Klaus "Jenni" Renft Die populärste Untergrundband der DDR "Klaus Renft Combo"

Seit 53 Jahren gibt es die Musikgruppe Renft. Der Rockstar der DDR, Klaus "Jenni" Renft, ist am 9. Oktober 2006 an Lymphdrüsenkrebs gestorben. Seine Musik wird weitergespielt und in Leipzig gibt es seit zehn Jahren sogar die Renftstrasse. Die 1967 gegründete "Klaus Renft Combo" galt als die aufmüpfigste Band der DDR. Mit ihren Texten berührten die Musiker Tabuthemen. 1975 wurde die Band wegen "Beleidigung der Arbeiterklasse und Diffamierung der Staatsorgane" verboten. Die Jungs spielten im Untergrund weiter.

Klaus "Jenni" Renft
Der Musiker Klaus "Jenni" Renft Bildrechte: DRA

"Er spielt nicht gut Bass und wurde doch zu einem der größten Rockstars der DDR. Er ist nicht sexy und kann sich vor Weibern kaum retten. Er interessiert sich nicht für Politik und wurde zum Staatsfeind", sagte eine von Klaus Renfts Lebensgefährtinnen 1998 dem "Spiegel".

Und tatsächlich: Es gab bessere Bassisten als den 1942 in Jena geborenen Klaus Renft, dessen Combo Anfang der 1970er-Jahre hunderttausende Platten verkaufte. Er wurde von seinen Fans als "der liebe Gott" verehrt. Und dass sich Renft mehr für Frauen interessierte als für Politik, konstatierte damals auch die Staatsicherheit: "Wechselnde Mädchenbekanntschaften, minimales politisches Interesse."

Kulturbürokraten wollen Renft-Songs verbieten

Renft sagte 1998: "Wir waren keine politische Band, dazu wurden wir von den Bonzen gemacht." Aber Klaus Renft war charismatisch, hatte Ideen und konnte die besten Musiker und Texter für sich gewinnen. Seine erste Band hatte Klaus Renft 1958 gegründet, die "Butlers". 1965 war sie verboten worden und Renft musste sich als Notenverkäufer in einem Leipziger Musikgeschäft durchschlagen.

1967 bekam er eine neue Lizenz und gründete die "Klaus Renft Combo". Die Combo spielte Songs von Led Zeppelin und Pink Floyd und avancierte zur populärsten Untergrund-Band der DDR.

Von 1970 an produzierte Renft – nach Texten von Kurt Demmler und Gerulf Pannach - eigene und höchst erfolgreiche Songs: "Wer die Rose ehrt", "Nach der Schlacht", "Ketten werden knapper", "Die Rockballade vom kleinen Otto" … 1975 schließlich wollten sich die SED-Kulturbürokraten die Renft-Songs, in denen stets auch Tabuthemen berührt wurden, nicht mehr bieten lassen – die Combo wurde als "nicht mehr existent" eingestuft.        

Die Wiederbelebung Renft Combo

Klaus Renft, der von der DDR "die Schnauze voll hatte", durfte ein halbes Jahr später nach West-Berlin ausreisen. Fortan führte der Rocker ein bürgerliches Leben: Er arbeitete als gutbezahlter Tonmeister im Renaissance-Theater, fuhr Mercedes, residierte in einer feudalen Schöneberger Altbauwohnung und machte dreimal im Jahr Urlaub im Süden.

Dennoch fühlte er sich wie "in einem Transitraum". "Der Westen war schlimmer als die DDR", sagte er 1998. "Die war wenigstens noch ein Abenteuerspielplatz."

Als die Mauer fiel, kehrte Renft in den Osten zurück und war überrascht, dass die Renft Combo noch nicht vergessen war. Er trommelte seine Jungs zusammen und schon 1990 ging die wiederbelebte Renft Combo auf erste große Ost-Tournee.

Nachdem Klaus "Jenni" Renft 2006 an Lymphdrüsenkrebs gestorben war, spielten die verbliebenen Bandmitglieder zu viert weiter. Bis heute gibt "Renft", in verschiedener Besetzung, Konzerte in Ostdeutschland.

Aktuelle Tour-Daten

31. Oktober 2020: Renft akustisch, Kulturfabrik Hoyerswerda.

Weitere Tour-Daten gibt es auf www.renft.de