Historische Jahrestage, Jubiläen, Ereignisse #blickzurück: 7. Juni

Vollstreckung der letzten Todesurteile gegen NS-Verbrecher

1951 fand die letzte Hinrichtung von NS-Verbrechern unter der Besatzungshoheit der Allierten statt. Sieben SS-Offiziere starben im "War Criminal Prison No. 1" in Landsberg am Lech durch den Strang. Richter der US-Militärjustiz hatten die Urteile gefällt. Zu den Hingerichteten gehörten unter anderem Oswald Pohl, der maßgeblich an der Durchführung des Holocausts beteiligt war, und SS-Gruppenführer Otto Ohlendorf, der 90.000 Morde zu verantworten hatte. Die Vollstreckung der Todesurteile wurde von heftigen Protesten begleitet. Trotz ihrer Gräueltaten solidarisierten sich viele Bürgerinnen und Bürger mit den Massenmördern. Selbst die Bundesregierung unter Konrad Adenauer hatte sich gegen die Exekution ausgesprochen. Die Hinrichtung der sieben NS-Täter war die letzte in der Bundesrepublik. In der DDR wurden Kriegsverbrecher bis 1981 zum Tode verurteilt, so auch bei den Waldheimer Prozessen.

US-Soldaten werden nach Notlandung im Vogtland interniert

1958 musste ein mit US-Soldaten besetzter Hubschrauber im Vogtland notlanden. Da das Militärflugzeug wiederrechtlich in das Lufthoheitsgebiet der DDR eingeflogen war, wurde die neunköpfige Besatzung von DDR-Behörden interniert. Die acht Offiziere und ein Feldwebel der amerikanischen 3. US-Panzerdivision wurden über zwei Wochen in einem Clubhaus in Karl-Marx-Stadt verhört. Anschließend standen sie in einer Villa in Dresden-Klotzsche unter Arrest. Nach wochenlangen Verhandlungen wurden die amerikanischen Armeeangehörigen in den Westen zurückgeführt. Am 19. Juli übergab sie der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes in der DDR am Grenzübergangspunkt Töpen/Juchhöh.

US-Soldaten der amerikanischen 3. Panzerdivision werden nach mehrwöchiger Internierung durch DDR-Behörden am 19. Juli 1958 in den Westen rückgeführt.
Nach mehrwöchiger Internierung durch DDR-Behörden werden acht US-Soldaten am 19. Juli 1958 in den Westen rückgeführt. Bildrechte: dpa

Reform des Sexualstrafrechts

1973 verabschiedete der Deutsche Bundestag eine liberalisierte Neufassung des Sexualstrafrechts. So wurde der "Kuppelei-Paragraph" abgeschafft und der "Homosexuellen-Paragraph" 175 abgeschwächt: Die Schutzaltersgrenze wurde auf 18 Jahre gesenkt. Damit war eine Freiheitsstrafe "nur noch" für sexuelle Kontakte von Männern mit Männern unter 18 Jahren vorgesehen. Bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr lag das Schutzalter bei 14 Jahren. Außerdem wurde festgelegt, dass die Verbreitung von Pornografie an Erwachsene erlaubt, die Verherrlichung von Gewalt jedoch strafbar sei. Der Paragraph 175 existierte bereits seit dem Kaiserreich. 1871 eingeführt, erklärte er den sexuellen Kontakt zwischen Männern zu einer kriminellen Handlung. 1935 verschärften die Nationalsozialisten den Paragraphen 175 nochmal erheblich. Unter ihrem Regime war nicht einmal mehr eine Berührung nötig, um den Straftatbestand zu erfüllen. Schon Blicke oder eine "objektive Verletzung des allgemeinen Schamgefühls" reichten für eine Anzeige aus. Erst 1994 wurde der Paragraph in der Bundesrepublik vollständig abgeschafft. In der DDR galt er bereits seit 1968 nicht mehr.

1974 debattiert der Deutsche Bundestag in Bonn.
Der Deutsche Bundestag in Bonn reformierte 1973 das Sexualstrafrecht. Bildrechte: IMAGO / Klaus Rose