliner Sportpalast. Riefenstahl ist begeistert und schreibt Hitler einen Brief.

Sehr geehrter Herr Hitler, vor kurzer Zeit habe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine politische Veranstaltung besucht ... Ich muss gestehen, dass Sie und der Enthusiasmus der Zuhörer mich beeindruckt haben. Mein Wunsch wäre, Sie persönlich kennen zu lernen ...

Leni Riefenstahl zitiert nach: Anna Maria Sigmund - "Die Frauen der Nazis"

Und Hitler antwortete ihr. Es folgt ein Treffen am Nordseestrand und Riefenstahl stellt danach fest, wie sympathisch und liebenswürdig der Privatmensch Hitler sei - so ganz anders als der politische Agitator. Kurze Zeit nach ihrem Treffen bricht Riefenstahl zu einem Dreh nach Grönland auf, von dem sie Ende 1932 wieder nach Deutschland kommt. Von da an besucht sie regelmäßig Feste und Geselligkeiten von hohen NSDAP-Funktionären.

Leni Riefenstahl und der lange Schatten Hitlers

Die am 22. August 1902 geborene Regisseurin und Fotografin Leni Riefenstahl wurde mit ihren Propagandafilmen für das NS-Regime weltberühmt. Doch nach dem Krieg wurde sie den Schatten Hitlers nicht wieder los.

Leni Riefenstahl vor einem Porträt als Tänzerin
Leni Riefenstahl wurde 1902 als Tochter eines Installateurmeisters in Berlin geboren. Ihre künstlerische Laufbahn begann sie als Tänzerin. 1923 engagierte Max Reinhardt die junge Frau als Solotänzerin für das Deutsche Theater in Berlin. Hier im Hintergrund ein Portät von ihr als junge Tänzerin. Bildrechte: IMAGO
Leni Riefenstahl vor einem Porträt als Tänzerin
Leni Riefenstahl wurde 1902 als Tochter eines Installateurmeisters in Berlin geboren. Ihre künstlerische Laufbahn begann sie als Tänzerin. 1923 engagierte Max Reinhardt die junge Frau als Solotänzerin für das Deutsche Theater in Berlin. Hier im Hintergrund ein Portät von ihr als junge Tänzerin. Bildrechte: IMAGO
Leni Riefenstahl im Film "weiße Hölle am Piz Balü"
Wegen einer Knieverletzung muss sie mit dem Tanzen aufhören, erlangt aber bald als Schauspielerin große Popularität. Sie spielt unter anderem die Hauptrolle in dem Bergsteigerfilm "Die weiße Hölle am Piz Palü". Dafür lernte sie Bergklettern und Skifahren. Bildrechte: IMAGO
Herzliche Begrüßungsszene zwischen Adolf Hitler und Leni Riefenstahl. (undatiert)
Ihr Debüt als Regisseurin gibt sie in dem Film "Das blaue Licht", der einen Preis beim Filmfest von Venedig erhält und in Deutschland die Kinosäle füllt. Damit erregt sie auch die Aufmerksamkeit von Adolf Hitler, mit dem sie bald freundschaftlich verbunden ist. Bildrechte: imago/United Archives International
Leni Riefenstahl bei Preisverleihung.
Ihrer Nähe zu den Nationalsozialisten hat sie es zu verdanken, dass sie den Auftrag bekommt, einen Film über den Parteitag der NSDAP 1934 zu drehen. Für den Film "Triumph des Willens" setzt sie 16 Kamerateams mit mehr als 100 Mitarbeitern ein. Der Film findet international große Beachtung und bringt ihr mehrere Preise ein. So eine Goldmedaille beim Filmfest in Venedig. Hier im Bild bekommt sie 1936 den Großen Preis der italienischen Filmindustrie. Bildrechte: IMAGO
Dreharbeiten für "Olympia"
Im Anschluss erhält sie den Auftrag, die Olympischen Spiele in Berlin 1936 propagandistisch umzusetzen. Der Film hat als zentrales Thema die Verherrlichung des Körpers. Auf dem Foto sieht man Mitglieder des Filmteams, die aufbrechen, den Olympia- Fackellauf zu drehen Bildrechte: IMAGO
Leni Riefenstahl bei Dreharbeiten zu "Olympia"
Für ihren Olympia-Film drehte Leni Riefenstahl auch in Griechenland, hier im Bild mit Griechen in Nationaltracht. Bildrechte: IMAGO
Leni Riefenstahl
Leni Riefenstahl auf einem Foto von 1954 in Garmisch-Partenkirchen. Nach dem Krieg konnte die Regisseurin nicht an ihre Erfolge anknüpfen. Der Schatten ihrer Freundschaft mit Hitler wird sie ihre gesamte Karriere begleiten. Sie wendet sich verstärkt der Fotografie zu. Bildrechte: IMAGO
Leni Riefenstahl
In den 70er Jahren verbringt sie mehrere Monate in Afrika bei dem sudanesischen Ureinwohnerstamm der Nuba. Sie lernt die Sprache der Ureinwohner und macht dort große Fotoserien. Die Fotobände, die dort entstehen, ernten viel internationales Lob. Bildrechte: IMAGO
Leni Riefenstahl auf einem Boot
Mit 71 Jahren lernt Leni Riefenstahl tauchen und veröffentlicht in den folgenden Jahren mehrer Fotobände mit Unterwasseraufnahmen. Bildrechte: IMAGO
Filmregisseurin Leni Riefenstahl (GER) in ihrem Haus in Pöcking vor ihren Aufnahmen des Naturvolkes der Nuba
Mit 97 Jahren kehrte Leni Riefenstahl noch einmal zu den Nuba in den Sudan zurück. Auf dem Rückflug stürzte sie mit einem Hubschrauber ab, überlebte aber schwerverletzt. Bildrechte: IMAGO
Filmregisseurin Leni Riefenstahl (GER) mit ihrem Tauchlehrer Günter Stolberg zu Gast auf der BOOT 2003 in Düsseldorf
Im Alter von 101 Jahren verstirbt die Künstlerin in ihrem Haus in Pöcking bei München. Auf dem Foto ist sie kurz vor ihrem Tod mit ihrem Tauchlehrer auf der Messe BOOT 2003 in Düsseldorf zu sehen. (Über dieses Thema berichtet der MDR auch im Fernsehen: Geschichte Mitteldeutschlands, Leni Riefenstahl - die Diva und die Stasi | 20.08.2017 | 20.15 Uhr) Bildrechte: IMAGO
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Auftrag: "Künstlerische Gestaltung des Reichsparteitages"

Leni Riefenstahl während Dreharbeiten.
Leni Riefenstahl während der Dreharbeiten. Bildrechte: imago/United Archives

Adolf Hitler wird schnell Fan von Leni Riefenstahl und überlegt - gemeinsam mit Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels - wie er sie für seine Propagandazwecke einsetzen könnte. Mit Erfolg. Zwar klappt ein geplanter "Hitlerepos" nicht, dafür aber der Film "Sieg des Glaubens" über den fünften Reichsparteitag der NSDAP. Am 1. Dezember 1933 feiert der Streifen unter großem Beifall Premiere.

Schon ein Jahr später bekommt Riefenstahl erneut einen Auftrag. Dieser sieht die "künstlerische Gestaltung des Nürnberger Reichsparteitages 1934" vor. Der Auftrag und die Herausforderungen sind groß, denn zum einen stehen nur zwei Wochen Vorbereitungszeit zur Verfügung. - Zum anderen wird Riefenstahl und ihr Team durch die Parteigenossen während der Dreharbeiten behindert: Keiner will gefilmt werden.

Kameraleute auf Rollschuhen

Blick auf den Ufa-Palast in Berlin während der Uraufführung des Leni Riefenstahl-Films 'Triumph des Willens', 1934
Blick auf den Ufa-Palast in Berlin während der Uraufführung des Leni-Riefenstahl-Films "Triumph des Willens" 1934. Bildrechte: dpa

Mit 120 Mitarbeitern, Kameraequipment aus Hollywood und einem klaren Plan schafft es Leni Riefenstahl trotzdem, ihr Material in den Kasten zu bekommen und damit Filmgeschichte zu schreiben. Nicht nur der "Wochenschaucharakter" des Filmes, sondern auch die Effekte, sind eine Novität. So befestigt Riefenstahl beispielsweise an Fahnenstangen Lifts, auf denen Kameras montiert werden, um so Fahraufnahmen zu generieren. Auch müssen Kameraleute auf Geheiß von Riefenstahl Rollschuhfahren üben - damit die Aufnahmen geschmeidiger und fließender werden. Kameraschwenks werden von Feuerwehrleitern aus aufgenommen. Zusätzlich filmte das Team fünf Stunden - ohne Pause - die patroullierenden Soldaten auf dem Nürnerberger Luitpoldshain. Dem hollywoodgleichem Epos gibt Adolf Hitler am Ende selbst den Namen: "Triumph des Willens".

Zwei Millionen Reichsmark für den nächsten Streifen

Die Regisseurin dreht noch zwei kleinere Filme für die NSDAP, bevor sie 1936 mit dem nächsten großen Projekt - der Dokumentation über die XI. Olympischen Sommerspiele - betraut wird. Riefenstahl zögert: 100 Wettkämpfe nur zu dokumentieren erscheint ihr reizlos. Also schreibt sie ein Drehbuch über die Olympischen Spiele. Produktionszeit: Drei Jahre. Finanzierung: Über die Film-Kreditbank des Reichs-Propagandministeriums.

Mit dieser wilden Frau ist nicht zu arbeiten. Nun will sie für ihren Film 1/2 Million mehr und zwei daraus machen. [...] Sie weint. Das ist die letzte Waffe der Frauen. Aber bei mir wirkt das nicht mehr. Sie soll arbeiten und Ordnung halten.

Joseph Goebbels 1936 zitiert nach: Anna Maria Sigmund - "Die Frauen der Nazis"

Leni Riefenstahls "Olympia"-Epos

Am 20. April 1938 feierte Leni Riefenstahls umstrittenes Olympia-Epos "Fest der Völker" und "Fest der Schönheit" in Berlin seine Uraufführung. Anwesend war neben Adolf Hitler die gesamte Nazi-Prominenz.

Leni Riefenstahl (re.) im Gespräch mit Joseph Goebbels.
Am 20. April 1938 feierte Leni Riefenstahls "Olympia"-Epos "Fest der Völker" und "Fest der Schönheit" im Berliner UFA-Palast seine Uraufführung. In ihren beiden Filmen dokumentiert Leni Riefenstahl die Olympischen Spiele 1936 in Deutschland. Neben Adolf Hitler war bei der Uraufführung die gesamte Prominenz des faschistischen Regimes anwesend. (Im Bild: Leni Riefenstahl bei der Premierenfeier mit Propagandaminister Goebbels.) Bildrechte: imago/United Archives
Leni Riefenstahl (re.) im Gespräch mit Joseph Goebbels.
Am 20. April 1938 feierte Leni Riefenstahls "Olympia"-Epos "Fest der Völker" und "Fest der Schönheit" im Berliner UFA-Palast seine Uraufführung. In ihren beiden Filmen dokumentiert Leni Riefenstahl die Olympischen Spiele 1936 in Deutschland. Neben Adolf Hitler war bei der Uraufführung die gesamte Prominenz des faschistischen Regimes anwesend. (Im Bild: Leni Riefenstahl bei der Premierenfeier mit Propagandaminister Goebbels.) Bildrechte: imago/United Archives
Herzliche Begrüßungsszene zwischen Adolf Hitler und Leni Riefenstahl. (undatiert)
Adolf Hitler beging am 20. April 1938 seinen 49. Geburtstag. Er bezeichnete Leni Riefenstahl als seine "Lieblingsregisseurin". Die Filmpremiere zum Geburtstag des Führers war denn auch das Präsent der Filmemacherin. Und Hitler war begeistert von Riefenstahls "Olympia"-Epos. (Adolf Hitler und Leni Riefenstahl, undatierte Aufnahme.) Bildrechte: imago/United Archives International
Leni Riefenstahl dreht ihren Olympia-Film. Aufnahmen in Griechenland. Leni Riefenstahl gibt letzte Anweisungen für die Positionierung der jungen Griechinnen an den Säulen des Heraion.
Mehr als vier Stunden dauern das Epos "Fest der Völker" und sein zweiter Teil "Fest der Schönheit". Riefenstahl beginnt den Zweiteiler in Griechenland - Hitlers Deutschland soll als mythischen Nachfolger der Antike erscheinen. (Im Bild: Leni Riefenstahl bei den Dreharbeiten in Griechenland.) Bildrechte: imago/United Archives
Leni Riefenstahl dreht ihren Olympia-Film. Aufnahmen in Griechenland. Olympischer Fackelläufer.
Fackelläufer tragen das olympische Feuer von Athen aus durch halb Europa nach Berlin. Höhepunkt des Films ist der berühmt-berüchtigte "Lichtdom" Albert Speers. (Bei den Dreharbeiten: Olympischer Fackelläufer.) Bildrechte: imago/United Archives
Leni Riefenstahl bei Dreharbeiten zu "Olympia"
Bis zum heutigen Tag gibt es höchst unterschiedliche Angaben darüber, wie teuer die Filme waren und wer sie letztlich finanziert hat. Fakt aber ist: Stilistisch sind Riefenstahls Filme durchaus revolutionär. (Leni Riefenstahl mit griechischen Komparsen.) Bildrechte: IMAGO
Leni Riefenstahl während Dreharbeiten.
Mehr als 40 Kameraleute waren bei den Dreharbeiten für "Olympia" im Einsatz. Sie drehten an die 400 Kilometer Film. Riefenstahl erfand ganz neue Kameratechniken. Sie setzte die Kameras auf Kräne, auf Schienen, in Aufzüge, drehte unter Wasser und aus Gräben heraus. (Im Bild: Leni Riefenstahl mit Kameraleuten.) Bildrechte: imago/United Archives
Leni Riefenstahl dreht ihren Olympia-Film. Aufnahmen in Griechenland. Leni Riefenstahl mit Fackelläufer und den Operateuren in einer Besprechung.
Bis heute sind die Meinungen über die Filme höchst umstritten: Die einen sprechen von einem bedeutenden Kunstwerk, dem besten Sportfilm aller Zeiten. Hollywood-Regisseur George Lucas sagte gar einmal: die Riefenstahl sei "die modernste Filmemacherin überhaupt". Andere hingegen bezeichnen die Filmemacherin als bloße Propagandistin der Nationalsozialisten, die lediglich deren seelenloses Schönheitsideal sowie deren Rassentheorie abbildete. (Im Bild: Leni Riefenstahl bei den Dreharbeiten in Griechenland.)
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in "artour", 21.07.2016 | 22:05 Uhr.)
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Olympia und die Hitler-Mätresse

Nach dem Abschluss der Dreharbeiten zum zweiteiligen Werk "Fest der Völker" und "Fest der Schönheit" schnitt Riefenstahl alleine 400 Kilometer Filmmaterial zusammen. Doch die Kinopremiere fiel mit dem Einmarsch der deutschen Armee in Österreich zusammen - und musste verschoben werden. Der neue Termin: Hitlers Geburtstag am 20. April 1938. Während der Film in Deutschland Beachtung fand, wurde der Streifen der "Hitler-Mätresse" u.a. in den USA boykottiert.

Leni Riefenstahl
Leni Riefenstahl. Jahr unbekannt. Bildrechte: IMAGO

Ab diesem Zeitpunkt war es auch in Deutschland immer schwieriger für Riefenstahl. Nachdem sie an der Front die ersten Bilder von toten Soldaten und der Zivilbevölkerung drehte, schlug sie weitere Angebote seitens der NSDAP aus. Das letzte Mal begegneten sich Adolf Hitler und Leni Riefenstahl im März 1944.

Von Freunden und Kollegen gemieden

Filmregisseurin Leni Riefenstahl (GER) mit ihrem Tauchlehrer Günter Stolberg zu Gast auf der BOOT 2003 in Düsseldorf
Filmregisseurin Leni Riefenstahl mit Günter Stolberg 2003 in Düsseldorf. Bildrechte: IMAGO

Die Nähe zu Hitler wird Riefenstahl nach dem Krieg zum Verhängnis. In der Nachkriegszeit wird sie von ihren Kollegen und alten Freunden gemieden. Auch die Besatzungmächte verfolgen argwöhnisch ihr Tun. Im Westen soll sie vor Gericht ihre Unschuld beweisen. Im Osten kommen ihre Bilder auf den Index und bereits vor der Gründung der DDR sammelt ein Vorläufer der Staatssicherheit Unterlagen über sie. Bis zur ihrem Tod kämpft Riefenstahl vor Gerichten und in den Medien um Anerkennung, Ruhm, Geld und Ehre. Andere erfolgreiche und beliebte Filmkünstler, wie Heinz Rühmann oder Veit Harlan fassen nach 1945 rasch wieder Fuß. Doch Riefenstahl wird in der Bundesrepublik gemieden.

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Über dieses Thema berichtete der MDR auch auf: MDR DOK | 04.07.2018